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Ostprignitz-Ruppin In aller Freundschaft
Lokales Ostprignitz-Ruppin In aller Freundschaft
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10:24 22.09.2017
Gudrun Rautenberg (r.) steht mit ihrer Zeit der kleinen Sara Emma Harbach und ihrer Mutter Irena (2.v.r.) zur Seite. Quelle: Matthias Anke
Kyritz

Gab es da etwa mal eine Welt ganz ohne „Whatsapp“ oder anderen Dienstleistern, die es ermöglichen, schwuppdiwupp ein Bild von einem Telefon auf das andere zu beamen? Kaum noch vorstellbar, auch nicht für Rentnerin Gudrun Rautenberg. „Ich warte schon immer sehnsüchtig auf ein Bild von meinem kleinen Sonnenschein“, sagt die 69-Jährige aus Dannenwalde mit Blick auf die gerade mal neun Monate junge Sara Emma Harbach. In dem Moment aber sitzt sie gerade neben ihr und deren Mutter Irena.

Sie sind vertraut miteinander. Die 28-Jährige und Gudrun Rautenberg treffen sich so oft wie möglich. Dabei sind sie weder verwandt und womöglich auch noch nicht die dicksten Freundinnen fürs Leben. Denn sie kennen sich erst seit Kurzem, und zwar dank des Netzwerks Gesunde Kinder, in deren Räumlichkeiten die kleine Sara gerade der Mittelpunkt allen Geschehens ist.

Familienpatin erfuhr einst aus der MAZ von dem Angebot

Gudrun Rautenberg ist eine Familienpatin. Sie steht mit ihrer Zeit, mit ihren offenen Ohren und bei Bedarf auch allerlei Tipps der frischgebackenen Mutter zur Seite. Sie ist keine Fachfrau, aber kennt sich in einigen Dingen aus. Denn bevor sie und Irena Harbach über das Netzwerk zueinander fanden, hatte sie einst eine Schulung mitgemacht. „Ich erfuhr vor ein paar Jahren aus der Zeitung davon“, erzählt Gudrun Rautenberg über diesen Kurs, wie er auch ab Mitte Oktober für neue Interessenten wieder startet.

Bis Anfang des Monats kann man sich noch anmelden. „Wir führen diese Ausbildung für Familienpaten aus dem Landkreis Ostprignitz-Ruppin dieses Mal zentral in Neuruppin durch, je nach den Anmeldezahlen könnten die einzelnen Kurse aber auch in Wittstock oder Kyritz erfolgen“, erklärt Diana Schumacher. Sie ist in Kyritz seit Mai die neue Regionalkoordinatorin für dieses Netzwerk, hinter dem der Verein Esta Ruppin steht.

Auch in Neuruppin, wo Kornelia Rangnow die Ansprechpartnerin ist, und in Wittstock, wo es Theresa Höhmann ist, hat das Netzwerk seine Standorte und es werden Paten dort regelmäßig fortgebildet und mit Müttern und Vätern in Kontakt gebracht.

Die Ehrenamtler bekommen alle Fahrtkosten erstattet

„Es handelt sich um eine ehrenamtliche Tätigkeit, die von uns getragen und begleitet wird. Deshalb kostet die Ausbildung den Teilnehmern nichts. Sie bekommen auch die Fahrtkosten erstattet, auch danach, wenn sie als Paten unterwegs sind “, betont Diana Schumacher.

Etwa 75 Paten gibt es im Landkreis aktuell. Keine Pateneltern nur für das Kind, sondern Elternpaten für Eltern und Kind und besser noch für die ganze Familie, also Familienpaten.

Wer sich für diese ehrenamtliche Tätigkeit interessiert, erfährt ab Sonnabend, 14. Oktober, alles Notwendige für die Familienpatenschaft in zehn Veranstaltungen. Diese erfolgen dann dienstags. Dabei geht es um Themen wie Kinderkrankheiten und Vorsorgemaßnahmen, um frühkindliche Bildung bis hin zur Unfallverhütung und einem Seminar mit dem Titel „Anträge und finanzielle Unterstützung für Familien, Elternzeit und Rückkehr an den Arbeitsplatz“. Einige dieser Termine sind auch offen für Eltern. Erste Kontakte werden geknüpft, andere intensiviert.

Der Spaß soll nicht zu kurz kommen

Die Paten sind später trotz allem keine Profis. „Es geht auch nicht darum, jemanden zu belehren oder gar nach seinen eigenen Vorstellungen zurechtzubiegen“, sagt Patin Gudrun Rautenberg. Irena Harbach nickt. Sie hat in ihr eine Zuhörerin gefunden. Eine weitere. Denn sie ist zwar verheiratet und hat Verwandtschaft. Doch die Patin gebe ihr zusätzlichen Halt, wenn sie ihn braucht. „Oder einfach eine unabhängige, zusätzliche Meinung“, sagt Irena Harbach: „Neulich haben wir uns nur mal auf ein Eis getroffen, andermal Kaffee getrunken.“

„Das ist es ja, man liest drei Bücher, erhält drei Meinungen, hört drei Verwandte, auch drei Meinungen. Und sieht man ins Internet, ist es voll von allem“, erklärt Diana Schumacher vom Netzwerk und nennt beispielhaft Stillen, Wickeln, Füttern.

„Wir sollten bei alledem wertfrei sein, nicht über andere urteilen, und wir geben Tipps auch nur, wenn sie erfragt werden“, ergänzt sie Gudrun Rautenberg, die zwei Söhne hat und selbst längst Ur-Oma ist. „Spaß soll es ja auch machen“, sagt Diana Schumacher. Im Idealfall entstehen schließlich Freundschaften über diese drei ersten Lebensjahre der Kinder hinaus, in denen die Familienpaten die jungen Mütter und Väter begleiten.

Wer an dem am 14. Oktober beginnenden Kurs teilnehmen möchte oder wer Fragen hat, meldet sich in Neuruppin unter 03391/40 23 00, in Wittstock unter 03394/40 27 47 oder in Kyritz unter 033971/60 45 06.

Von Matthias Anke

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