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In der Heide leben 5 Wölfe, mindestens

Neuruppin In der Heide leben 5 Wölfe, mindestens

Vermutet wurde es schon länger, jetzt gibt es Gewissheit: In der Kyritz-Ruppiner Heide lebt nicht nur ein Wolf, vielmehr streifen über das einstige Bombodrom mindestens vier weitere Graupelze. Vier Tiere wurden allein am vorigen Donnerstag gesichtet.

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Jahrelang lebte dieser Wolf allein in der Kyritz-Ruppiner Heide. Nun ist klar, dass er sich sein Revier mit Artgenossen teilen muss.
 

Quelle: Bundesforst

Neuruppin.  Jetzt gibt es Gewissheit: In der Kyritz-Ruppiner Heide lebt nicht nur ein einzelner Wolf, vielmehr streifen durch das gut 12 000 Hektar große Areal mindestens vier weitere Graupelze. „Wir haben am Donnerstag ein großes Tier sowie drei etwa gleich große Wölfe gesichtet“, sagte am Montag Rainer Entrup von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima). Die Bima ist Eigentümerin der Heide. Förster Entrup geht davon aus, dass es sich bei den jetzt gesichteten Wölfen um ein Eltern- sowie um drei Jungtiere handelt. Letztere sind vermutlich noch kein Jahr alt und in der Heide geboren. „Es ist nicht auszuschließen, dass in der Heide noch mehr Wölfe leben“, sagte Entrup. Zum einen vermisst er noch den Nachweis für das zweite Elterntier, zum anderen können Wölfe nicht nur drei, sondern bis zu sechs Junge in einem Wurf zur Welt bringen.

Fotofalle bringt Gewissheit

Vermutet wurde schon länger, dass in der Heide mehrere Wölfe leben. Nur tappte bisher stets lediglich der seit Langem bekannte Einzelgänger in eine der vielen Fotofallen, die es auf dem einstigen Truppenübungsplatz zwischen Wittstock und Neuruppin gibt. Erst vor zehn Tagen erwischte eine Fotofalle gleich drei Wölfe auf einen Streich. Wenige Tage später konnten Förster der Bundesforst gleich vier Graupelze auf einmal beobachten.

Eine Gefahr stellen die unter Schutz stehenden Tiere für die Förster und die Mitarbeiter der Bundesforst nicht dar. Allerdings werden sich die Jäger jetzt etwas umstellen müssen, die in der Heide regelmäßig vor allem Rehe, Rotwild und Wildschweine jagen und dabei mit ihren Hunden auf der Pirsch sind. „Wir werden die Hundeführer informieren, dass nicht mehr nur ein Wolf in der Heide lebt und damit das Risiko für ihre Hunde steigt“, sagte Entrup. Der Grund: Wölfe sehen Hunde sowohl als mögliches Beutetier als auch als Nahrungskonkurrenten an. „Es mag kein Wolf, wenn ein Hund in seinem Kühlschrank stöbert“, so Entrup.

Chef des Kreisbauernverbandes ist besorgt

Die Jäger müssen bei den nächsten Jagden in der Heide deshalb selbst entscheiden, ob und wie sie ihren Hund einsetzen. Zudem wird das Prozedere geändert. Die Wölfe sollen Zeit haben, ihr unmittelbares Revier für kurze Zeit verlassen zu können, damit sie von der Jagd nicht überrascht werden. So verfährt die Bima bereits seit Jahren auf dem Truppenübungsplatz in Lehnin (Potsdam-Mittelmark). Dort leben seit Längerem zwischen sieben und zwölf Wölfe. Die Tiere weichen schnell aus, sobald Jäger kommen. „Das verläuft in Lehnin völlig störungsfrei“, sagte Entrup.

Dass sich die Graupelze in der Kyritz-Ruppiner Heide unter­ein­ander ins Gehege kommen könnten, davon geht der Forstmann nicht aus. Zwar ist das Revier eines Wolfes oder eines Wolfsrudels normalerweise bis zu 300 Quadratkilometer groß, doch in der Heide gibt es genügend Nahrung für die Tiere. Das belegen die alljährlichen Abschusszahlen. So wurden in Ostprignitz-Ruppin im Jagdjahr 2014/15 mehr als 3851 Stück Schwarzwild, knapp 5900 Stück Rehwild sowie 2870 Waschbären erlegt. „Wir haben genug Nahrung in der Fläche“, so Entrup.

Besorgt zeigte sich indes Sven Deter, der Chef des Kreisbauernverbandes. Die Wölfe seien vor allem für Hobbytierhalter eine Gefahr. „Wir holen uns damit eine Laus in den Pelz.“ Denn das Land ziehe sich zurück, wenn es darum gehe, den Schaden durch von Wölfen gerissene Tiere zu ersetzen. Geld gebe es nur, wenn die Tierhalter zuvor in teure Schutzzäune investiert hätten. Deter geht davon aus, dass nicht nur fünf Graupelze in der Region leben. „Wir wissen alle, dass es längst mehr als fünf Wölfe sind.“

Von Andreas Vogel

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