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In der Welt der grünen Helfer

Wittstock In der Welt der grünen Helfer

Brennnessel, Löwenzahn, Gänseblümchen, Vogelmiere – Kräuter wie diese gelten oft als störende Unkräuter, besitzen aber heilende Inhaltsstoffe, die oftmals unterschätzt werden. Kräuterfachfrau Barbara Sommerfeld gab einen Einblick in die Welt der grünen Helfer

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Kräuterfee Barbara Sommerfeld aus Wittstock bei der Info-Veranstaltung des Netzwerkes Gesunde Kinder.

Quelle: Björn Wagener

Wittstock. Beinahe mystisch wird es an diesem Vormittag im Dänicke-Haus in Wittstock: „Schauen Sie sich in Ihrem Garten um. In Ihrer Umgebung wachsen genau jene Pflanzen, die Sie selbst am dringendsten brauchen“, sagt Barbara Sommerfeld. Auch wenn das unglaublich erscheint, so habe es sich immer wieder bestätigt, berichtet sie und erzählt von einer Bekannten, deren Garten voller Schafgarbe war – und die Besitzerin tatsächlich Blasenprobleme hatte, wogegen das Kraut hilft. Seit das Grundstück jemand anderem gehört, sei die Schafgarbe fast verschwunden. Eine Besucherin erwidert darauf: „Vieles darf man nicht weitererzählen. Denn das glaubt einem keiner.“

Wildkräuter statt Unkräuter

15 Frauen haben sich an diesem Tag versammelt, um von Barbara Sommerfeld, die sich selbst Kräuterfee nennt, Einblicke in die Welt der Kräuter und ihre Wirkung zu bekommen. Das Ganze ist ein Informationsangebot des Netzwerkes Gesunde Kinder. Auf einem runden Tisch liegen etliche verschiedene Pflanzen, denen sich Barbara Sommerfeld nach und nach widmet. Unkraut will sie sie nicht nennen, eher Wildkräuter, denn in ihnen steckten oft gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe. Wer sie sich zu nutze machen möchte, dürfe aber nur solche Pflanzen nehmen, die er wirklich kennt.

Fest anpacken, statt nur berühren

Brennnessel: Ihre Brennhaare lassen sich mit einem lauwarmen Wasserbad und einer anschließenden Bearbeitung mit einer Küchenrolle wirksam beseitigen. Sie könne gut als Spinat, auch in gemischter Form, gegessen werden. Verwendet werden sollten nur die oberen, jungen Blätter. Wer sich daraus Tee kochen möchte, sollte ihn jedoch nicht über eine längere Zeit hinweg trinken. Die Brennnessel enthalte viel Eisen und Vitamin C und spüle Schadstoffe aus dem Körper. Sie wirke gut bei Stoffwechselkrankheiten wie Rheuma oder Gicht. Übrigens: Wer die Blätter fest anpackt, statt sie nur leicht zu berühren, habe gute Chancen dem Brennen zu entgehen, weil er die Brennhaare zerstört.

Ab in die Kräuterbutter

Vogelmiere: Sie habe sehr viel Vitamin C, stärke das Immunsystem, wirke gut bei Hautproblemen und passe auch in die Kräuterbutter, zusammen mit zum Beispiel Giersch, Löwenzahn, Gänseblümchen oder anderen Kräutern. Aber auch als Kräutercremesuppe: Butter zerlassen, Mehl und Gemüsebrühe sowie zum Schluss die Kräuter hinzugeben. Letztere sollten nicht lange mitkochen. Vogelmiere ziehe Gift aus den unteren Hautschichten. Wer die Pflanze in Öl gibt und das Ganze mehrmals erwärmt und wieder erkalten lässt, sorge dafür, dass sich die Inhaltsstoffe mit dem Öl verbinden. Zusammen mit Bienenwachs sei sogar eine Salbe möglich.

Wanderer sollten den Breitwegereich kennen

Darüber hinaus ging Barbara Sommerfeld noch auf eine Reihe weiterer Kräuter und ihren Einatzmöglichkeiten ein – darunter das Gänseblümchen, aus deren Köpfchen ein gesunder Tee gebrüht werden kann, der gegen entzündliche Haut- und Schleimhautprobleme helfe. Auch könnten betroffene Hautareale betupft werden. Der Spitzwegerich lindere Insektenstiche. Wer sich vor einer langen Wanderung ein Blatt des Breitwegerichs in den Schuh legt, beuge der Blasenbildung am Fuß vor.

Direkt auf die Warze tupfen

Und wer Warzen behandeln möchte, könne sich den Saft aus dem Stängel des Schöllkrauts direkt auf die Warze tupfen, aber nur auf die Warze, nicht auf umliegende Hautpartien. Denn das leichte Pflanzengift verhindere die Zellteilung. Deshalb sollte gleichzeitig viel Obst und Gemüse gegessen werden, um das Immunsystem zu stärken. Bei einer Grippe oder Erkältung – oder auch zur Vorbeugung – helfe eine angeschnittene Zwiebel in jenem Raum, in dem man sich am häufigsten aufhält. Faustregel: Kräuter, die in der kleinsten Ritze gedeihen, gelten als stark und „können diese Stärke an uns weitergeben“, so Barbara Sommerfeld und nannte als Beispiel den Löwenzahn.

Für Kinder nur einen Bruchteil der Dosis

Wichtig jedoch: Bei allen Kräuter-Anwendungen sollten Kinder nur ein Bruchteil der Erwachsenen-Dosis bekommen. Jedoch betonte Barbara Sommerfeld auch, Kinder nicht in Watte zu packen. Raus an die frische Luft, auch mal barfuß über eine Wiese laufen und keine Angst vor nicht abgewaschenen Erdbeeren oder ähnlichem zu haben. „Unser Immunsystem schafft das schon, wenn wir ihm die Chance geben, sich zu entwickeln.“

Von Björn Wagener

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