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Ostprignitz-Ruppin In drei Tagen zum Mofa-Schein
Lokales Ostprignitz-Ruppin In drei Tagen zum Mofa-Schein
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00:18 15.04.2016
Die Schüler bei ihren Übungsrunden auf dem Schulgelände. Quelle: Björn Wagener
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Wittstock

Es geht im Slalom um die Hütchen, über Spurbretter hinweg, einen Holperweg entlang und – für ganz Mutige – einmal im Kreis herum, dabei eine Hand am Lenker, die andere an einer Kette, die an einem senkrechten Stab befestigt ist. „Schön langsam. Und lass die Füße auf dem Trittbrett. Dein Gehirn soll arbeiten“, ruft Frank Grübler von der Kreisverkehrswacht Oranienburg einem Jungen zu, der gerade dabei ist, die Mobilität auf zwei Rädern für sich zu entdecken. Und da ist er nicht allein. Immer wieder sausen Jugendliche auf Mofas durch den Parcours. „Das macht Spaß“, sagt ein Junge, als er den Helm abnimmt und vom Mofa steigt.

Nur die Prüfungsgebühr fällt an

Insgesamt 16 Schüler der Klasse 9a der Wittstocker Polthier-Oberschule nehmen derzeit an einem Fahrschulkurs teil. Das Ziel ist die Berechtigung, ein Mofa fahren zu dürfen. Das Besondere: Das Ganze findet direkt auf dem Schulgelände statt, dauert nur drei Tage und kostet die Eltern der Schüler kein Geld – bis auf die Prüfungsgebühr in Höhe von 22 Euro und ein Passfoto des Sohnes oder der Tochter. Am 2. Mai werden die Mofafahrer-Anwärter zur theoretischen Prüfung antreten. Wer sie schafft, darf sich in den Straßenverkehr wagen. „Eine praktische Prüfung ist nicht nötig, lediglich der Nachweis, praktische Übungsstunden absolviert zu haben“, sagt Klassenlehrerin Heidi Mohrmann, die gestern gemeinsam mit Peter Krause, Lehrer im Fach Wirtschaft, Arbeit, Technik (WAT) mit dabei war, als die Fahranfänger auf dem Sportplatz hinterm Schulhof ihre Runden drehten. Angeleitet wurden sie von Angehörigen der Kreisverkehrswacht Oranienburg, die auch den Parcours und die sechs Übungsmofas zur Verfügung stellte. „Die erste Fahrt kostet sie meist etwas Überwindung“ , sagt Steve Burow von der Verkehrswacht über die Anfänger. Mit der Zeit jedoch würden sie schnell sicherer.

Ein Vorschlag der Revierpolizistin

Ermöglicht wird diese Fahrschule vor allem durch die Initiative der Revierpolizistin Petra Rieger, die schon seit Jahren über die Initiative „Partnerschaft – Schule – Polizei“ einen sehr guten Kontakt zur Polthier-Oberschule pflege, wie Heidi Mohrmann bestätigt. Petra Rieger hatte von der Möglichkeit eines solchen Fahrschulprojektes auf einer Weiterbildung gehört, wie sie sagt. Daraufhin engagierte sie sich gemeinsam mit den Lehrern der Polthier-Oberschule dafür, die nötigen Partner mit ins Boot zu holen. Die Wittstocker Fahrschul-Gesellschaft habe die Theorie-Ausbildung kostenlos durchgeführt und stelle auch ihre Räume für die Prüfung zur Verfügung, sagt Petra Rieger. Außerdem musste eine Prüfungskommission gewonnen und der Übungsparcours über die Verkehrswacht organisiert werden. Es bedurfte also einiger Anstrengungen, um den Schülern im Rahmen des WAT-Unterrichts die Gelegenheit zu bieten, ihre Mofa-Berechtigung zu absolvieren, vorausgesetzt, die Eltern stimmten zuvor zu. „Sie waren sogar begeistert“, sagt Heidi Mohrmann. Die Schüler stünden vor ihren Praktika. Da sei Mobilität natürlich sehr wichtig. Als einen weiteren Vorteil nennt sie die Tatsache, dass die theoretische Fahrschulprüfung eine wertvolle Erfahrung sei. Schließlich ist die Verkehrstheorie auch nötig, wenn es später um den Pkw-Führerschein geht. Wer den Mofa-Schein schon in der Tasche hat, sei bereits auf dem aktuellen Stand und damit sehr gut vorbereitet.

Weitere Kurse sollen folgen

An der Polthier-Oberschule soll das Fahrschulprojekt keine Eintagsfliege bleiben. Es sei bereits daran gedacht, ähnliche Angebote auch in künftigen 9. Klassen folgen zu lassen. Dann kann das Jugendweihe-Geld gleich für ein Mofa ausgegeben werden. WAT-Lehrer Peter Krause würde es gern sehen, wenn die Mofa-Fahrschule ihren festen Platz auf dem Schulgelände bekäme. „Ich hoffe, dass das bei der Umgestaltung des Schulhofes berücksichtigt wird“, sagt er.

Von Björn Wagener

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