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Individuelle Tagespflege

Fehrbellin Individuelle Tagespflege

Seit Februar dieses Jahres bietet der Arbeiter-Samariter-Bund in Fehrbellin eine Tagespflege für bis zu zwölf Senioren an. Zurzeit werden dort acht Frauen und Männer betreut, ganz individuell. Die vier Mitarbeiter haben viel Zeit für ihre Gäste. „Ein ganz großer Luxus“, wie Pflegefachkraft Daniela Wagner sagt, die dort ihren Traumjob gefunden hat.

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Senioren in gemütlicher Runde am Tisch, betreut von Daniela Wagner (l.), Beate Heuer und Niki Marquardt (r.).

Quelle: FOTO: Geisler

Fehrbellin. Das Wasser läuft einem im Munde zusammen: Es duftet im ganzen Raum. Beate Heuer backt in der offenen Küche Eierkuchen für das Mittagessen. In der Tagespflege des Arbeiter-Samariter-Samariter-Bundes in Fehrbellin wird gemeinsam Mittag gegessen. Noch sitzen die fünf Senioren am großen Esstisch, lösen Kreuzworträtsel, lesen Zeitung oder unterhalten sich.

In der ehemaligen Sparkasse werden nun Senioren betreut

Seit Februar gibt es die Tagespflege, die sich im Erdgeschoss des Gebäudes der ehemaligen Sparkasse befindet. Im Obergeschoss sind seniorengerechte Wohnungen. Zwei Bewohner nehmen das Angebot der Tagespflege wahr. Zwölf Plätze gibt es insgesamt, von denen derzeit acht belegt sind. Die Senioren kommen aus Fehrbellin, Linum, Lentzke und Sandhorst. Die Tagespflegeleiterin, zwei Alltagsbegleiter und eine Auszubildende kümmern sich um ihre, wie sie es nennen, Gäste.

Ihren Traumjob gefunden

Seit April ist Daniela Wagner als Pflegefachkraft dort beschäftigt. Für sie ein Traumjob. „Wir haben Zeit für die Leute. Dass ist ein ganz großer Luxus, den wir hier haben“, sagt die gelernte Krankenschwester. Sie weiß, wovon sie redet. Sie hat im Krankenhaus gearbeitet, war elfeinhalb Jahre in einer Arztpraxis tätig. In der Tagespflege gibt es keinen Termin oder Zeitdruck. „Wir können uns umfassend um unsere Gäste kümmern“, so Daniela Wagner. Diese kommen zwischen 8 und 8.30 Uhr. Dann frühstücken alle zusammen. „Wir wissen genau, was wer isst“, sagt Daniela Wagner und schmunzelt. So will ein Gast jeden Morgen drei Scheiben Toast, eine mit Salami, eine mit Jagdwurst, eine mit Käse, genau in dieser Reihenfolge. Davon weicht er nicht ab. Auf solche Wünsche können Daniela Wagner und ihre Kolleginnen eingehen.

Eine Herausforderung

Die Arbeit ist auch eine Herausforderung, denn täglich ist die Zusammensetzung der Gruppe eine andere. Manche kommen nur einmal die Woche, andere an fünf Tagen, wieder andere wie Heinz Mäske drei Mal die Woche. Dem 84-Jährigen, der 15 Jahre lang den Seniorenverein der Luchstadt geleitet hat, gefällt es gut in der Einrichtung. „Sonst wäre ich nicht hier“, sagt er und lacht verschmitzt. Seine Frau geht noch regelmäßig zu den Treffen des Seniorenvereins und hält ihn auf dem Laufenden, was so in Fehrbellin passiert. Für Mäske ist das wichtig, immerhin hat er die Geschicke des Ortes jahrzehntelang aus erster Reihe verfolgt und kennt bald jeden Einwohner. 1947 hat er als Lehrling bei der Post angefangen und dort bis zum 65. Lebensjahr gearbeitet.

Nun verbringt er einen Teil seiner Zeit in der Tagespflege mit gemeinsamem Frühstück und dem anschließenden Morgenkreis mit Zeitungsschau, Gedächtnistraining, Gymnastik, Musik – mit allem, was Geist und Körper fit hält. Am Donnerstag beispielsweise ist eine reine Frauenrunde zusammen. „Die Frauen basteln gern. Wir haben bereits mit Weihnachtsdekoration begonnen,“, sagt Daniela Wagner.

Auf alle Wünsche und Bedürfnisse wird eingegangen

Nach dem gemeinsamen Kaffeetrinken ist Mittagsruhe angesagt. Anschließend steht Kaffeetrinken auf dem Programm. So gestärkt, werden Spaziergänge je nach Wetter und Verfassung unternommen, wird Bingo gespielt, gelesen, so wie dem einzelnen der Sinn gerade steht. „Es läuft alles individuell ab“, sagt Daniela Wagner.

Die Eierkuchen sind fertig , Rätselheft, Zeitung und Spiele beiseite geräumt. „Es schmeckt wunderbar hier“, sagt Heinz Mäske. Die anderen nicken zustimmend. Es mutet familiär an, wie alle in großer Runde um den Tisch sitzen.

Der ASB bietet kostenfreie Schnuppertage an, um sich, wie Daniela Wagner sagt, kennenzulernen und zu sehen, ob man zueinander passt.

Von Dagmar Simons

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