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Inhalte des Lärmaktionsplans diskutiert

Kyritz Inhalte des Lärmaktionsplans diskutiert

Die zweite Stufe der Lärmaktionsplanung, die als Richtlinie von der EU vorgegeben ist und die Lebensqualität der Menschen allerorten verbessern soll, konzentriert sich auf den Straßenverkehrslärm. Dieser Tage war dieser nun auch in Kyritz Thema bei einer ersten öffentlichen Vorstellung des Planentwurfs.

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In der Berliner Straße (B 5) in Kyritz gibt es den meisten Verkehr – und auch die höchste Lärmbelastung.

Quelle: Alexander Beckmann

Kyritz. Nachdem die Stadt Kyritz im vergangenen Jahr die Erarbeitung eines Lärmaktionsplans in Auftrag gegeben hatte, stand nun dessen erstmalige öffentliche Präsentation an. Der Entwurf wurde am Dienstagabend im Ratssaal von dem damit beauftragten Büro „LK Argus“ vorgestellt. Gäste hatten die Möglichkeit, über die Ergebnisse zu diskutieren und mögliche Hinweise für Überarbeitungen zu liefern.

Mit etwa zehn Gästen war die Veranstaltung eher mäßig besucht. Allerdings hatte die im Zuge der Lärmschutzplanung erstellte Kartierung auch nur relativ wenige Schwerpunkte in Sachen Verkehrslärm zutage gefördert. „Es ist in der ersten Phase ja ein Pflichtprogramm, das wir da absolvieren“, erklärt Bauamtleiterin Katharina Iredi auf Nachfrage. Kartierungspflichtig sind demnach in der aktuellen Bearbeitungsstufe nur Hauptverkehrsstraßen mit mehr als 8000 Kraftfahrzeugen pro Tag. Das trifft in Kyritz auf die Bundesstraße 5 mit rund 10 000 Fahrzeugen am Tag zu. Zudem beruht die Erhebung nicht auf realen Messungen, sondern auf der Berechnung von Schallpegeln anhand von Verkehrzählungen (von 2012) und von örtlichen Gegebenheiten.

Lärmschutz für die B-5-Anwohner in Heinrichsfelde

Davon ausgehend konnte die Untersuchung zwei Schwerpunkte ausmachen, an denen Verkehrslärm unter Umständen eine auf Dauer unzumutbare Belastung darstellt: die Berliner Straße südlich der Wittstocker Straße bis zum Ende der Bebauung und die B 5 in Höhe von Heinrichsfelde. Die Lärmkartierung geht davon aus, dass in diesen Bereichen besonders nachts eine erhebliche Anzahl von Anwohnern von Lärmpegeln jenseits der allgemeinen Empfehlungen belastet wird.

Den Sinn dieser Erhebung fasst Katharina Iredi so zusammen: „Es werden Maßnahmen erörtert, die zu einer Lärmminderung führen können.“ Das könnten sowohl Tempolimits als auch bauliche Veränderungen an den Straßen sein – wie beispielsweise besonders leise Fahrbahnbeläge. „Und dann gibt’s natürlich auch noch Maßnahmen, die man an den Gebäuden durchführen könnte“, so Katharina Iredi.

Tempolimits sollen geprüft werden

Die mit dem Kyritzer Lärmaktionsplan befassten Experten empfehlen als schnellen und nachgewiesen wirksamen Schritt zuallererst, die Einführung von Tempolimits zu prüfen – wenigstens nachts.

Hintergrund der Planung ist es, die sogenannte EG-Umgebungslärmrichtlinie umzusetzen, um Lärmbelastungen zu senken und die Lebensqualität zu erhöhen. Zugleich sollen bislang als ruhig eingestufte Gebiete vor einer Zunahme des Lärms geschützt werden. Auch andere Kommunen beschäftigen sich mit dem Thema. Die Stadt Kyritz ist verpflichtet, diese Planung durchzuführen und über die Ergebnisse dem Land Brandenburg Bericht zu erstatten.

Die nunmehr zweite Stufe der Lärmaktionsplanung konzentriert sich auf den Straßenverkehrslärm. Bahn-, Gewerbe- und Fluglärm sind Gegenstand anderer Untersuchungen. Der Lärmaktionsplan soll im nächsten Stadtverordneten-Sitzungsturnus verabschiedet werden.

Von Matthias Anke

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