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Innenstadt bald ohne Schritttempo

Kyritz Innenstadt bald ohne Schritttempo

Die Kyritzer Stadtverordneten erwägen derzeit eine Änderung der Verkehrsregeln für die Innenstadt. Das würde unter anderem einen Verzicht auf das derzeit vorgeschriebene Schritttempo bedeuten. Und es würde mehr Parkplätze ermöglichen – sogar direkt auf dem Marktplatz.

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Der „verkehrsberuhigte Bereich" in der Kyritzer Innenstadt soll zum "verkehrsberuhigten Geschäftsbereich" werden.

Quelle: Alexander Beckmann

Kyritz. Die Tage der Verkehrsschilder, die für die Kyritzer Innenstadt einen „verkehrsberuhigten Bereich“ ausweisen, sind gezählt. In seiner jüngsten Sitzung empfahl der Bauausschuss der Stadt einmütig die Umwandlung in einen „verkehrsberuhigten Geschäftsbereich“.

Wirklich ruhig war es in der Innenstadt sowieso nie. Schon die Anzahl der Parkplatze brachte ständig einiges an Betrieb mit sich. Experten sahen das Etikett „Verkehrsberuhigt“ im klaren Widerspruch zur Realität – zumal sich viele Kraftfahrer weder ans vorgeschriebene Schritttempo noch an die Parkregeln hielten.

Tempo-20-Zone mit Parkplätzen

Nun zieht die Stadt die Konsequenzen: Die Markierung als „verkehrsberuhigter Geschäftsbereich“ funktioniert im Grunde wie eine Tempo-30-Zone – bloß, dass im Kyritzer Fall die Geschwindigkeit auf 20 Stundenkilometer begrenzt wird. Zugleich vereinfacht sich das Anlegen von Kfz-Stellplätzen, die im klassischen „verkehrsberuhigten Bereich“ eigentlich die Ausnahme bilden sollen. Und diese Möglichkeit will die Stadt auch nutzen.

Das betrifft insbesondere das Parken auf dem Marktplatz nahe der Friedenseiche. Bürgermeisterin Nora Görke machte in der Ausschusssitzung keinen Hehl daraus, lange Zeit keine Freundin von Parkplätzen auf dem Markt gewesen zu sein. Und zumindest Teile der Kommunalpolitik nahmen eine ähnliche Position ein. Doch nun wolle man einen Kompromiss wagen: Entlang der Fahrspur vor der Apotheke sollen fünf bis sechs Stellplätze für Pkw ausgewiesen werden. „Wir würden damit besonders den älteren Menschen ein Angebot machen, dort zeitlich befristet parken zu können“, sagt Nora Görke. Der Wochenmarkt müsse ein wenig zur Seite rücken.

Motorrad-Stellplätze sollen umziehen

Zugleich soll es weitere Änderungen bei der Flächennutzung geben. Die Stellplätze für Motorräder werden aus der Schulstraße vor die „Bücherecke“ umziehen. Die sogenannten Verweilzonen in der Hamburger Straße verschwinden. Die bisher dort stehenden Bänke finden neue Standorte im Gehwegbereich. „Damit hätten wir in der Innenstadt bestimmt zehn Stellplätze mehr“, schätzt die Bürgermeisterin ein.

Der Vorsitzende der Aktionsgemeinschaft Kyritzer Gewerbe (AKG) Rolf Eggeling begrüßte diese Ideen ausdrücklich. Der Marktplatz biete sich nun einmal für Stellflächen an. Zugleich stellte Eggeling klar: „Wenn wir da Parkplätze installieren, dann sollten das Kurzzeitparkplätze sein, keine Dauerparkplätze.“ Im Ausschuss war von eine Befristung auf eine Stunde die Rede. Eggeling fordert, dass das dann vom Ordnungsamt auch rigoros durchgesetzt wird. „Was da jetzt abläuft, ist Wildwest.“ Verstöße gegen die Parkordnung seien zu ahnden. Das sähen auch andere Gewerbetreibende in der Innenstadt so. Der AKG-Vorsitzende appellierte an die Lokalpolitik, die vorgetragenen Ideen umzusetzen: „Liebe Stadtverordnete, springt über euren Schatten und denkt an die Bürger und die Gewerbetreibenden!“

Ob der „Verkehrsberuhigte Geschäftsbereich“ mit Tempo 20 wirklich kommt, das muss letztlich die Stadtverordnetenversammlung entscheiden. Sie tagt am Mittwoch, dem 28. Februar.

Von Alexander Beckmann

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