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Ostprignitz-Ruppin Internet so wichtig wie die Straßen
Lokales Ostprignitz-Ruppin Internet so wichtig wie die Straßen
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02:15 15.05.2017
Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (stehend) nahmen an dem Forum teil. Quelle: Stadt Kyriitz
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Heinrichsfelde

Die Digitalisierung stand im Mittelpunkt eines Unternehmerforums in der Flugschule Ardex auf dem Verkehrslandeplatz Heinrichsfelde, an dem am Donnerstag mehr als 30 Interessierte, darunter auch Vertreter von Kommunen, Landkreis und Politik, teilnahmen. Reinhard Krüger, Geschäftsführer der Flugschule Ardex, nutzte das Forum, um die Entwicklung seines Unternehmens von der Gründung 1991 im Wohnwagen mit drei Flugzeugen und Lizenz zur Privatpilotenausbildung bis zum heutigen Tag mit modernem Verwaltungs- und Schulungsgebäude, Hangars sowie elf Flugzeugen und gemeinsam mit der Ardex Aviation Maintenance 36 Mitarbeitern und Angeboten wie Berufspiloten- und Verkehrspiloten-, Fluglehrer-sowie Instrumentenflug-Ausbildung. Viele der früheren Flugschüler fliegen heute bei großen Airlines.

Reinhard Krügers Wunsch: das Instrumentenanflug-Verfahren für den Verkehrslandeplatz Heinrichsfelde, um auch bei tiefhängenden Wolken starten und landen zu können. Matthias Weigelt, Geschäftsführer der Ardex Aviation Maintenance, betonte: „Unsere Region kann stolz sein, so einen Flugplatz zu haben.“ Sein Unternehmen wartet Flugzeuge bis zu 5,7 Tonnen, darunter Cessnas.

Intelligente und digital vernetzte Systeme

Wirtschaft 4.0 stand im Mittelpunkt des Vortrags „Digitalisierung bei kleinen und mittleren Unternehmen – Geschäftsmodelle und Prozesse neu gedacht“ von Jochen Scheeg, Professor für Wirtschaftsinformatik, Informationsmanagement und Unternehmensführung an der Technischen Hochschule Brandenburg. Bei Wirtschaft 4.0 ermöglichen intelligente und digital vernetzte Systeme eine weitestgehend selbstorganisierte Produktion. Menschen, Maschinen, Anlagen, Logistik und Produkte kommunizieren und kooperieren direkt miteinander.

Der Brandenburger Minister für Wirtschaft und Energie Albrecht Gerber (SPD) verwies auf die vielfältigen Fördermöglichkeiten der Landesregierung. Er lud die Unternehmen ein: „Nehmen Sie die Beratungs- und Informationsangebote etwa von Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) oder der Wirtschaftsförderung Brandenburg an.“ Gerber konnte zudem verkünden, dass mit dem heutigen Tag der „Innovationsgutschein Digital“ in Kraft tritt. „Ein Unternehmen, das nicht auch zu einem IT-Unternehmen wird, wird es in 30 Jahren nicht mehr geben“, ist sich Gerber sicher. Er ist sich jedoch auch bewusst, dass gerade kleinere Unternehmen es gerade so schaffen, ihre Aufträge abzuarbeiten und es deshalb für sie schwierig ist, sich um Fragen der Digitalisierung zu kümmern.

Kunden sind sehr anspruchsvoll

Minister Albrecht Gerber verwies auch darauf, dass der Breitbandausbau noch viel stärker in Angriff genommen werden muss. Für die Übertragung großer Datenmengen, für die Automation sowie Projekte wie autonomes Fahren müssten vom Bund viel größere Summen zur Verfügung gestellt werden. Dies sei nicht nur für die Brandenburger Unternehmen unabdingbar, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Dem konnte ein Vertreter des Kyritzer Unternehmens Alutrum nur zustimmen: „Unsere Kunden aus der Automobilindustrie sind sehr anspruchsvoll, sie erwarten, dass es funktioniert.“

Die Kyritzer Bürgermeisterin Nora Görke unterstrich: „Der Breitbandausbau ist genauso wichtig wie Straßen und Licht. Menschen müssen auch in ländlichen Regionen gut arbeiten und leben können.“ Landrat Ralf Reinhardt versicherte: „Spätestens Ende 2018/Anfang 2019 sollen 97 Prozent des Landkreises mit 50 Mbit erschlossen sein.“

Auch der Datenschutz ist wichtig

Holger Lossin, Geschäftsführer des PVU Prignitzer Energie- und Wasserversorgungsunternehmen aus Perleberg erklärte: „Bei Digitalisierung reden wir irgendwann über Datenschutz. Es wäre eine Katastrophe wenn Kundendaten irgendwo hingelangen, wo sie nicht hingehören.“

Stephan von Schwander, Geschäftsführer von Hüffermann Transportsysteme aus Neustadt, verwies auf ein für sein Unternehmen noch viel größeres Problem: den Fachkräftemangel. Er fordert mehr Engagement in Bildung, Vernetzung von Schulen und Industrie, Infrastruktur und kulturelle Angebote.

Von MAZonline

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