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Interreligiöser Dialog im Café Hinterhof

Neuruppin Interreligiöser Dialog im Café Hinterhof

Der Verein Esta Ruppin hat in Kooperation mit dem Diakonischen Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz eine Informations- und Diskussionsveranstaltung zum Thema „Interreligiöser Dialog“ organisiert. Am Mittwochabend wurde darüber gesprochen, wie die Kommunikation zwischen Muslimen und Christen besser gelingen kann.

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Mit 13 Gästen war der Beratungsraum bis auf den letzten Platz besetzt.

Quelle: Josephine Mühln

Neuruppin. Im Neuruppiner Café Hinterhof hat am Mittwochabend eine Informations- und Diskussionsveranstaltung zum Thema „Interreligiöser Dialog“ stattgefunden. Organisiert wurde die Runde innerhalb des Projekts „Qualifiziert engagiert für Flüchtlinge“ des Diakonischen Werkes Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (DWBO), mit dem der Neuruppiner Verein Esta Ruppin kooperiert.

Der kleine Beratungsraum in der Rudolf-Breitscheid-Straße war schnell gefüllt, Christen und auch Muslime wollten sich anhören, wie das Miteinander ihrer Religionen besser funktionieren kann. Referentin war Astrid Giebel, Theologin im Vorstandsbüro der Diakonie Deutschland. Von Dolmetschern wurde ihr Vortrag sowohl ins Englische als auch ins Arabische und Russische übersetzt.

Mensch unterschiedlicher Religionen begegnen sich überall

Giebel hatte einen Dialogratgeber der drei großen Religionsräte – Christen, Muslime und Juden – mitgebracht. Darin wird erläutert, dass sich Menschen aus unterschiedlichen Religionen überall in ihrem Alltag begegnen können: in der Kita, bei der Arbeit, in der Nachbarschaft. In der Klasse ihres Sohnes an einer Schule im Berliner Bezirk Wedding seien beispielsweise 24 Kinder aus 19 unterschiedlichen Ländern gewesen. „Kinder haben es leichter, von anderen zu lernen“, stellte die Theologin fest.

Im Miteinander bringe jeder seine eigene Sprache, Kultur, Gewohnheiten und eine individuelle Lebensgeschichte mit. Umso wichtiger sei es, dass sich Christen und Muslime gleichermaßen für das gemeinschaftliche Wohl und den Frieden einsetzen, sagte Giebel. „Es ist nicht immer einfach, zu verstehen was der andere wirklich meint, aber wenn wir die Konfliktherde auf der Welt sehen, lohnt es sich, weiter zuzuhören.“

Dialogratgeber nennt Herausforderungen und Chancen

Beim Interreligiösen Dialog im Speziellen gehe es darum, dass sich Anhänger verschiedener Religionen über ihre Religionspraxis austauschen. Wie betet ihr? Wie fastet ihr? Wie feiert ihr? Bei Projekten und Veranstaltungen des Rates der Religionen in Deutschland werde dieses Miteinander gefördert. „Wichtig dabei ist, das Vertrauen langsam wachsen zu lassen, nicht ungeduldig zu werden“, sagte Giebel. „Auch bei anfänglichen Irritationen müssen die Menschen in Kontakt bleiben, den anderen wertschätzen.“

Im Dialogratgeber heiße es außerdem, dass die Menschen Augenhöhe wahren, die Sprache des anderen als Ausdruck von Kultur und Heimat achten sollten. Herausforderungen dabei seien, Kritik zu üben – auch Selbstkritik gehöre dazu. Außerdem den Umgang mit Bibel und Koran zu lernen, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu benennen und diese auch aushalten zu können.

Evangelische Kirche und Koordinationsrat der Muslime bieten Hilfe

Astrid Giebel wies die Anwesenden darauf hin, dass die Evangelische Kirche Deutschlands und der Koordinationsrat der Muslime bei Konflikten – beispielsweise in Kitas, Schulen, Krankenhäusern – helfen könne, zu vermitteln. „Die beiden Einrichtungen ermöglichen es, beieinander Gast zu sein“, erklärte Giebel. „So gibt es in Berlin regelmäßig die ’Lange Nacht der Kirchen’, die ’Lange Nacht der Moscheen’ und auch die ’Lange Nacht der Synagoge’.“ Dort bestehe die Möglichkeit, Gläubige anderer Religionen zu treffen.

„Insgesamt“, schloss Giebel, „sind wir bei der gegenseitigen Rücksichtnahme schon ganz gut – zum Beispiel wenn es um die Essensvorlieben des jeweils anderen bei einem gemeinsamen Grillfest geht.“ Es gebe eine goldene Regel, die im Christentum und im Islam ganz Ähnliches aussage. Bei den Christen heiße es: „Alles, was ihr von den anderen erwartet, das tut auch ihnen“, während der Spruch im Islam laute: „Wünsche den Menschen, was du dir selbst wünscht.“

Im Anschluss an den Vortrag der Berliner Theologin war jeder der Anwesenden eingeladen, Fragen und Gedanken zum Vortrag zu äußern.

Von Josephine Mühln

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