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Ostprignitz-Ruppin Inventur in der Natur
Lokales Ostprignitz-Ruppin Inventur in der Natur
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11:52 27.02.2018
Das Postluch nahe dem Dorf Ganz gilt als das landesweit größte noch wachsende Kesselmoor. Im Bild: ein Birken-Moorwald samt Wollgras-Torfmoos-Rasen. Quelle: Stiftung Naturschutzfonds
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Teetz-Ganz

Viele Jahre ist es jetzt her, dass die Bundesländer sogenannte Flora-Fauna-Habitate (FFH) und Vogelschutzgebiete an die EU meldeten, damit diese aus ihnen ein Netz strickt über den gesamten Kontinent. Es ist das nun größte grenzübergreifende Naturschutzgebiet der Welt: Natura 2000. Um zu überprüfen, welche Arten von Tieren und Pflanzen in den Gebieten tatsächlich noch vorkommen und ob dessen Grenzen überhaupt noch richtig erfasst sind und um daraus wiederum Maßnahmen abzuleiten mittels einer so genannten Managementplanung, erfolgte in Brandenburg eine erste Inventur 2009 bis 2015 in 145 FFH-Gebieten. Diese geht jetzt weiter.

Angesehen werden sich dazu in den Landkreisen Prignitz und Ostprignitz-Ruppin acht solcher Gebiete. Es sind in der Prignitz die Gülitzer Kohlegruben und die Perleberger Weinberge und im Nachbarlandkreis das Postluch Ganz, der Mühlenteich Bork, das Obere Temnitztal, der Bärenbusch bei Wusterhausen und das Südufer des Ruppiner Sees rund um Wustrau sowie die Oberheide bei Wittstock.

Öffentlichkeit wird zu Exkursionen und Infoveranstaltungen eingeladen

Über die überall bevorstehende Bestandserfassung informiert derzeit die Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg. Diese koordiniert die jeweiligen Planungen in den kommenden vier Jahren. Bis 2018 meldet Brandenburg der EU dann alle Gebiete, die der FFH-Richtlinie entsprechen. Bis 2020 sollen die jeweiligen Maßnahmen feststehen. „Die Erfassungen werden voraussichtlich ab Juni starten“, teilte Katinka Münch von der Naturschutzfonds-Stiftung mit: „In den kommenden Monaten werden Exkursionen und Infoveranstaltungen angeboten.“

In vielen bewaldeten Gebieten blühen derzeit solche Leberblümchen. Quelle: Stiftung Naturschutzfonds

Dass die Öffentlichkeit einbezogen werden soll, ist ein wesentliches Merkmal von Natura 2000, wie Frank Berhorn von der Stiftung erklärt. Als so genannter Verfahrensbeauftragter setze er auf den direkten Kontakt zu den Leuten vor Ort. „Im Ortsbeirat von Teetz-Ganz beispielsweise habe ich mich schon vorgestellt wegen des dortigen Postluchs“, sagt Berhorn. Dieses Kesselmoor ist Naturschutzgebiet und gilt zugleich komplett als FFH-Zone. Auch die jeweiligen Naturschutzgebietsbetreuer der Region sollen daher noch eingebunden werden. „Manchmal umfasst ein FFH-Gebiet ein bestehendes Naturschutzgebiet, manchmal ist es auch nur ein Teil davon. Wie es vor Ort aber wirklich aussieht, eben das soll die Inventur ergeben“, erklärt ­Berhorn. Dessen Stiftung kümmert sich dabei ausschließlich um FFH-Gegenden außerhalb von Großschutzgebieten wie Naturparks, Biosphärenreservate oder Nationalparks. Diese würden im Fokus des Landesumweltamtes stehen. Trotz unterschiedlicher Zuständigkeiten werde jedoch zusammengearbeitet. Am Ende könnten auch Verbesserungen einzelner Naturschutzgebiets-Verordnungen stehen. ­Berhorn: „Vorrangig geht es aber um Erhaltungszielverordnungen, also wo es um den Erhalt des Vorhandenen geht und nicht um neue oder zusätzliche Regelungen.“

Quelle: Stiftung Naturschutzfonds

Die vielen bereits fertigen Pläne für die FFH-Zonen aller möglichen Gebiete aus der ersten Inventurphase sind auf den Internetseiten des Landesumweltamtes einzusehen. Dort werden die neuen später ebenso eingestellt. Alle dahingehend in Arbeit befindlichen Projekte der Stiftung sind auf deren Internetseite zu finden, dazu auch Steckbriefe über die FFH-Gebiete und deren Arten von der seltenen Pflanze Kriechender Scheiberich vom Ruppiner See bis zum Birken-Moorwald bei Ganz. „Das ist alles nichts Geheimes. Wir werden daher nun auch noch über die Amtsblätter der jeweiligen Kommunen darüber informieren, wann die Kartierungen genau erfolgen, so dass sich niemand wundern muss, wer da jeweils durch die Gegend läuft“, sagt Berhorn. Und: „Wir machen das ja auch für die Menschen vor Ort.“ Wer wisse schließlich besser Bescheid als die Einheimischen, wenn es um die Bedeutung schützenswerter Gegenden geht oder die Formen ihrer jeweiligen Nutzung, fragt Berhorn. Auch er werde sich deshalb noch in weiteren Kommunen sehen lassen.

Termine für Exkursionen und Infoveranstaltungen werden im Internet unter www.natura2000-brandenburg.de veröffentlicht. Dort gibt es auch einen kurzen Erklärfilm zum Thema sowie Steckbriefe zu allen Gebieten.

Von Matthias Anke

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