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Investoren in Ostprignitz-Ruppin gesucht

Angebote für Gewerbegebiete Investoren in Ostprignitz-Ruppin gesucht

15 Gewerbegebiete weist das Online-Wirtschaftsportal des Landkreises Ostprignitz-Ruppin aus. Zu haben sind Gewerbegrundstücke bis deutlich über zehn Hektar Größe für Quadratmeterpreise ab 5 Euro aufwärts. Die aktuelle Belegung ist ganz unterschiedlich. Manches Gebiet dümpelt seit Jahren vor sich hin.

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Imposanter Anblick: Das Gewerbegebiet Temnitzpark zwischen Dabergotz und Werder aus der Luft.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Rein vom Landschaftdesign her ist mit ihnen meist kein Blumentopf zu gewinnen und auch die Bebauung erhält nur selten Architekturpreise. Trotzdem haben viele Kommunen in den vergangenen zwei Jahrzehnten eine Stange Geld in Gewerbegebiete gesteckt. Ziel der Investition war natürlich die Förderung der örtlichen Wirtschaft. Die Erfolge fielen ganz unterschiedlich aus.

Schon Mitte der 90er Jahre richtete Herzberg sein Gewerbegebiet ein. Heute sind nicht einmal zwei der 11,6 Hektar belegt. Und dabei sollte das Areal ursprünglich sogar einmal doppelt so groß werden, berichtet der Lindower Amtsdirektor Danilo Lieske. Er schätzt ein: „Die Verkehrsanbindung ist sicherlich nicht schlecht.“ Aber die Konkurrenz in der Region sei groß. „Wirtschaft zieht es dahin, wo Wirtschaft ist.“ Und da hatte Herzberg von Anfang schlechtere Voraussetzungen als andere Kommunen im Landkreis. Trotzdem wolle man an dem Angebot von Gewerbeflächen festhalten: „Es geht ja in erster Linie um attraktive Arbeitsplätze – nicht um Steuereinnahmen.“

15 Gewerbegebiete weist das Online-Wirtschaftsportal des Landkreises Ostprignitz-Ruppin aus. Zu haben sind Gewerbegrundstücke bis deutlich über zehn Hektar Größe für Quadratmeterpreise ab 5 Euro aufwärts. Die aktuelle Belegung ist ganz unterschiedlich.

Mit fast 158 Hektar ist das Heiligengraber Gewerbegebiet eines der größten – und eines der am besten ausgelasteten. Rund um den Holzverarbeiter Kronotex hat sich eine ganze Reihe weiterer Firmen bis hin zum Einzelhandel niedergelassen. Das gibt der Einschätzung des Lindower Amtsdirektors Recht. Nur rund zehn Prozent der Fläche sind ungenutzt.

Nur wenige Kilometer von Heiligengrabe entfernt, in der Stadt Wittstock, sieht es schon wieder deutlich differenzierter aus. Wittstock hält mit gleich fünf kommunalen Gewerbegebieten den Rekord im Landkreis. Während an der Papenbrucher Chaussee, in der Pritzwalker Straße oder am Stadtberg nur noch einzelne freie Parzellen zu haben sind, findet sich bei Scharfenberg noch richtig viel freie Fläche. Wittstocks Vize-Bürgermeister Dieter Herm sieht darin aber keinen Grund zur Klage: Im Grunde könne die Stadt zufrieden sein. „Mehr kann man sich immer wünschen. In den vergangenen Jahren stagniert es bei den Neuansiedlungen etwas.“ Wenn Gewerbeflächen verkauft werden, dann meist an ansässige Unternehmen, die sich vergrößern wollen. „Das freut uns natürlich auch.“ Scharfenberg sei ein etwas komplizierter Fall. 2007 wurde in dem Areal ein Massengrab aus dem Dreißigjährigen Krieg entdeckt. Das historische Schlachtfeld gilt als Bodendenkmal. Das macht das Bauen dort potenziell teurer als anderswo. Gleiches gilt für die Lage am Hang. Trotzdem ist Herm optimistisch: Es gebe durchaus Unternehmen, die sich für den Standort interessieren. All diese Dinge, beispielsweise die Verkehrsanbindung oder den Preis, hält der Mann aus dem Rathaus für durchaus bedeutsam. „Aber der Service vor Ort ist auch ganz wichtig. Wir kümmern uns ganz intensiv um die Leute.“ Lokale Ansprechpartner mit Ortskenntnis sind nach Auffassung von Dieter Herm unverzichtbar. Die von einigen Kommunen praktizierte Vermarktung über einen zentralen Dienstleister ist für ihn nur die zweitbeste Lösung.

Für diese Form der Vermarktung steht im Landkreis unter anderem das kommunale Unternehmen Inkom in Neuruppin. Und Inkom-Vertreter Peter Wagner findet, dass sich die Ergebnisse durchaus sehen lassen können: „So viele freie Flächen haben wir gar nicht mehr.“ Das Gewerbegebiet Treskow sei zu 85 Prozent ausgelastet. Aktuell gebe es Gespräche mit weiteren Interessenten. Und rund um die einstigen Elektrophysikalischen Werke gleich nebenan sei praktisch alles belegt. Dass es dabei so etwas wie einen Wettbewerb gibt, sei ihm durchaus bewusst, so Wagner: „Jeder möchte Gewerbefläche verkaufen. Da sind bundesweit viele Kommunen in der gleichen Situation.“ Regional habe so eine Konkurrenz aber wenig Sinn.„Wichtig sind für uns Ansiedlung, Erhalt und Erweiterung von Arbeitsplätzen in der ganzen Region“, betont Peter Wagner. „Es ist eigentlich völlig egal, wo genau sich eine Firma ansiedelt. Die Arbeitskräfte kommen ja aus dem ganzen Umkreis.“

Wohl nicht jede Kommune würde das so unterschreiben wollen: Gewerbeansiedlungen schlagen als Standortfaktor nun einmal auch auf andere Bereiche durch – bis hin zu Wohnungsmarkt, Kultur und Bildung.

Der Kyritzer Wirtschaftsförderin Marlies Ferner beispielsweise käme es nie in den Sinn, das kommunale Gewerbegebiet am Leddiner Weg links liegen zu lassen, nur weil dort seit Jahren viele Flächen ungenutzt sind. „Die Ausgangssituation für Kyritz war schwierig“, schätzt sie ein. „Das Gewerbegebiet wurde ja erst eingerichtet, als der große Ansiedlungsboom schon abgeebbt war.“ Trotzdem habe die Stadt in den vergangenen Jahren sogar noch Flurstücke in dem Areal angekauft, um größere zusammenhängende Flächen anbieten zu können. „Dadurch hoffen wir, eventuelle Anfragen von Investoren besser bedienen zu können.“ Ansonsten hat Kyritz wie auch andere Kommunen in jüngerer Zeit Gewerbeflächen für Photovoltaikanlagen freigegeben. Mit größeren Neuansiedlungen von Arbeitgebern rechnet man momentan offenbar kaum. „Die Bestandssicherung und Erweiterung der vorhandenen Unternehmen spielen für uns eine wichtige Rolle“, sagt Marlies Ferner. „Da entstehen ja auch Arbeitsplätze.“ Ansonsten bemühe man sich gemeinsam mit der Regionalentwicklungsgesellschaft Nordwestbrandenburg in Neuruppin um mehr überregionale Vermarktungsaktivitäten. Im nächsten Jahr wolle man zum Beispiel gemeinsam bei einer großen Immobilienmesse in München werben.

Das dürfte nicht allein Kyritz dringend nötig haben. Mit dem Temnitzpark bei Werder meldet sich gerade ein durchaus potenter Anbieter von Gewerbeflächen direkt an der Autobahn zurück. Das Gewerbegebiet hatte jahrelang mit den Folgen seiner Insolvenz zu kämpfen, die nun aber überwunden scheint.

Von Alexander Beckmann

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