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Islam-SMS-Welle erreicht Kyritz

Berliner Islamist belästigt Prignitzer Islam-SMS-Welle erreicht Kyritz

Per SMS aufs Handy sind in den vergangenen Wochen unzählige Menschen im Landkreis Ostprignitz-Ruppin aufgefordert worden, zum Islam zu konvertieren. Absender ist ein Berliner Islamist, der laut Polizei systematisch vorgeht. Nun hat die Nachrichtenwelle auch die Prignitz erreicht.

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Die SMS-Nachrichten wurden systematisch an Handynummern verschickt.

Quelle: Sandra Bels

Kyritz. „Was hast du für die Begegnung mit deinem Schöpfer vorbereitet?“ Der Anfang dieser SMS-Nachricht auf dem Handy hat in den vergangenen Wochen im Landkreis Ostprignitz-Ruppin offenbar viele Menschen stutzen lassen. Bei der Polizeidirektion Nord in Neuruppin gingen laut Sprecher Toralf Reinhardt etliche Meldungen deshalb ein. Und es ist noch nicht vorbei.

Erst am Sonntagabend kamen auf Handys in Kyritz solche Nachrichten an. Sie waren zuvor auch schon beim Sportverein „Blauer Anker“ Thema, wie die MAZ erfuhr. Meldungen gibt es auch aus dem Bereich Perleberg, wo die Nachrichten am späten Montagabend eintrafen und bei so manchem Empfänger für eine unruhige Nacht sorgten. Die meisten Empfänger waren so perplex, dass sie die Nachricht umgehend gelöscht haben.

Offenbar versucht ein psychisch kranker Berliner Islamist seine Adressaten dazu zu bewegen, zum Islam zu konvertieren. Und das mit drastischen Worten: „Das ist keine Gesellschaft, wie sie unser Herr haben möchte. Wenn du es versäumst, zum Islam zu konvertieren, droht dir im Jenseits das Höllenfeuer – nichts und niemand darf neben Allah angebetet werden!“ Die SMS endet mit dem Hinweis auf eine Internetseite, auf der man sich über den islamischen Staat informieren kann.

Seit Anfang Januar kursieren derartige Nachrichten. Seitdem prüfen Staatsschutz und Landeskriminalamt in Berlin, ob die Internetseite strafrechtlich relevant ist. Die MAZ berichtete Anfang Januar in einer kurzen Meldung im Kyritzer Tageblatt und online über die Vorfälle. Darin hieß es, dass hinter der Seite ein polizeibekannter Berliner steht, der sich selbst als „Missionar“ sieht. Für das Versenden der SMS hat er sich laut Reinhardt jedoch nicht strafbar gemacht. „Allein das Versenden sei keine Straftat, sondern eher wie ungewollte Werbung zu sehen“, so der Polizeisprecher.

Polizeisprecher: Ostprignitz-Ruppin ist besonders betroffen

Mit der Nachricht hat der Absender mehrfach Menschen in Brandenburg verschreckt. „Ostprignitz-Ruppin ist besonders stark betroffen“, sagt Toralf Reinhardt. Die Nachrichten seien in Wellen verschickt worden mit Beginn in Rheinsberg. Laut Polizeisprecher haben sie dann Wittstock und Kyritz erreicht. Und nun ist die Prignitz betroffen.

Die Polizei sieht den Fall als Problem und nimmt dahingehende Meldungen zur Kenntnis. Anzeigen könne man einen solchen Vorfall aber nicht, wie Reinhardt sagt. Es werde der Eindruck erweckt, dass der Absender systematisch die Telefonbücher durchgeht und alle Handynummern anschreibt, die er findet. Das würde auch die wellenartige Ausbreitung erklären.

Bekannt ist, dass der Absender vor gut einem Jahr systematisch Abgeordnete mit SMS und Mails bombardiert hatte. Dazu gehörte auch die SPD-Generalsekretärin Klara Geywitz, die sich nur noch dunkel an die „kruden Nachrichten“ erinnert. Von der neuen SMS-Welle sei sie nicht betroffen, sagte sie. Das Innenministerium warnte vor einem Jahr Abgeordnete und Minister vor den „islamistisch-ex-tremistischen Nachrichten mit missionierendem Charakter“. Das erklärte Ziel des Islamisten: Der Vatikanstaat soll aufgelöst werden und Rom in eine „islamische Theokratie“ umgewandelt werden – „ausschließlich mit friedlichen Mitteln“, wie es heißt.

Von Sandra Bels

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