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Ostprignitz-Ruppin Islam: Von Vorurteilen und Zusammenleben
Lokales Ostprignitz-Ruppin Islam: Von Vorurteilen und Zusammenleben
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09:50 22.02.2016
Andreas Goetze räumte beim Vortrag mit Vorurteilen gegenüber Muslimen auf. Quelle: Christamaria Ruch
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Wittstock

Das Thema „Der Islam, die Muslime und wir“ stand am Freitagabend im Haus der Begegnung in Wittstock auf dem Programm. Die Regionalakademie der Evangelischen Erwachsenenbildung im Kirchenkreis Wittstock-Ruppin holte sich für den Vortrag einen Experten; Andreas Goetze ist Landespfarrer für den interreligiösen Dialog. 30 Besucher folgten der Einladung.

Für Andreas Goetze steht im Vordergrund, sich differenziert mit der Vielfalt anderer Menschen und Kulturkreise auseinanderzusetzen. Der Islam bedeutet zunächst etwas Fremdes und wird mit Vorurteilen wahrgenommen. „Entscheidend ist die Begegnung, denn ein regelmäßiger und persönlicher Kontakt korrigiert das eigene und oftmals negativ besetzte Bild vom Islam“, sagte er. Goetze bezog sich auf eine Studie der Bertelsmannstiftung von 2015. Diese ging den Fragen nach, wie die Lebenswelten der deutschen Muslime aussehen und wie der Islam in Deutschland wahrgenommen wird. Die Studie zielte darauf ab, wie Gastarbeiter der dritten Generation in Deutschland wahrgenommen werden.

25 Prozent der muslimischen Frauen in Deutschland tragen Kopftuch

Die wachsenden Flüchtlingszahlen seit Sommer des letzten Jahres ließ sie unberücksichtigt. Gut die Hälfte der Deutschen sieht demnach im Islam eine Bedrohung, wobei junge Menschen offener in der Begegnung sind als ältere. Die Gefahr vom Islam wird unabhängig vom Bildungsstand der Befragten wahrgenommen. Das Lebensumfeld prägt die Haltung gegenüber dem Islam. „Der Islam verändert sich an dem Ort, wo er gelebt wird“, sagte Goetze. Nur 25 Prozent der muslimischen Frauen in Deutschland trage ein Kopftuch. Andreas Goetze bekräftigte: „Der Islam ist Teil von Deutschland.“ Wenn allerdings Zuwanderer nach 20 Jahren in Deutschland nach wie vor nur geduldet werden, ist das seiner Meinung nach misslungene Inte­gration: „Wir befinden uns am Scheidepunkt, denn Geld, menschenwürdige Rahmenbedingungen und Strukturen sind für die Integration notwendig.“

„Viele Menschen bewegt der Religionshintergrund von Muslimen“, sagte Matthias Puppe, Superintendent des Kirchenkreises, am Rande der Veranstaltung. Wenn Menschen aus anderen Kulturkreisen in die Region ziehen, stehen auch die Kirchengemeinden vor der Frage: „Was bedeutet das konkret für uns, wenn diese Menschen auf Zeit oder dauerhaft hier leben werden?“ Puppe nannte die Bestattungskultur. „Wir setzen uns beispielsweise damit auseinander, wie Muslime auch auf unseren evangelischen Friedhöfen beigesetzt werden.“

Von Christamaria Ruch

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