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Ostprignitz-Ruppin Islandpferde im Luch
Lokales Ostprignitz-Ruppin Islandpferde im Luch
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00:18 22.06.2017
Auf dem Islandpferdehof in Fredenhorst erfahren die Besucher, was es mit dem Tölten auf sich hat. Ricarda Malies und ihre Schülerinnen führen verschiedene Gangarten vor. Quelle: Cornelia Felsch
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Fredenhorst

Gleichmäßig drehen die Pferde auf der ovalen Bahn ihre Runden. Mal im Schritt, im Galopp oder auch im Tölt. Diese Spezialgangart beherrscht nicht jedes Pferd. Die Islandpferde von Ricarda Malies haben eine natürliche Veranlagung zum Tölten. „Das ist eine Viertaktgangart“, erklärt die Reiterin, „bei der immer ein Bein des Pferdes auf dem Boden bleibt.“ Es gibt also keine Schwebephase, der Bodenkontakt bleibt immer erhalten.

Die kleinen, muskulösen Pferde halten ihren Kopf aufrecht, laufen mal im Schritt- und dann wieder im Galopptempo. Ricarda sitzt ruhig im Sattel, ohne hin und her gerüttelt zu werden. Da die Erschütterungen minimal sind, ist diese Gangart für alle Altersklassen geeignet. Auf dem Islandpferdehof in Fredenhorst (Ostprignitz-Ruppin) erlernen Pferdeliebhaber vom Kindes- bis zum Rentenalter das Reiten. 20 Islandpferde leben derzeit auf dem Hof, darunter sind neun Pensionspferde. Den Pferden stehen etwa fünf Hektar Wiesenland und ein kleiner Streifen Wald zur Verfügung. Im Sommer spendet der Wald Schatten und bietet den Pferden Abwechslung und Laufwege.

Ricarda Malies. Quelle: Cornelia Felsch

Ricarda Malies schwärmt von ihren Islandpferden: „Sie sind charakterlich einwandfrei, haben keine Unarten und sind leistungsbereit und willig. Auf einem Islandpferd zu reiten, ist schöner als zu fliegen.“ Bereits im Alter von zwölf Jahren bekam sie ihr erstes eigenes Islandpferd. Sieben Jahre zuvor hatte sie bereits reiten gelernt. Zwischen 2007 und 2010 war sie erfolgreiches Mitglied des Jugendkaders der Islandpferdereiter Berlin-Brandenburg. Sie hat zahlreiche Landes- und Ostdeutsche Meistertitel in Tölt-, Vier- und Fünfgangprüfungen sowie in den schweren Dressurprüfungen erritten. Besonders stolz ist sie auf den Gewinn der Springprüfung bei ihrer letzten Deutschen Jugend-Islandpferdemeisterschaft 2010.

In Island wurden die Pferde ursprünglich als Reit- und Lasttiere benötigt, als es noch kein Straßennetz gab. „Im gemütlichen Mitteltempo töltete man mit seinem Pferd los, um den Nachbarn oder das Wirtshaus zu besuchen“, sagt die 28-jährige Pferdeliebhaberin, die seit einem Jahr gemeinsam mit ihrem Mann, Björn Malies, den Islandpferdehof in Fredenhorst betreibt. „Nun sind wir dabei noch ein wenig zu wachsen“, aber wir wollen kein riesen Gestüt werden“, sagt Ricarda Malies.

Tölten: ein Pferdebein bleibt bei dieser Art zu Reiten immer am Boden. Quelle: Cornelia Felsch

Seit 1909 gilt auf Island ein Pferdeimportverbot. „Als Islandpferde anerkannt werden nur rein gezogene Tiere, deren Abstammung lückenlos bis nach Island zurückverfolgt werden kann“, erklärt die Trainerin. „Pferde, die einmal die Insel verlassen haben, dürfen nicht wieder nach Island eingeführt werden.“ 1967 wurde in Deutschland der Bundesverband des Islandpferde-Reiter-und Zuchtverbands (IPZV) gegründet, in dem auch Ricarda Malies Mitglied ist. Um Pferdenachwuchs zu bekommen, bringt sie ihre Stuten zu einem Hengst, den sie sich in Bayern auserkoren hat. „Islandpferde werden nicht künstlich befruchtet“, sagt sie. „Die Stuten werden im Natursprung gedeckt.“ Nach sechs Wochen holt sie ihre Stuten in die Heimat zurück und hofft auf gesunden Nachwuchs. Die Tragzeit der Tiere beträgt elf Monate. In Island werden Islandfohlen in der Mutterstutenherde ohne menschliche Unterstützung geboren und bleiben dann bis Anfang Dezember in ihrer Herde.

Nach dem Abitur absolvierte Ricarda Malies die Ausbildung zur Tiermedizinischen Fachangestellten und zur Pferdedentalpraktikerin. Nachdem sie drei Jahre lang den Jugendkader Berlin-Brandenburg als Trainerin betreute, gibt sie nun auf dem eigenen Hof in Fredenhorst Reitunterricht, bietet Lehrgänge sowie Pferdeausbildung an. Besonders an den Wochenenden gehören viele Berliner zu ihren Schülern.

Pro Tag gibt es zwei Reiteinheiten, Ausritte und Pferdefußball

Beliebt sind auch die Reitferien für Kinder. Darauf freut sich besonders Björn Malies, der mit den Ferienkindern kochen, spielen und reiten wird. Während seiner Ausbildung zum Pferdedentalpraktiker entdeckte er seine Liebe zu Pferden. Er reitet gern durch das Gelände. „Allerdings bin ich nur Freizeitreiter, der Spaß steht im Vordergrund“, sagt er. „Seit wir den Hof haben, komme ich allerdings kaum noch zum Reiten.“ Ausreichend Gelegenheit zum Traben auf dem Pferderücken werden auf alle Fälle die Ferienkinder haben. Pro Tag gibt es zwei Reiteinheiten, Ausritte und Pferdefußball stehen dann auf dem Programm. Allerdings lernen die Schüler auch, dass das Stall ausmisten und die Pferdepflege ebenso zum Reitvergnügen gehören.

Islandpferde – robust und wetterfest

Islandpferde sind robust und wetterunempfindlich. Sie entwickeln ein dichtes Winterfell und können in Island draußen überwintern.

Erst mit etwa sieben Jahren sind die Pferde ausgewachsen. Zwischen dem vierten und dem fünften Lebensjahr werden sie angeritten.

Islandpferde werden recht alt. 30 bis 35 Jahre sind keine Seltenheit.

Weltweit gibt es 300 000 Islandpferde. Im Mutterland Island leben derzeit etwa 78 000 Tiere. Deutschland ist nach Island das größte Zuchtgebiet für Isländer mit rund 65 000 Pferden.

Das Islandpferd ist die einzige Rasse, für welche eigens eine Weltmeisterschaft ausgerichtet wird.

Der Islandpferdehof in Fredenhorst bietet im Sommer Reitferien an. Noch nicht ausgebucht sind die Ferien-Kurse vom 20. bis 26. Juli und vom 13. bis 19. August. Im Herbst finden die Reitferien vom 22. bis 28. Oktober sowie vom 29. Oktober bis zum 4. November statt. Ricarda und Björn Malies sind unter der Telefonnummer 033922/90 64 26 zu erreichen.

Von Cornelia Felsch

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