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Italienflair in der Kulturscheune Banzendorf

Kunterbunte Ausstellung mit Fotos, Malerei, Textilbildern Italienflair in der Kulturscheune Banzendorf

Jahrelang war die Banzendorfer Kulturscheune Musentempel mit Konzerten und Ausstellungen. Nach dem Rückzug der Köpckes zog Linde Beyhl ins lauschige Anwesen. Bereits in Umbrien, wo sie lange lebte, betrieb sie eine kleine Galerie. Nun hat sie einige „ihrer“ Künstler nach Deutschland geholt und stellt deren Werke in Banzendorf aus.

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Linde Beyhl und Michele Sciam.

Quelle: Regine Buddeke

Banzendorf. Italienflair in Banzendorf. War die Kulturscheune zu Niels Köpckes Zeiten schon Musentempel und Konzertsaal, so ist sie es auch jetzt wieder – zumindest für die Dauer der Ausstellung „Malerfreunde aus Italien“. Linde Beyhl, die das Anwesen samt Kulturscheune von den Köpckes erwarb, weiß um den guten Ruf der Lokation. Die Architektin hat zuvor sieben Jahre in Umbrien gelebt und dort eine Galerie betrieben. „La piu piccola galleria privata del mondo“ – die kleinste Galerie der Welt – so heißt sie; der Kontakt zu den italienischen Künstlern, die dort ausgestellt haben, ist auch nach Linde Beyhls Rückkehr nach Deutschland nie abgerissen. Einige davon hat Linde Beyhl um Werke für eine Ausstellung in der Kulturscheune gebeten, die sie am Tag der offenen Ateliers öffnen will. Auf die Idee brachte sie Alexandra Weidmann, eine Malerin, die ebenfalls in Banzendorf lebt. „Sie sprach mich an, ob wir eine gemeinsame Aktion machen wollen – aber sie hat ja ihr eigenes Atelier“, so Linde Beyhl. Aber die Idee gefiel ihr dennoch: „Das bietet sich ja an, hier etwas zu machen. Wo es doch schon immer eine Kulturscheune war.“

Textile Landschaft von Eberhard Kulenkampff

Textile Landschaft von Eberhard Kulenkampff.

Quelle: Buddeke

Fünf Künstler verschiedenster Couleur haben zugesagt – Linde Beyhl ist im April eigens nach Montecastello di Vibio gefahren, um die Arbeiten abzuholen. Fünf Künstler – fünf Handschriften. Alles Freunde und Künstler, die sie – gemeinsam mit Rena Engel, einer Freundin – schon ausgestellt hat. „Ich habe ein großes Interesse an moderner Kunst – das treibt mich an“, sagt die 72-Jährige und schwärmt von den Arbeiten der Ausgestellten. Naturalistische Landschaftsmalereien sind dabei, ein anderer malt abstrakt-flächig. Moderne Collagen und textile Stickbilder. „Das einzige, was alle verbindet, ist, dass sie Italiener oder Wahlitaliener sind“, sagt Linde Beyhl. Allesamt seien sie in ihrem Land keine Unbekannten. Linde Beyhl achtet immer sehr darauf, dass die Künstler die sie ausstellt, gut zueinander passen – einen spannenden Kontrast bilden.

Papiercollage von Michele Sciam

Papiercollage von Michele Sciam.

Quelle: Buddeke

Nach demselben Prinzip wurde auch die Musik der Vernissage gewählt. „Moderne Musik, moderne Kunst. So dass sich beide treffen. Am Sonntag spielte das Harfenduo „Cantarpile“ – Camilla und Carola Pinder – italienische Musik: Das Konzert ist dem im Januar verstorbenen Gründer der Kulturscheune, Niels Köpcke gewidmet.

Einer der Künstler ist zur Vernissage gekommen: Michele Sciam. Der Maler und Fotograf, der mal in Rom, mal in Berlin lebt, hat abstrakte Bilder ausgestellt. Und Fotos, die wie abstrakte Bilder aussehen. Beim genaueren Hinsehen, erkennt man, dass es Asphalt ist, nackt und mit Farbmarkierungen: eine Mülltonne, gestrichenes Holz. Kleine Details nur, die er herausfiltert und die ihre Struktur und Farbigkeit zum Besten geben: der Zauber des Alltags- der plötzlich Bedeutung gewinnt. Mit Photoshop hat er nichts am Hut. Seine Fotos zeigen die Realität als Momentaufnahme. Anders bei seinen Bildern – da bearbeitet er monate-, manchmal jahrelang jedes noch so kleine Detail. „Alles ist geplant, auch wenn es zufällig aussieht“, sagt er.

Ein Ort zum Verwellen

Ein Ort zum Verwellen: die Kulturscheune Banzendorf.

Quelle: Buddeke

Die neunjährige Ida, eine Enkelin von Linde Beyhl, steht vor ihrem Lieblingsbild – einer mediterranen Landschaft von Natalie Thomkins. Aber auch die aus Fäden gestickten Landschaften von Eberhard Kulenkampff sind spannende Objekte. Und bilden in ihrer zart gesponnenen Art einen wunderbaren Kontrast zum rohen Feldstein-Mauerwerk und den alten Holzbalken der urigen Scheunen-Galerie. Ein Ort zum Wohlfühlen – mit Kultur. Dafür sorgt Linde Beyhl schon.

Von Regine Buddeke

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