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Italienisches Flair unter grauen Wolken

Neuruppin Italienisches Flair unter grauen Wolken

Bereits zum 5. Mal feierten Neuruppiner und Italiener aus der Toscana ihr Certaldofest in der Fontanestadt. In diesem Jahr konnten die gut gelaunten Besucher allerdings nicht unter freiem Himmel das italienische Flair genießen. Der Stimmung tat das allerdings keinen Abbruch. Italienische Speisen, Musik , Tanz und ein Puppenspieler sorgten für gute Stimmung.

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Piero Ciampalini (r.) schwenkt im Foyer des Alten Gymnasiums seine Pasta; Marionettenspieler Italo Pecoretti bei seinem Auftritt.

Quelle: Cornelia Felsch

Neuruppin. „Es gibt Tage, die sind bei mir rot im Kalender eingezeichnet“, sagt Cornelia Böhme. Das sind für die Neuruppinerin die Tage, wenn die Italiener aus der Partnerstadt Certaldo kommen und sie als Dolmetscherin unterwegs ist. „Man sieht sich nur alle zwei Jahre, aber es ist, als wenn es gestern war. Wenn die Italiener in Neuruppin sind, ist unsere Stadt noch viel schöner.“

Die Fontanestadt feierte am Wochenende zusammen mit ihren italienischen Partnern das fünfte Certaldo-Fest. Die Neuruppiner freuten sich auf italienisches Flair auf dem Schulplatz, doch daraus wurde leider nichts. Der Himmel über der Stadt war grau und wer sich die Sonne über der Toscana vorstellen wollte, brauchte viel Fantasie. „Ich find es aber super, dass so schnell umorganisiert wurde“, sagt Cornelia Böhme.

Antipasti und italienische Filmszenen

„Heute Morgen haben wir uns entschlossen, das Fest in das Alte Gymnasium zu verlegen“, sagt der stellvertretende Bürgermeister Arne Krohn, der nun dennoch genüsslich seine Tomatensuppe mit Basilikum löffelt. Während im Saal der Film „Maria, ihm schmeckt’s nicht“ über die Leinwand flimmert, bereitet Piero Ciampalini mit mediterraner Muße im Foyer die Speisen für den Abend zu: Antipasti, Pasta al ragu di Cinghiale, Pappa al Pomodoro e Basilico und Zuppa di cipolla di Certaldo Dop, eine Certaldoer Zwiebelsuppe aus zertifizierten Zwiebeln, die einen besonders erlesenen, milden Geschmack haben. Catarina de Medici brachte die Suppe einst als Königin nach Frankreich.

In dem historischen Gebäude aus dem Jahr 1790 hat die Delegation aus 15 Italienern die Gastgeberschaft übernommen. Das laute Familien-Chaos in der deutsch-italienischen Komödie mit Christian Ulmen wird bestimmt vom südeuropäischen Temperament, während an den Tischen die Stimmung eher von deutscher Zurückhaltung geprägt ist. Mit dem Weinglas in der Hand sitzen die Neuruppiner plaudernd auf den Bänken. Englische, italienische und deutsche Sprachbrocken werden von italienischer Musik begleitet. Mit den Gästen aus Certaldo – einer Gemeinde mit rund 16 000 Einwohnern im Südwesten von Florenz – sind am Wochenende auch der Marionettenspieler Italo Pecoretti und das Berliner Trio „...e la luna?“ angereist, eine Band um die florentinische Sängerin Eva Spagna, die mit ihren wunderschönen Liedern und Arrangements längst kein Geheimtipp mehr ist und die dunklen Regenwolken am Himmel über Neuruppin schnell vergessen lässt.

Kontakte wieder belebt

Die Städtepartnerschaft zwischen Neuruppin und Certaldo gab es bereits im Jahr 1968. „Damals kam eine italienische Delegation in unsere Schule und verteilte Geschenke“ erinnert sich Vizebürgermeister Arne Krohn.

Gegenbesuche fanden allerdings nicht statt, und so schliefen die Kontakte ein. „Nach der Wende haben wir die Verbindung dann wieder neu belebt und sind nach Certaldo gefahren“, erzählt Krohn. Am 14. Oktober 1994 wurde dann die Erklärung über die offizielle Städtepartnerschaft zwischen Neuruppin und Certaldo unterzeichnet. Seitdem pflegt nicht nur die Neuruppiner Kochakademie, die regelmäßig gen Süden reist, gute Beziehungen zu den Italienern, sondern auch das Deutsche Rote Kreuz. „Auch der Schüleraustausch läuft mittlerweile gut“, sagt Arne Krohn. „Wir wollen versuchen, die Beziehungen noch auf breitere Füße zu stellen, damit mehr persönliche Kontakte unter den Einwohnern der beiden Städte geknüpft werden.“

Im kommenden Jahr existiert die Beziehung 50 Jahre, das muss natürlich gefeiert werden. „Dafür müssen wir uns noch einen Knaller überlegen“, sagt der stellvertretende Bürgermeister.

Von Cornelia Felsch

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