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JVA Wulkow: Häftling tot in der Zelle

Trotz Bewachung nichts bemerkt JVA Wulkow: Häftling tot in der Zelle

In der JVA Wulkow hat sich erneut ein Häftling in seiner Zelle erhängt. Der 47-Jährige soll im Januar mit zwei Komplizen ein Caravan-Center bei Oranienburg überfallen haben. Ihm drohte deshalb eine mehrjährige Haftstrafe. Die Leiche des Mannes soll obduziert werden. Vor gut einem Jahr hatte sich ein 33-Jähriger in der JVA Wulkow das Leben genommen.

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In der JVA in Wulkow haben sich seit 2001 acht Gefangene das Leben genommen.

Quelle: Peter Geisler

Wulkow. Ein 47-jähriger Untersuchungshäftling hat sich in der Nacht zum Montag in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Wulkow das Leben genommen. Der Mann, der nach MAZ-Informationen aus Tschechien stammt, befand sich seit 11. Februar im Gefängnis. Er soll Anfang Januar mit zwei Komplizen ein Caravan-Center in Oranienburg überfallen haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die drei Männer wegen des Verdachts des schweren Raubes sowie der gefährlichen Körperverletzung.

Keine Anzeichen für eine Fremdeinwirkung

„Wir haben keine Anzeichen für eine Fremdeinwirkung“, sagte Oberstaatsanwalt Andreas Pelzer von der Staatsanwaltschaft Neuruppin am Montag. Um jeglichen Zweifel ausschließen zu können, soll die Leiche des Mannes obduziert werden.

Wulkows JVA-Chef Oliver Allolio sprach von einem „schlimmen“ Vorgang. „Es gab keine Signale, dass sich der Mann was antun will.“ Vielmehr sei der 47-Jährige „hafterfahren“ gewesen und habe sich „völlig unauffällig verhalten“. Demnach hat es regelmäßige Gespräche mit einem Dolmetscher gegeben. Zudem sitzen in Wulkow weitere Häftlinge, die aus Tschechien stammen.

Eine Art Abschiedsbrief gefunden

Laut Allolio wurde im Gefängnis ein System aufgebaut, um geplante Suizide erkennen und abwenden zu können. „Das setzt jedoch Signale voraus.“ Diese hat es bei dem 47-Jährigen offenbar nicht gegeben. Dem Mann scheint das bevorstehende Verfahren zugesetzt zu haben. Justizbeamte fanden am Montag neben der Leiche eine Art Abschiedsbrief. „Darin wird nur Bezug auf das Strafverfahren genommen“, sagte JVA-Chef Allolio. Demnach hatten die Beamten keine Möglichkeit, die Absicht des Mannes „erspüren“ zu können. Bei schwerem Raub droht eine Freiheitsstrafe von mindestens drei Jahren, gefährliche Körperverletzung wird mit einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zehn Jahren bestraft.

Zellentrakt nach Brand saniert

Vor gut einem Jahr hatte sich schon einmal ein Häftling in Wulkow in seiner Zelle erhängt: Der 33-Jährige, der wegen Betruges verurteilt worden war und die Geldstrafe nicht bezahlen konnte, nahm damals eine Mullbinde. Mit dieser war zuvor eine Beinverletzung bei ihm behandelt worden (die MAZ berichtete). Seit die JVA Wulkow 2001 in Betrieb ging, haben sich acht Gefangene das Leben genommen.

Am Freitag konnten indes gut 30 Gefangene wieder in ihre eigentlichen Zellen in Wulkow zurückkehren. Sie hatten diese Ende Februar verlassen müssen und waren seitdem in einem anderen Gebäude untergebracht, weil ein 30-jähriger Häftling Feuer gelegt hatte. Bei dem Brand waren ein Gefangener und ein Wärter leicht verletzt worden. Zudem mussten insgesamt 70 Häftlinge evakuiert werden.

Von Andreas Vogel

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