Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Ostprignitz-Ruppin Jabel: Milchpreisverfall mit Minister diskutiert
Lokales Ostprignitz-Ruppin Jabel: Milchpreisverfall mit Minister diskutiert
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:17 05.06.2016
Besorgte Gesichter in Jabel: Minister Jörg Vogelsänger (Mitte) im Gespräch mit LPDG-Chef Burkhard Schultz (vorn, l.). Quelle: (2): Björn Wagener
Anzeige
Jabel

Die Not der Bauern ist groß. Es geht ums Überleben. „Es wird sich in diesem Jahr entscheiden, ob euer Milchviehbetrieb bleibt oder eben nicht. Ich wünsche mir, dass der Betrieb bleibt, aber dafür müssen alle mitspielen. Auch der Handel hat eine soziale Verantwortung.“ Das sagte Landwirtschaftsminister Jörg Vögelsänger am Donnerstag auf dem Gelände der Milchviehanlage in Jabel. Dorthin hatten die SPD-Landtagsabgeordneten Holger Rupprecht und Ina Muhß Landwirte aus der Region eingeladen, um darüber zu diskutieren, wie es in der Milchproduktion weitergehen soll. Der Milchpreis, den die Molkereien den Bauern zahlen, reicht längst nicht aus, um produzieren zu können.

Die größte Krise seit 50 Jahren

Laut dem Vorstandsvorsitzenden der Landwirtschaftlichen Produktions- und Dienstleistungsgenossenschaft (LPDG) Biesen, Burkhard Schultz, liege der Basispreis bei 18 Cent, mit Zuschlägen bei 19 bis 20 Cent. Grund für den Preisverfall ist die gesunkene Nachfrage, weil große Milchmengen auf dem Markt vorhanden sind. Um kostendeckend arbeiten zu können, wären mindestens 35 Cent nötig. Das heißt, die Milchviehanlage in Jabel wirtschafte ins Minus. Dass es sie dennoch gibt, liege nur daran, dass sie als Betriebsstätte der LPDG Biesen quersubventioniert wird. Andere Geschäftsfelder wie die Pflanzenproduktion müssen die Verluste der Milchproduktion ausgleichen. Aber auch das werde immer schwieriger, weil auch dort die Erlöse zurückgingen. Schultz sprach von der „größten Krise seit 50 Jahren.“

Viele Landwirte beim Treffen dabei

Um den Minister auf die dramatische Situation hinzuweisen, waren eine Reihe von Branchenvertretern nach Jabel gekommen – neben den genannten Landtagsabgeordneten unter anderem die Vorsitzenden der Kreisbauernverbände Ostprignitz-Ruppin und Prignitz, Michael Brinschwitz und Christina Stettin, der Kreistagsabgeordnete Sven Deter (CDU), Katja Liebenthal, die Geschäftsführerin der Wittstocker Bauernhof GmbH, Brita Kollhoff, die Vorstandsvorsitzende der Agargenossenschaft Blesendorf-Zaatzke, Erhard Söffing, Vorsitzender der Agrargenossenschaft Freyenstein und Umgebung sowie Henning Hartmann, Vorsitzender der
Agrargenossenschaft Sieversdorf. Ebenfalls mit dabei: Holger Kippenhahn, Bürgermeister der Gemeinde Heiligengrabe.

Keine Patentlösung parat

Patentlösungen hatte auch Vogelsänger nicht im Ärmel. Er nannte den Milchpreis „unangemessen“ und sprach davon, dass Druck auf den Handel ausgeübt werden müsse. Niedrigstverkaufspreise seien nicht nötig, weil die Verbraucher auch Milch kaufen würden, wenn sie dafür etwas mehr bezahlen müssten. Die Selbstvermarktung – also ein Milchverkauf direkt auf dem Gelände – wäre laut Michael Brinschwitz nur ein „Tropfen auf den heißen Stein“.

Ina Muhß ist bewusst, dass die Stellschrauben in Sachen Milchpreis auf Landesebene begrenzt sind. Dennoch müsse alles daran gesetzt werden, in Sachen Ausgleichszahlungen oder Bauordnung Einfluss zu nehmen.

Von Björn Wagener

Ostprignitz-Ruppin Feuerwehreinsatz und unterbrochene Bauarbeiten - Land unter nach Starkregen in Kyritz

Land unter in Kyritz (Ostprignitz-Ruppin): Am Donnerstagmorgen fiel in kürzester Zeit soviel Regen, dass eine Straßen-Baugrube komplett voll Wasser lief. Die Bauarbeiten müssen für mindestens einen Tag unterbrochen werden. Auch Archäologen haben darunter zu leiden.

02.06.2016

Ob Katze, Ziegenbock, Schwein oder Henne – elf Zempower schlüpfen in ihrer Freizeit regelmäßig in tierische Rollen. Sie proben bereits seit Januar das Kinderstück „Das Katzenhaus“, welches sie dann zur Familienweihnachtsfeier in Zempow aufführen wollen. Für die Dorfbewohner ist das eine weitere Gelegenheit, noch enger zusammenzurücken.

05.06.2016

Schüler eines Berliner Oberstufenzentrums sorgten im Rahmen ihrer Projektwoche für ebene Pflasterwege auf dem Gelände der Hoffnungstaler-Wohnstätte Dreibrück. Natürlich stand bei dem Ganzen nicht nur die Arbeit im Vordergrund: Am Abend wurde gemeinsam mit den Bewohnern der Wohnstätte gegrillt, Fußball gespielt und gequatscht.

03.06.2016
Anzeige