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Ostprignitz-Ruppin Jagdhornbläser in Netzeband
Lokales Ostprignitz-Ruppin Jagdhornbläser in Netzeband
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00:17 02.06.2016
Das Jagdhorn ist wieder in – viele stressgeplagte Jäger greifen wieder häufiger zum Horn. Quelle: Kerstin Haehnel
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Netzeband

Am kommenden Sonnabend, 4. Juni, geht es in Netzeband zünftig zu. Ab 10 Uhr werden Jagdbläser ihre Hörner erklingen lassen. Der Jagdverband Ostprignitz-Ruppin veranstaltet im Gutspark von Netzeband einen „Tag des Jagdhorns“. Fünf Bläsergruppen haben sich dazu angemeldet.

„Neben den bekannten Jagdsignalen werden auch Signale erklingen, die auf Beizjagden und bei Jagdhundeprüfungen geblasen werden“, sagt die Organisatorin und Jägerin Marlies Pieper. Sie kennt sich bestens aus, da sie selbst zu den Jagdhornbläsern gehört. „Es gibt drei Arten von Jagdsignalen“, erklärt sie. „Die Jagdleit-, die Allgemeinen Signale und die Ehrensignale.“

Tot- oder Ehrensignale sind Hornmelodien, die den einzelnen Tierarten zugeordnet sind. Sie erklingen, wenn ein Tier erlegt wurde oder bei Gesellschaftsjagden auf dem Platz , auf dem die geschossenen Tiere aufgereiht werden – in der Reihenfolge, in der sie dort liegen. Typische Ehrensignale sind zum Beispiel „Fuchs tot“ oder „Hirsch tot“. Jagdleitsignale dienen der Verständigung während der Jagd. Allgemeine Signale wenden sich an die Gruppe, wenn sich die Jäger sammeln sollen oder die Jagd vorbei ist.

Die berühmten „Posaunen von Jericho“ waren Widderhörner

Eine akustische Verständigung ist seit jeher auf der Jagd notwendig gewesen. Die ersten Horntöne wurden in grauer Vorzeit auf Büffelhörnern erzeugt, auch die berühmten „Posaunen von Jericho“ waren Widderhörner. Als die Menschen gelernt hatten, Metall zu verarbeiten, wurden auch die Jagdhörner aus diesem Material gefertigt. Die Signale auf diesen ersten einfachen Hörnern ähnelten allerdings eher Morsezeichen als bestimmten Tonfolgen.

Heute verwenden die Jäger vorwiegend zwei Hornarten – das Fürst-Pless-Horn, benannt nach seinem Erfinder, und das Parforcehorn. Ersteres ist ein reines Naturhorn, auf dem man bis zu sieben Naturtöne blasen kann, am gebräuchlichsten sind fünf.

Im 17. Jahrhundert gewann die Parforcejagd an Bedeutung

Im 17. Jahrhundert, der Zeit des Barocks, gewann die Parforcejagd an Bedeutung – das großwindige Parforcejagdhorn, das der Reiter über seiner Schulter trägt, wurde entwickelt. Aus diesem Instrument entwickelte sich später das Konzertwaldhorn.

Die Besucher des Jagdhorntags, der gegen 16 Uhr enden wird, haben am Sonnabend aber nicht nur Gelegenheit, die überlieferten Signale kennen zu lernen. Der Heiligengraber Chor lässt die menschlichen Stimmen erklingen und singt Jägerlieder. Hundeführer und eine Falknerin werden an diesem Tag ebenfalls einen Einblick in ihre Tätigkeiten geben.

Von Cornelia Felsch

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