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Jahrelange Sanierung biegt auf die Zielgerade

Horst Jahrelange Sanierung biegt auf die Zielgerade

Die Kapelle in Horst ist nach jahrelangen Anstrengungen fast fertig saniert. Jugendliche aus Italien, Frankreich und Deutschland arbeiteten zweimal 14 Tage lang in dem Gebäude. Jetzt endet ihr Gastspiel, das über die Jugendbauhütte Berlin/Brandenburg ermöglicht wurde.

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Die Jugendlichen bei der Arbeit. Quelle: Björn Wagener

Horst. Stück für Stück geht es voran. Die Jugendlichen schwingen die Pinsel an der Decke der kleinen Kapelle in Horst, sodass diese nach und nach ganz in Weiß erstrahlt. Das Baugerüst rücken sie dazu immer wieder weiter. Andere junge Helfer sind an den Wänden bei der Arbeit. „Es geht vor allem ums Verputzen und Streichen. Fünf Lagen Kalkanstrich müssen angebracht werden“, sagt Harry Städtke, der die sechs jungen Leute im Alter von 15 bis 17 Jahren anleitet.

Sie kommen aus Italien, Frankreich und Deutschland und beteiligen sich an einem Workcamp in der Denkmalpflege. Möglich macht das die Jugendbauhütte Berlin/Brandenburg. Für die Verständigung gibt es einen sogenannten Teamer, der beim Übersetzen hilft, aber mit Englisch geht es untereinander auch so ganz gut.

Blick ins Innere der Kapelle in Horst während der Arbeiten

Blick ins Innere der Kapelle in Horst während der Arbeiten.

Quelle: Björn Wagener

Gwladys Chanard zum Beispiel kommt direkt aus Paris. Die Umstellung von der großen Stadt auf den kleinen Gemeindeteil bei Blumenthal sei für sie kein Problem. Auch zu Hause habe sie Verwandtschaft, die auf dem Land wohnt. Die Arbeit in Horst sei ganz ok, schließlich gebe es ja auch Pausen.

Elfköpfige Gruppe teilte sich auf

Die Jugendlichen, die in der Kapelle arbeiten, sind Teil einer elfköpfigen Gruppe, die im Kloster Stift in Heiligengrabe untergebracht ist. Zwei Gruppen packten jeweils im Wechsel in der Kapelle in Horst an. Aber der Aufenthalt in der Gemeinde Heiligengrabe bedeutete natürlich nicht nur Arbeit. „Es gab auch einen Ausflug nach Potsdam. Außerdem haben wir Pizza im Buschbackofen gebacken, oder es wurde Volleyball gespielt“, erzählt Harry Städtke. Fürs Essen sorgten die Jugendlichen weitgehend selbst. Gwladys Chanard findet das sehr interessant, denn durch die verschiedenen Herkunftsländer ergebe sich ein leckerer Speisen-Mix. Am Sonntag geht es für die Gäste wieder nach Hause.

Diese Jugendlichen arbeiteten am Donnerstag in dem Gebäude

Diese Jugendlichen arbeiteten am Donnerstag in dem Gebäude.

Quelle: Björn Wagener

Es ist nicht das erste Projekt der Jugendbauhütte in der kleinen Kapelle in Horst. Vor allem bei den Deckenarbeiten waren junge Leute schon mehrmals am Werk – und hielten durch ihre unentgeltlichen Einsätze die Kosten gering.

Seit Jahren ein Sanierungsobjekt

Dennoch: Das Gebäude ist bereits seit Jahren ein umfangreiches Sanierungsobjekt, in das neben kommunale Eigenmittel auch Fördermittel und Zuschüsse geflossen sind – Dach, Fassaden, Innenraum, das einst marode kleine Häuschen erfuhr eine Rundum-Verjüngungskur. Außerdem wurde das Epitaph, ein Werk des berühmten preußischen Baumeisters Johann Gottfried Schadow, aufwendig restauriert. Mittlerweile biegt die Sanierung auf die Zielgerade ein. Bis auf 25 fehlende Steine für den Fußboden, die Laibung und Innenfensterbänke an den Fenstern und einem finalen Ausweißen ist nahezu alles erledigt.

Lesungen, Ausstellungen, Vermählungen

Bisher finden in der Kapelle Lesungen, Ausstellungen oder ähnliche Veranstaltungen statt. Paare können dort auch heiraten. Zwei Vermählungen habe es laut Bürgermeister Holger Kippenhahn bereits gegeben. Dennoch wünscht er sich eine kontinuierliche Nutzung. Deshalb müsse auch über das Mobiliar nachgedacht werden. Die jahrhundertealte ursprüngliche Bestuhlung ist zwar noch vorhanden, aber inwieweit sie aufgearbeitet und wieder eingesetzt werden soll, darüber sei noch nicht endgültig entschieden.

Eberhard von Lewinski, der Besitzer des Gutes Burghof direkt gegenüber, bedauert allerdings, dass es in der Kapelle keinen Stromanschluss gibt. Auch für den Gang zu Toilette mussten sich die Gäste bislang immer ins Gut begeben.

Von Björn Wagener

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