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Jahrhunderte im Zeitraffer

Wulkow feiert 735 Jahre in Schrift und Schaubild Jahrhunderte im Zeitraffer

Das ließen sich die Wulkower nicht nehmen: Trotz brütender Hitze rollte am Sonnabend ein üppiger Festzug um den Dorfanger. In 19 farbenfrohen Bildern wurde die Dorfgeschichte im Zeitraffer gebündelt – die Jahrhunderte liefen, ritten und rollten an den Schaulustigen vorbei. Auf dem Festplatz gab es dann noch eine neue Chronik.

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Die Männer der Bechliner Wehr gratulieren den Wulkowern zu 135 Jahren Feuerwehr – im Gepäck die historische Handdruckspritze.

Quelle: Regine Buddeke

Wulkow. Die Pferde streiken. Verständlich bei der Hitze. Erst die herbeigerufene „Pferdeflüsterin“ bringt die beiden Rosse vor der Kutsche wieder auf Trab, sodass Friedrich Wilhelm von Schenkendorff – ein Zeitreisender aus dem 19. Jahrhundert – weiterfahren kann. Umjubelt von den vielen Schaulustigen, die sich am Sonnabend auf dem Wulkower Dorfanger zum Festumzug eingefunden haben.

„Wir wollen Kostüme gucken“, verrät Zaungast Fereno Zitzmann. „Wenn wir in Vielitz wieder ein Jubiläum feiern, wollen wir ja sehen, was wir besser machen können“, scherzt seine Frau. Da werden die Vielitzer einiges zu tun haben.

Ortsvorsteher Sven Deter reitet als Johann von Wulkow durchs Dorf

Ortsvorsteher Sven Deter reitet als Johann von Wulkow durchs Dorf.

Quelle: Regine Buddeke

735 Jahre sind kein Pappenstiel – entsprechend haben die Wulkower einiges an scharfem Geschütz aufgefahren. In 19 farbenfrohen und liebevoll kostümierten Bildern ziehen die Jahrhunderte an der Menge vorbei. Vorneweg reitet Ortsvorsteher Sven Deter alias Johann von Wulkow, dessen Name erstmals 1280 erwähnt wurde. Dann folgen Honoratioren, Knechte und Mägde, Reiter und Feuerwehr, Alt und Jung, Arm und Reich. Ein Schwarm Zöglinge aus dem Heim für sittlich vernachlässigte Mädchen marschiert mit züchtig niedergeschlagenen Augen dahin, eine Friedenseiche – Bonsai im Vergleich zu der, die im Jahr 1814 anlässlich des Sieges über Napoleon gepflanzt wurde – rollt auf einem Wagen. Später soll sie auf der Festwiese eingepflanzt werden. Ein Modell des Wulkower Gutshauses ist zu besichtigen, auch die Kirchenglocke ist an Bord. Den Nachbau aus Holz, alten Zeitungen und Mörtel hat der Wulkower Jürgen Szesat in mehrtägiger Arbeit allein gestemmt.

Ein weiterer Feiergrund: 135 Jahre Feuerwehr

Die Bechliner Feuerwehr eröffnet mit historischer Handdruckspritze das Bild der Wehren: 135 Jahre Feuerwehr Wulkow sind ein weiterer Grund, stolz auf sein Dorf zu sein. Eine kleine Panne gibt es bei der LPG: der Rüthnicker Traktorenverein Falut hat etliche Trecker beigesteuert, einer im Zug bremst nicht schnell genug und tuckert in seinen langsameren Vordermann – ohne nennenswerten Schaden. Ein Oldtimer der russischen Besatzer rattert vorbei, man salutiert. „Wir sind das Volk“ steht auf den Transparenten der Wende-Wulkower. Und „Otto, denk an die Dörfer! Das gilt auch für Dich, Jens-Peter“, ist ein Aufforderung an die Bürgermeister und Anspielung auf die wiederholten Diskussionen unter den Neuruppiner Stadtverordneten um das Wohl und Wehe der Ortsteile. Der Genannte, Bürgermeister Jens-Peter Golde, ist indes in seiner Kutsche als Dr. Heinrich Anhalt nebst Gattin längst zur Festwiese gerollt. Dort wartet auf die feierlustigen Wulkower eine Menge Spiel und Spaß.

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Weil Wulkow erstmals 1280 erwähnt wurde, hatte das Dorf bei Neuruppin am Sonnabend, 4. Juli, zur großen 735-Jahr-Feier geladen. Es gab einen rauschenden Festumzug in historischen Kostümen.

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Zuerst wird jedoch der Getränkewagen gestürmt – dort herrscht angesichts der Hitze der absolute Ausnahmezustand. Bernd Meyer zu Hücker schenkt fleißig aus, muss aber schon bald auf die Bühne. Dort wird die Wulkower Chronik vorgestellt und dem Bürgermeister überreicht. „Wir haben bereits 250 davon verkauft“, gesteht Meyer zu Hücker, der die Arbeit an der Chronik vor vier Jahren begann. Der Heimatverein hat bei Druck und Finanzierung unterstützt. Mehr als 1000 Fotos wurden von den Einheimischen beigesteuert, etliche bebildern nun das Stück Zeitgeschichte in Buchform. „Ich habe schon darin geblättert“, sagt Jens-Peter Golde. „Und bin darin versunken“, lobt er die authentische Gestaltung, die auf echten Familienschicksalen basiert.

Von Regine Buddeke

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