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Jeanette Lehmann führt durch die Natur

Rheinsberg Jeanette Lehmann führt durch die Natur

Sich im Wald verlaufen? Ist Jeanette Lehmann noch nie passiert. Die Naturpädagogin wohnt in Kagar und hat dort ihre Lieblingslandschaft gefunden. Sie kennt jeden Weg und Steg und hat schon oft Reisegruppen aller Altersstufen durch die schönsten Ecken rund um Rheinsberg geführt: per pedes, mit Fahrrad oder auch im Kanu.

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Jeanette Lehmann fühlt sich im Grünen am wohlsten.

Quelle: Regine Buddeke

Rheinsberg. Die Wälder rund um Rheinsberg haben es Jeanette Lehmann angetan. So sehr, dass sie ihr Hobby zum Beruf machte. Und in Kagar ihren Sehnsuchtsort fand. Die gebürtige Ludwigsfelderin arbeitet seit kurzem hauptberuflich als Umweltpädagogin im Naturparkhaus Stechlin – aber als Kultur- und Landschaftsführerin rund um Rheinsberg ist sie weiterhin aktiv.

„Eigentlich habe ich Mechanikerin gelernt und später noch Elektrotechnik studiert“, sagt die resolute Frau mit den kurzen Haaren und den schelmischen Lachfältchen. „Aber da bin ich ausgestiegen.“ Schnell habe sie gemerkt, dass es nicht der Beruf ist, den sie bis ans Ende ihrer Tage ausüben will. „Meine Eltern hatten Freunde, die ein Wanderquartier betrieben. Mitten im Wald.“ Sie habe damals schnell die Lust an der Natur entdeckt. „Ich hatte verblüffende Aha-Effekte.“ Die hatten es ihr angetan.

Den Rheinsberger Schlosspark kennt sie aus dem Effeff

Und weil sie außerdem sportlich und zudem Segeltrainerin war, habe sie sich zu DDR-Zeiten beim Feriendienst des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes (FDGB) beworben. Dort nahm man sie gern. „Ich wollte was mit Natur und mit Menschen machen“, sagt Jeanette Lehmann. „Das hat mir schon immer gefallen.“ So kam sie für den FDGB-Feriendienst 1985 nach Rheinsberg, leitete eine Sportgruppe und geführte Wanderungen. Nebenbei habe sie schon immer auch als Kultur- und Landschaftsführerin und Busreisebegleiterin gearbeitet – den Rheinsberger Schlosspark kennt sie aus dem Effeff: „Ich bin auch Schlossparkführerin“, erzählt sie.

Dank der von ihr geführten Wanderungen und Radtouren – auch für Menschen mit Handicaps – kennt sie auch jeden Weg und Steg in den Wäldern um Rheinsberg herum. Auch die Wasserstraßen hat sie ausgelotet – per Kanu und als begeisterte Windsurferin: „Ich bin früher viele Regatten gesegelt – daher habe ich die Rheinsberger Seen früh lieben gelernt.“

Die sagenhaften Nixen vom Böbereckensee

Ihre Geheimtipps? „Der Boberower Forst“, schwärmt sie. Aber auch die Tour vom Rheinsberger Obelisken aus am See entlang und am Poetenweg zurück sei idyllisch. Da sehe man im Hintergrund immer das Schloss. Und erhasche vielleicht einen Blick auf die sagenhaften Nixen im Böbereckensee“, sagt sie und lächelt. Weiter nördlich seien der Zermitten- und der Wummsee ein absoluter Höhepunkt. „Vom Forsthaus Buchheide zum Wummsee und später zum Plötzensee: traumhaft“, schwärmt sie.

Im Wald übrigens verlaufe sie sich nie – eher in der Stadt. „Ich bin kein Stadtmensch. Die dicke Buche, die verkrüppelte Birke – das merke ich mir. Aber Häuser sehen für mich zum Teil alle gleich aus“, sagt sie lächelnd. Daher fühlt sie sich auf dem Ruppiner Rundwanderweg wohl. „Ich darf ja Wanderwege klassifizieren“, erzählt sie.

Orte der absoluten Stille in der Ruppiner Schweiz

Ihr ist aufgefallen, dass es gerade in der Ruppiner Schweiz Orte der absoluten Stille gibt. „Man hört nur die Naturgeräusche, Windrauschen, Blätterrascheln, klopfende Spechte und zwitschernde Singvögel. Aber keine Motoren.“ Das sei in Deutschland sehr selten. „Aber wir im Norden haben es noch oft.“ Dafür auch oft keinen Handyempfang. Einer ihrer Wandergruppenteilnehmer habe erst an einem solchen stillen Ort entdeckt, dass er einen Tinnitus hat, erinnert sie sich. Sie mag diese Stille. „Deswegen bin ich kein Freund von Wanderliedern“, sagt sie. Und hat einen einfachen Trick, das zu stoppen: enge Schlängelpfade: „Wenn alle hintereinander laufen müssen, kriegt man sie zur Ruhe“, sagt Jeanette Lehmann und lacht. Sie mag es, mit den unterschiedlichsten Menschen zu tun zu haben. „Einmal habe ich eine Woche eine Fastengruppe durch die Wälder geführt. Die haben sich ausschließlich übers Essen unterhalten.“

Jeanette Lehmann denkt sich gerne neue Themen-Touren aus. „Wer schnarcht denn da?“ – so hieß eine, die sich darum drehte, was die Tiere im Winter so machen, wenn sie nicht gerade in warme Länder fliegen. Ein anderes Projekt, das sich speziell an Kinder richtet, heißt Natur-Detektive: je nach Jahreszeit wechseln die Aufgaben. „Alle Teilnehmer sammeln im Wald ein, was ihnen spannend erscheint – und später erkläre ich alles dazu“, erklärt die Naturpädagogin. Gerade für Stadtkinder sei das ein besonderes Erlebnis. Sie spricht aus Erfahrung. „Ich hatte als Kind immer ein Hosentaschen-Museum bei mir.“

Von Regine Buddeke

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