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Jede Menge "Blattgold"

Die Laubentsorgung handhaben Kommunen ganz unterschiedlich Jede Menge "Blattgold"

Der Herbst ist teuer. Die Beseitigung des Laubes kostet die Kommunen viel Geld. Allein in Wittstock saugte die Kehrmaschine in der vergangenen Woche massenhaft Blätter von der Straße. Das ist nicht ganz billig: Die Entsorgung eines jeden Containers kostet 320 Euro. Dennoch sollten die Anwohner fleißig harken, bittet die Kommune.

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In den nächsten Tagen fällt viel Laub von den Bäumen.

Quelle: dpa

Wittstock/Heiligengrabe. "Sie füllten acht Container mit einem Fassungsvermögen von je 20 Kubikmetern", berichtet Bauhofleiter Hans-Joachim Mantey. Die Entsorgung eines jeden Containers koste 320 Euro. Damit das Aufsaugen möglichst effektiv über die Bühne geht, sollten die Anlieger das Laub vorher zusammenharken.

Auch die Gemeinde Heiligengrabe greift im Herbst immer etwas tiefer in die Tasche. Bereits seit einigen Jahren übernimmt sie die Kosten für die Entsorgung des Herbstlaubes auf Straßen und Grünflächen - natürlich nur für die Einwohner aus dem Gemeindegebiet, weshalb sich diese an der Kompostieranlage in Scharfenberg auch entsprechend ausweisen müssen. Noch bis zum 29. November wird das angelieferte Laub dort jeweils donnerstags und freitags von 9 Uhr bis 17 Uhr kostenlos angenommen. Laut Bürgermeister Holger Kippenhahn gab die Gemeinde dafür im vergangenen Jahr rund 2.000 Euro aus.

Doch ob aufsaugen oder Kostenübernahme - in einer Frage sind sich Wittstock und Heiligengrabe einig: Beide Kommunen lehnen es ab, Säcke an die Bäume zu hängen, in die das zusammengefegte Laub von den Wegen eingefüllt werden kann. Dieses Modell, das zum Beispiel im Bereich des Amtes Neustadt praktiziert wird, wird in Wittstock und Heiligengrabe als ungünstig angesehen: "Denn da entsorgen manche Leute auch gern mal sämtlichen anderen Müll gleich mit", sagt Hans-Joachim Mantey. Holger Kippenhahn sieht das ebenso.

Und tatsächlich ist dieses Argument offenbar nicht von der Hand zu weisen. Die Gemeinde Wusterhausen, die das Modell bis zum vergangenen Jahr ebenfalls praktizierte, hat sich inzwischen wieder davon verabschiedet. Dass neben Laub auch andere Abfälle in den Säcken landeten, war einer der Gründe dafür. "Vor allem aber war der Aufwand für unseren Bauhof zu hoch", sagt der stellvertretende Bürgermeister Jürgen Gottschalk. Allein das Ausfahren und Einholen der rund 700 Säcke habe die Mitarbeiter anderthalb Monate lang beschäftigt. Die Gemeinde Wusterhausen sei deshalb gerade dabei, eine neue Variante einzuführen: Transparente 120-Liter-Säcke, die zum Festpreis an die Einwohner ausgegeben und nach dem Befüllen dann von der Awu entsorgt werden.

Doch wie auch immer das Laub von der Straße kommt - es gibt noch eine ganz einfache Alternative: liegen lassen. Bürgermeister Holger Kippenhahn jedenfalls befürwortet das. Er findet es "unnötig", das Laub überall entfernen zu wollen und unterstützt deshalb eine Initiative aus Mainz unter dem Titel "Laub liegen lassen". Schließlich sei das Blattwerk auch ein natürlicher Dünger für Beete und Pflanzen sowie ein Frostschutz für den Boden. Außerdem biete eine Blätterschicht zahlreichen Insekten Schutz. Diese und weitere Vorteile des Laubliegenlassens wurden in Mainz in einem Flyer zusammengefasst, der auch Kippenhahn vorliegt. Er leitete ihn wiederum an die Ortsbeiräte weiter - mit der Bitte um Berücksichtigung. Doch in den Dörfern sei das Laub ohnehin weniger problematisch als in der Stadt. Denn es werde meist irgendwo zusammengefegt, wo es dann verrottet. "Alles Laub zu entfernen, ist ohnehin nicht möglich."

Von Björn Wagener

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