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Jeder elfte Mitarbeiter im Rathaus ist krank

Neuruppin Jeder elfte Mitarbeiter im Rathaus ist krank

85 der gut 500 Mitarbeiter der Neuruppiner Stadtverwaltung waren seit Jahresbeginn länger als sechs Wochen krank geschrieben. Offen ist, woran das liegt: an der gestiegenen Belastung, an der verschlechterten Arbeitsatmosphäre, an körperlichen Befindlichkeiten der Mitarbeiter. „Wir können nur spekulieren“, sagt Neuruppins Hauptamtsleiterin.

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Rückenbeschwerden sind nur ein möglicher Grund für den hohen Krankenstand, der in der Neuruppiner Stadtverwaltung sowie in der Kreisverwaltung herrscht.

Quelle: DPA

Neuruppin. Der Krankenstand in der Neuruppiner Stadtverwaltung ist auffällig hoch. Zum 31. Oktober fehlten fast neun Prozent der insgesamt gut 500 Mitarbeiter wegen unterschiedlichster Beschwerden. Zum Vergleich: In der Rheinsberger Stadtverwaltung liegt der Krankenstand laut Vizebürgermeister Andreas Neubert derzeit zwischen fünf und sieben Prozent, bei den gesetzlich Krankenversicherten im Bundesdurchschnitt gar nur bei 4,25 Prozent.

Am meisten betroffen sind Kämmerei und Bauamt

Am meisten betroffen von den Krankschreibungen sind die Kämmerei, das Bauamt und das Amt für Stadtentwicklung, sagte Neuruppins Hauptamtsleiterin Jutta Mießner am Mittwochabend beim Strukturausschuss. Demnach fehlten 85 Mitarbeiter bereits mehr als sechs Wochen wegen körperlicher Beschwerden. Das bedeutet, dass zwei Drittel der Fehlzeiten auf Dauerkranke zurückgehen. Über mögliche Gründe konnte Mießner nichts sagen. „Da kann ich nur spekulieren.“

Am Altersdurchschnitt der Mitarbeiter in der Neuruppiner Stadtverwaltung kann der hohe Krankenstand kaum liegen. Die Angestellten sind im Schnitt 46,3 Jahre. Von einer Überalterung kann man da kaum sprechen. Hinzu kommt, dass Mießner selbst einräumte, dass längst nicht nur ältere Mitarbeiter mehrere Tage krank geschrieben seien.

Neues Verfahren soll vorbeugen gegen Arbeitsunfähigkeit

„Der hohe Krankenstand könnte ein Ausdruck von fehlender Führungsqualität in einzelnen Ämtern sein“, vermutete am Donnerstag Neuruppins SPD-Fraktionschef Nico Ruhle. Mangelnde Führungsqualität führe häufig dazu, dass Mitarbeiter verunsichert seien und sich nicht wohl fühlten. Auffällig sei zudem, dass der Krankenstand in den Bereichen sehr hoch ist, in denen mangels ausreichendem Personals die meiste Arbeit liegen geblieben sei. Die nächste Aufgabe müsse deshalb sein, eine Lösung zu finden, um den hohen Krankenstand wieder abzubauen, so Ruhle.

Einen möglichen Weg dahin hat das Rathaus bereits beschritten: Seit Anfang 2014 wird ein sogenanntes betriebliches Eingliederungsmanagement praktiziert. Dieses soll einer erneuten Arbeitsunfähigkeit von Mitarbeitern vorbeugen. 20 dieser Verfahren wurden bislang durchgeführt, sagte Antje Stalmasiak, Sachgebietsleiterin Personal im Neuruppiner Rathaus. Die Hälfte seien erfolgreich verlaufen. In einem Fall sei ein Mitarbeiter umgeschult und in ein anderes Amt umgesetzt worden. „Der Mitarbeiter fühlt sich dort deutlich besser“, so Stalmasiak. Sie räumte ein, dass eigentlich deutlich mehr dieser Verfahren durchgeführt werden müssten. Warum das nicht passiert, das ließ die Sachgebietsleiterin offen.

Polizei und Justiz haben ähnliche Probleme

Indes muss nicht allein das Neuruppiner Rathaus mit einem hohen Krankenstand zurecht kommen. Der in der Kreisverwaltung Ostprignitz-Ruppin sei ähnlich hoch, sagte Sprecherin Britta Avantario. Auch in der Kreisverwaltung in der Prignitz sieht es mit knapp acht Prozent nicht viel besser aus. Mit noch höheren Krankenständen haben die Polizei und die Justiz zu kämpfen. Der Krankenstand bei der Brandenburger Polizei lag 2015 bei gut 35 Tagen pro Beamten und Jahr, die 124 Bediensteten der JVA in Wulkow waren sogar im Schnitt 50 Tage pro Jahr krank geschrieben.

Von Andreas Vogel

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