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Jeder zehnte Polizist ist krank

Innenminister Holzschuher versprach ein Gesundheitsmanagement Jeder zehnte Polizist ist krank

Bei der Polizeidirektion Neuruppin ist jeder zehnte Beamte krank. Innenminister Ralf Holzschuher (SPD), der am Montag zu seinem Antrittsbesuch in die Neuruppiner Direktion gekommen war, kündigte deshalb an, dass beim Prüfen der Polizeireform im nächsten Jahr dem Gesundheitsmanagement eine besondere Rolle zufallen werde.

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Innenminister Holzschuher (r.) mit Polizeipräsident Feuring (l.).

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. "Wir müssen helfen, dass die Kollegen gesund und motiviert ihren Dienst versehen können", sagte Holzschuher. In der Polizeidirektion Neuruppin, die für Prignitz, Ostprignitz-Ruppin und Oberhavel zuständig ist, arbeiten 1030 Polizisten. Eigentlich. Denn im Schnitt fehlen täglich 96 wegen Krankheit. Tendenz: steigend. Das hat eine Statistik über die vergangenen zwölf Monate ergeben. Zum Vergleich: Bei der Kreisverwaltung liegt der Krankenstand bei sieben Prozent, bundesweit liegt er im Schnitt bei vier bis fünf Prozent.

Sorgen bereiten der Polizeiführung vor allem die Langzeiterkrankten, die mehr als 42 Tage im Jahr aus Gesundheitsgründen fehlen. Mit der 2011 begonnenen Polizeireform, in deren Ergebnis bis 2020 rund 1900 Stellen abgebaut werden sollen, habe der hohe Krankenstand aber nichts zu tun, versicherte Polizeipräsident Arne Feuring gestern in Neuruppin. "Das hohe Niveau gab es auch schon vor der Reform." Vermutlich liege der hohe Krankenstand an der "hohen Arbeitsbelastung" durch die Schichtdienste, so Minister Holzschuher. Und daran, dass es inzwischen mehr ältere Polizisten gibt als früher. Deshalb soll nach Möglichkeiten gesucht werden, die betroffenen Kollegen an weniger stressigen Arbeitsplätzen einzusetzen.

Allerdings soll die Zahl der Polizisten in der Direktion Neuruppin bis 2020 sowieso auf 879 sinken. Da aber in den nächsten sieben Jahren 268 Beamte in den Ruhedienst gehen, müssen für die Direktion Neuruppin bis dahin 123 Polizisten eingestellt werden. Platz für sie gibt es in der Fontanestadt genug - a uch wenn Direktionschef Bernd Halle es lieber sehen würde, wenn der Polizeidauerdienst am Hauptstandort in der Fehrbelliner Straße untergebracht wäre.

Weniger Straftaten, weniger Verletzte

  • Gesunken ist die Zahl der erfassten Straftaten im Bereich der Polizeidirektion Neuruppin: Im ersten Halbjahr 2013 wurden 14 428 Fälle registriert, das sind 110 weniger als im ersten Halbjahr 2012.
  • Gestiegen ist im gleichen Zeitraum die Aufklärungsquote – von 54,4 auf 55,2 Prozent. Aktuell liegt sie laut Bernd Halle, Chef der Polizeidirektion, sogar über 56 Prozent.
  • Zugenommen haben jedoch die Einbruchsdiebstähle – besonders die aus Autos. Die Zahl der Einbrüche in Wohnungen und Firmen stagniert in etwa. Besonders häufig betroffen sind Oberhavel und Gebiete, die nah an der Autobahn liegen.
  • Die Aufklärungsquote bei Einbruchsdiebstählen liegt zwischen 20 und 22 Prozent. Das heißt, vier von fünf Dieben werden nicht erwischt.
  • Bei Unfällen wurden im ersten Halbjahr 750 Personen verletzt, das sind 31 weniger als im ersten Halbjahr 2012. Die Zahl der Unfälle hat jedoch im gleichen Zeitraum zugenommen: von 6220 auf 6295.
  • Gleich geblieben ist die Zahl der bei Unfällen getöteten Personen (7). Polizeichef Halle kündigte deshalb gestern an, dass auf den Straßen noch mehr geblitzt wird.
  • Zwei Besonderheiten gibt es in der Region: Zum einen stieg die Zahl der Unfälle, bei denen Autofahrer am Baum landeten, im ersten Halbjahr um zehn Prozent; zum anderen handelt es sich bei 34 Prozent aller Unfälle um Wildunfälle.

Der Dauerdienst, der 24 Stunden am Tag einsatzbereit ist, hat seinen Sitz in Treskow. Dort sitzen auch die Kripo und die Verkehrspolizei. Besser wäre es, wenn sich der Dauerdienst per Angesicht mit dem Diensthabenden in der Zentrale über die jeweiligen Einsätze austauschen könne, so Halle. Aber dafür gibt es derzeit keine Chance. Wichtiger sind dem Direktionschef zwei andere Projekte: In Oranienburg warten die Beamten schon seit 2005, dass ihre Wache saniert wird oder sie in eine neue umziehen können. Deshalb sah sich Holzschuher am Nachmittag auch in Oranienburg um. Der Landkreis Oberhavel hat angeboten, dass die Polizei in die ehemalige Landwirtschaftsschule Luisenhof wechseln kann. Das scheint zu klappen. Das Finanzministerium hat jedenfalls keine Bedenken. Eine Entscheidung könnte nun bis Jahresende fallen, hieß es gestern.

Bis dahin soll es ebenfalls eine Lösung für die Wittstocker Polizisten geben. Diese sind in einer alten Villa untergebracht, die eigentlich schon vor 17 Jahren saniert werden und einen Anbau erhalten sollte (die MAZ berichtete). Nun ist der Umzug des Reviers in den städtischen Bahnhof geplant.

Von Andreas Vogel

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