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Jiddische Lieder in Heilig-Geist-Kirche

Wittstock Jiddische Lieder in Heilig-Geist-Kirche

Vom Glückwunsch „Masel tov“ bis hin zum jüdischen Gericht „Gefilte Fisch“ bekam das Publikum in der Wittstocker Heilig-Geist-Kirche am Mittwochabend jede Menge „Jiddisches“ zu hören. Die Gruppe „Aufwind“ begeisterte ihre Zuhörer mit stimmungsvoller Klezmermusik, einer Mischung aus verschiedenen europäischen Folkrhythmen – Passend zum Israelabend der Veranstalter.

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Seit 32 Jahren tourt die Gruppe „Aufwind“ durch die Welt. Nun traten sie erstmals auch in Wittstock auf.

Quelle: Christian Bark

Wittstock. Sie hatte etwas von Country-, Jazz- und sogar einen Hauch von orientalischer Musik. Mal melancholisch, dann wieder erheiternd stimmungsvoll. Das Publikum in der Wittstocker Heilig-Geist-Kirche konnte Mittwochabend gar nicht anders, als bei den Klezmerklängen und Liedern in jiddischer Sprache mit dem Fuß mitzuwippen und sogar lautstark mitzuklatschen. Kurzum, die Berliner Musikgruppe „Aufwind“ begeisterte die Wittstocker mit ihrer Darbietung.

Das Publikum spendete nicht nur Applaus sondern klatschte auch fleißig mit

Das Publikum spendete nicht nur Applaus sondern klatschte auch fleißig mit.

Quelle: Christian Bark

„Diese Musik hat Ghetto- und Lagermauern überstanden“, informierte Bandmitglied Hardy Reich, der mal am Banjo, an der Mandoline oder mit lautstarker Gesangsstimme die Musik der osteuropäischen Juden befeuerte. Ihr Konzert sei zugleich eine Liebeserklärung an das Leid erprobte jüdische Volk. „Klezmer ist ein Mix aus verschiedenen europäischen Volksmusikeinflüssen“, erklärte Sängerin und Violinistin Claudia Koch. Genauso wandlungsfähig sei die jiddische Sprache gewesen – die sei übrigens eng verwandt mit der mittelhochdeutschen Sprache. In den vielen Gerichten, die Exiljuden weltweit bewahrt oder kreiert haben, fänden sich zudem Einflüsse jeweiliger Landessprachen wie dem Englischen. Das wurde in einem Lied über den Genuss von Hühnchen – also „Chicken“ – deutlich.

Die Israelabende

Das Blaue Kreuz ist eine christliche Selbsthilfeorganisation bei Suchtkrankheiten. Seit 2009 gibt es die Blaukreuz-Selbsthilfegruppe in Wittstock.

Seit 2013 lädt die Blaukreuz-Gruppe zu ihren Israelabenden. Diese finden viermal im Jahr statt und beschäftigen sich mit der Kultur, Geschichte und Religion Israels und des jüdischen Volkes.

Der nächste Israelabend findet voraussichtlich am Mittwoch, 1. Februar 2017, gegen 19 Uhr in der Wittstocker Heilig-Geist-Kirche statt.

Überhaupt ging es in vielen Liedern um Lebensfreude und gutes Essen. So schwärmte Claudia Koch in einem Lied vom traditionellen Gericht osteuropäischer Juden, den „Gefilten Fisch“. Sehr virtuos zeigte sich Jan Hermerschmidt an Klarinette und Flöte. Als er die seit 1984 bestehende Musikergruppe 1988 bereicherte, wandte sie sich verstärkt dem Klezmer zu. „Egal ob auf dem Broadway in New York oder dem weltgrößtem Klezmer-Festival in Toronto, überall war Aufwind schon erfolgreich“, kündigte Bert Wischnewski von der Blaukreuz-Selbsthilfegruppe zu Beginn des Konzerts an. „Das passt ideal zu unserem Israelabend“, freute sich Wischnewski – auch darüber, dass die Gruppe sofort zugesagt hatte.

Musiker wollen bald wiederkommen

„Für uns ist es der erste Auftritt in Wittstock gewesen“, sagte Claudia Koch. Aber sicher nicht der letzte, wie sie hinzufügte. Denn um zwei Zugaben waren die Musiker nach ihrem gut einstündigen Konzert nicht herumgekommen. Der Applaus holte sie immer wieder zurück auf die Bühne.

Und so bekam das Publikum neben weiteren Klängen noch herzliche Grüße der fünfköpfigen Band auf Jiddisch mit auf den Weg. Mit einem kräftigen „Masel tov“, was hebräisch soviel wie „viel Glück“ bedeutet, verabschiedeten sich die Musiker von ihrem Publikum. Wischnewski und weitere Zuhörer zeigten sich begeistert. „Das hat richtig Spaß gemacht“, waren sie sich einig.

Von Christian Bark

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