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Ostprignitz-Ruppin Job mit Aussicht über Herzsprung
Lokales Ostprignitz-Ruppin Job mit Aussicht über Herzsprung
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00:17 17.04.2016
Pia Rys ist die erste Schornsteinfeger-Auszubildende im Landkreis und arbeitet am liebsten in Dörfern wie Herzsprung. Quelle: Claudia Bihler
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Herzsprung

„Die frische Luft, die Aussicht“ – das sind die beiden Dinge, weshalb Pia Rys so begeistert von ihrer Ausbildung ist: Die 18-Jährige ist die erste Schornsteinfeger-Auszubildende im gesamten Landkreis Ostprignitz-Ruppin. Gestern war Kehrrunde in Herzsprung, und so konnte die junge Frau vom Dach der Einfamilienhäuser einen Blick auf den Haussee werfen und auf die angrenzenden Wälder. Viel Zeit allerdings blieb dafür nicht, denn es ist die Zeit für den Frühjahrsputz – auch für Schornsteine. „Meine Mitarbeiter können relativ flexibel ihre Zeit einteilen, ich sage nur, wann etwas fertig sein muss“, sagt der Schornsteinfegermeister Mice Woelk, bei dem Pia ihre Ausbildung macht: „Mal muss dann eben etwas länger gearbeitet werden, mal können die Kollegen etwas früher gehen.“ Dass die junge Frau ihre Ausbildung bei dem Neuruppiner Betrieb machen kann, liegt vor allem an der guten Nachbarschaft: „Er hat mich gefragt, und ich fand die Idee gut.“

Höhenangst ist der jungen Frau fremd – und für rußgeschwärzte Finger gibt es heute Waschpasten. Quelle: Claudia Bihler

Am 1. August 2015 hat sie ihre Ausbildung begonnen. Die Aufgaben ihrer Zunft kennt sie schon aus dem Effeff: Schornsteinfeger beraten neutral, sorgen für die Umwelt durch Emissions-Kontrollen, helfen dabei, Energie einzusparen und sorgen für den Brandschutz. Letzteres ist der Grund, dass auf den Knöpfen der zunftüblichen Tracht der heilige Florian dargestellt wird: Der ist nämlich nicht nur Glücksspender für jene, die die Knöpfe berühren, sondern auch Schutzpatron vor Feuersbrünsten. Üblich sei in der Region noch nicht, dass Mädchen die Schornsteinfege-Ausbildung wählen. „Sie interessieren sich oft nicht so sehr für Mathematik oder Technik und teilweise – etwa wenn schwere Eisenleitern zu tragen sind, haben sie auch nicht so viel Kraft,“ sagt Mice Woelk. Dennoch weiß er: „Manchmal muss man bei den Erklärungen einfach anders rangehen. Und beim Kopfrechnen unterscheiden sich Jungs und Mädchen kaum voneinander: Sie würden am liebsten elektronische Helfer benutzen.“ So schnell wie ein männlicher Kollege ist die 18-Jährige allemal auf dem Dach – und führt unter der vorgeschriebenen Aufsicht ihres Kollegen den Besen ebenso präzise. Sven Neumann muss diesmal gar nicht aufs Dach und ist deshalb kaum rußverschmutzt. Dagegen sieht man Pia an, was sie gerade getan hat. Weder schwarze „Sommersprossen“ noch rußgeschwärzte Hände stören sie: „Heute gibt es viele Methoden, sie wieder sauber zu bekommen.“ Höhenangst hat sie keine.

Erstmals seit Jahren habe es im Land wieder eine Klasse mit 25 Azubis gegeben, weiß die junge Frau. Sven Neumann, der vor fünf Jahren von der Berufsschule kam, hatte gerade mal vier Mitschüler. Mice Woelk konnte dennoch bis heute fünf Azubis ausbilden. Er weiß: „Im Potsdamer Bezirk gibt es mehrere weibliche Auszubildende“, meint Woelk, „und sogar eine Schornsteinfeger-Meisterin.“

Pia arbeitet am liebsten in Dörfern wie Herzsprung, das wie die Temnitzregion zum Kehrbezirk gehört. Nicht nur wegen der Aussicht. „Die Menschen sind freundlich – wenn man selbst freundlich auftritt.“

Von Claudia Bihler

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