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Jobcenter-Detektive haben junge Mutter im Visier

Rheinsberg Jobcenter-Detektive haben junge Mutter im Visier

Die Detektive des Jobcenters Ostprignitz-Ruppin haben erneut die 19-jährige Mutter zweier kleiner Kinder besucht, der die Behörde seit einem Monat kein Geld mehr zahlt. Die Behörde vermutet, dass die Rheinsbergerin mit dem Vater ihrer fünf Wochen alten Tochter zusammenlebt. Das bestreitet diese.

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Das Jobcenter Ostprignitz-Ruppin steht in der Kritik.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Im Streit zwischen dem Jobcenter Ostprignitz-Ruppin und einer 19-jährigen Mutter aus Rheinsberg, die eine gerade mal fünf Wochen alte Tochter sowie einen dreijährigen Sohn hat, bleibt die Behörde vorerst hart – und verweigert weiterhin das Zahlen jeglicher Leistungen. Damit muss die junge Mutter mit ihren Kindern allein von dem Kindergeld und dem Unterhaltsvorschuss, den sie erhält, leben. Das sind 675 Euro, wobei 300 Euro für die Miete abgehen. Dabei würden der Rheinsbergerin laut ihrem Anwalt Klaus-Dieter Miesbauer mehr als 1000 Euro zustehen.

Miesbauer bezeichnete das Vorgehen des Jobcenters, gegen das er Strafanzeige wegen unterlassener Hilfeleistung und des Verdachts der Körperverletzung im Amt gestellt hat, am Freitag als „zynisch“. Denn die junge Mutter soll nachweisen, dass sie nicht mit dem Vater ihrer Tochter zusammenlebt. Dafür hat jedoch nicht einmal der sogenannte Bedarfsermittlungsdienst des Jobcenters Anzeichen gefunden. Die Detektive der Behörde haben die junge Frau und ihre Kinder bereits dreimal besucht, zuletzt am Donnerstag, nachdem die MAZ zuvor über den Fall berichtet hatte.

Jobcenter stützt sich auf alte Unterlagen

Ob der erneute Besuch auf ein baldiges Einlenken des Jobcenters schließen lässt, ist offen. Schließlich hatte Amtsleiter Bernd Lüdemann das Vorgehen seiner Behörde am Dienstag damit verteidigt, dass dem Amt auch ohne Hinweise des Ermittlungsdienstes „ausreichende Anhaltspunkte“ dafür vorliegen würden, dass die junge Frau mit dem Vater ihrer Tochter in einer eheähnlichen Gemeinschaft leben würde und damit gar nicht hilfebedürftig sei. Laut Anwalt Miesbauer verweist das Jobcenter dabei auch auf ein Facebookprofil aus dem vergangenen Jahr, in dem die jetzt 19-Jährige die Verlobung mit dem Vater ihrer Ende September geborenen Tochter bekannt gegeben hat. Zudem hatte die Rheinsbergerin angekündigt, mit ihrem Freund nach Hannover ziehen zu wollen. „Aus der Beziehung ist aber nichts geworden“, betonte Miesbauer. Demnach lebt der einstige Lebensgefährte bei seinem Vater. Das hat er dem Amt auch mitgeteilt, so Miesbauer.

Jugendamt ist eingeschaltet

Der Anwalt befürchtet weiterhin, dass das Jugendamt einschreitet und der alleinerziehenden Mutter die Kinder wegnimmt, weil sie diese mit dem wenigen Geld, das ihr zur Verfügung steht, nicht ausreichend versorgen kann. „Das mag ich mir gar nicht ausmalen“, so Miesbauer. Die 19-Jährige hatte das Jugendamt selbst von ihrer schwierigen Lage berichtet und um Hilfe gebeten. Spätestens wenn der jungen Mutter der Strom abgestellt oder die Wohnung gekündigt wird, will das Amt einschreiten. Das hat das Jugendamt dem Anwalt bereits mitgeteilt.

Von Andreas Vogel

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