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Ostprignitz-Ruppin Jörg Gorniak aus Granzow fährt B 1000
Lokales Ostprignitz-Ruppin Jörg Gorniak aus Granzow fährt B 1000
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00:17 17.04.2016
Jörg Gorniak und seine Hündin Mona sind beide begeistert vom wieder aufgebauten Barkas B 1000 Quelle: André Reichel
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Granzow

Mit prüfenden Blick geht Jörg Gorniak um seinen „Barkas B 1000“. Nirgendwo tropft Öl; auf allen Reifen ist genügend Luft. Alles in Ordnung. Zufrieden setzt sich der hünenhafte Granzower in sein Gefährt, Baujahr 1986 und dreht den Zündschlüssel herum. Auf Anhieb springt sein „Schätzchen“ an und der typische Klang dieses Zweitakters schallt über den Hof.

Die treue Hündin Mona beobachtete das Geschehen mit allergrößter Aufmerksamkeit, denn nichts macht der Zweibeiner lieber, als mit Herrchen eine Ausfahrt im weiß-grauen B 1000 zu unternehhmen. „Dann steht ja dem Oldtimertreffen in Perleberg nichts im Wege“, stellt Jörg Gorniak zufrieden fest und schaltet den Motor wieder aus.

Das Markenzeichen des Barkas’ am Kühlergrill. Quelle: André Reichel

Stille herrscht dennoch nicht auf dem alten Bauernhof. Hündin Mona ist noch immer aufgeregt, und hoch über den Dächern schrillte der Gesang der ersten frisch heimgekehrten Schwalben, die zuhauf in Gorniaks Scheune nisten. Währenddessen blättert Jörg Gorniak in seinem Kalender, in dem er diverse Oldtimer- und Treckertreffen eingetragen hat. Theoretisch könnte der 53-jährige von nun an jedes Wochenende unterwegs sein. Doch der Granzower setzt Prioritäten: „Zu viel will ich mir nicht vornehmen, sonst artet es in Stress aus.“ Doch ein Termin ist für den Granzower ein absolutes Muss: Das Ostblock-Fahrzeugtreffen in Pütnitz an der Ostseeküste bei Ribnitz-Damgarten Anfang Juli. „Darauf freue ich mich schon riesig“, sagte Jörg Gorniak.

Schon von Kindesbeinen an hegt er eine große Leidenschaft für alte Autos. Mit 20 Jahren kaufte sich der Granzower sein erstes Auto, ein „T 34 Sport“, wie er sein Saporoshez, ein Auto russisch-ukrainischer Produktion, damals scherzhaft nannte. Einen Barkas fuhr Gorniak, der zu DDR-Zeiten als Landmaschinenschlosser im Kreisbetrieb für Landtechnik(KfL) Dannenwalde arbeitete, in jenen Jahren auch schon mal. Jedoch nicht privat, sondern als Betriebsfahrzeug. „Damals hätte man sich solch ein Fahrzeug gar nicht leisten können“, sagte Jorg Gorniak. Beim Saporoshez blieb es nicht lange. Gorniak kaufte sich bald schon einen Trabant 500. Doch auch in diesem kleinen Wagen hatte der Zwei-Meter-Mann viel zu wenig Platz. Mitte der 80-er Jahre schaffte er sich einen Trabant 601 an, den er mit dem unversehrt gebliebenen Heck eines Unfallwagens zum Kombi umbaute. „Dafür musste ich mir vorher die Genehmigung vom Rat des Kreises in Kyritz holen“, erinnert sich Jörg Gorniak. Von seinem Trabi trennte sich der Granzower kurz nach der Wende von 1989. Doch einen „Westwagen“ wollte Gorniak trotzdem nicht. „Die gefielen mir nicht. Außerdem wurden uns unerfahrenen Ossis damals all die Autos angedreht, die sie drüben im Westen nicht loswurden“.

Nichts da mit Kurbeln: Fensterhebel zum Klappen. Quelle: André Reichel

Gorniak kaufte sich für 3000 Mark einen gerade mal zwei Jahre alten Lada Kombi. „Zwei Monate früher hätte dafür locker 60 000 Mark auf den Tisch legen müssen“. Den Lada tauschte Gorniak dann doch gegen einen VW-Transporter. Das ist zehn Jahre her. Doch die Sehnsucht nach seinen „Ostautos“ blieb bestehen. Bei einem Treckertreffen in Perleberg vor drei Jahren fiel dem Granzower ein Barkas B 1000 auf. Jörg Gorniak kam mit dem Besitzer ins Gespräch. Gorniak besuchte schon bald danach den Oldtimerfan aus Lindenberg. Der hatte noch einen weiteren Barkas mit Pritschenaufbau in der Scheune zu stehen. Die beiden wurden sich rasch einig und schon war Jörg Gorniak stolzer Besitzer eines B 1000.

Doch der war in keinem guten Zustand. Also kaufte sich der Tüftler einen weiteren B 1000 als Ersatzteilspender. Beim Restaurieren seines Wagens erlebte der Granzower einige Überraschungen. So manche Schraube war derart verrostet, das sie nicht mehr ohne weiteres zu lösen war und auch das Holz von der Pritsche war total verrottet. Nachdem Gorniak die dicken Rostschichten mit Hämmern vom Rahmen klopfte, reparierte der gelernte Landmaschinenschlosser diesen wieder. Der Motor war zum Glück in einem guten Zustand. Möglichst viel von der alten Substanz sollte erhalten bleiben. Was auch der Ersatzteilspender nicht mehr hergab, musste anderweitig besorgt werden.

Der Arbeitsplatz des Fahrers. Quelle: André Reichel

Im Internet und auf Trödelmärkten suchte Gorniak dann nach genau diesen Teilen. Letztlich bekam der Barkas frische Farbe, dem Originalfarbton möglichst ähnlich. „Die Farbe habe ich selbst gemischt“, sagte Jörg Gorniak. Dass an seinem Barkas nicht alles wie neu glänzt, ist Absicht. Die Dellen in der Stoßstange sind gebleiben und auch im Innenraum hat Gorniak fast alles so gelassen, wie es war. Auch das Autoradio ist original. „Das Auto ist 30 Jahre alt, da muss es nicht wie neu aussehen“, sagt Jörg Gorniak.

Nach zweieinhalb Jahren harter Arbeit war es vor knapp einem Jahr dann endlich so weit. Eine Probefahrt bis ins Nachbardorf Gumtow und wieder zurück machte der stolze Restaurator. Zwei Tag später, das Auto gerade wieder neu zugelassen, fuhr Jörg Gorniak mit seinem Barkas B 1000 ins 180 Kilometer entfernte Pütnitz an der Ostsee zum Ostblockfahrzeugtreffen. Die Hintour verlief reibungslos. Doch am Ziel angekommen, machten die Zündspulen schlapp. Für die Rückfahrt brauchte Jörg Gorniak deshalb ganze sieben Stunden. Zu schrauben und zu reparieren hat Jörg Gorniak bis heute immer wieder etwas an seinem Barkas. Doch das macht er gerne und nach Pütnitz fährt er im Juli auf alle Fälle, komme da, was wolle.

Von André Reichel

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