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Jüngster Breddiner ist Yahya

Dorf begrüßt neugeborenen Syrer Jüngster Breddiner ist Yahya

Der jüngste Breddiner heißt Yahya und ist das vierte Kind einer syrischen Flüchtlingsfamilie, die im Dorf untergekommen ist. Viele Breddiner haben sich bemüht, die Familie und auch die anderen einquartierten Asylbewerber zu unterstützen.

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Aus den Breddiner Plattenbauten zieht es die Flüchtlinge meist schnell fort in alle Richtungen.

Quelle: Alexander Beckmann

Breddin. Nicht oft wird eine Geburt in Breddin so hoffnungsvoll und herzlich begleitet wie die des ersten Sohnes einer syrischen Flüchtlingsfamilie. Seit etwa zwei Monaten leben Vater und Mutter mit ihren drei Mädchen in einem der Neubauten.

Bereits am ersten Tag, als sie mit der Bahn eintrafen, waren sie von zwei Frauen aus der Flüchtlingsinitiative empfangen worden. Von da an riss der Kontakt nicht ab. Er verband die Familie mit immer mehr Menschen im Dorf. Sie kümmern sich darum, dass die Wege zu Ämtern und Arztpraxen gelingen. Sie geben Sprachunterricht und machen die Kinder mit der Kita vertraut.

„Wir sind etwa zehn bis 20 Leute. Das wechselt“, berichtet Annette Feltner von der Breddiner Willkommensinitiative. Die ehemalige Lehrerin hat genaue Vorstellungen davon, wie sie helfen möchte: „Zusammen mit einer Kollegin unterrichte ich Deutsch.“ Demnächst werden das zwar andere übernehmen, aber auch so gibt es genug zu tun. Die kleine Gruppe versucht vor allem zu organisieren und zu koordinieren. Denn helfen wollen durchaus noch mehr Breddiner. „Einen ganz großen Dank an alle für die vielen Spenden“, sagt Annette Feltner. „Ich kenne die Leute gar nicht alle.“

Junge Mütter aus dem Dorf berieten die werdende Mutter

Natürlich bewegte viele in den vergangenen Wochen die bevorstehende Geburt. Ehepaar Leetz kümmerte sich um nötige Fahrten der Schwangeren zum Arzt und zum Klinikum und war gern auch Gastgeber für die Familie. Junge Mütter aus dem Dorf berieten die werdende Mutter und gewannen die Hebamme Antje Bloch, ihr mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

Zudem bemühte sich die Willkommensinitiative darum, dass die Familie ebenso wie diejenigen, die inzwischen aus Breddin weitergereist sind, in ihrer Wohnung etwas mehr Bequemlichkeiten erhielt, als es die durchaus solide Grundausstattung durch den Landkreis hergab. Die vielen Spenden haben dazu maßgeblich beigetragen.

Inzwischen ist der kleine Junge geboren. Und er heißt Yahya. Das ist der arabische Name für Johannes den Täufer, dessen Geburt im Koran (Sure 19) fast genauso geschildert wird wie in der Bibel (Lukas 1). Ins Deutsche übersetzt bedeutet der Name „Gott ist gnädig“. Alle, die Johannes oder Johann, Hans, Janis, Johanna, Hanna oder ähnlich heißen, sind namensmäßig verwandt mit dem jüngsten Kind in Breddin.

Ein Hoffnungszeichen für die Familie

Für die syrische Familie in Breddin ist es nach ihrer monatelang währenden Flucht aus dem furchtbaren Krieg in ihrer Heimat ein Hoffnungszeichen, dass sie nun in Deutschland ohne Angst auch ein viertes Kind ins Leben begleiten können.

Die Breddiner und Damelacker, die sich seit mehr als drei Monaten für die Flüchtlinge einsetzen, geben seit Wochen ihre Freude weiter, die aus den Begegnungen mit den Syrern wächst. Sie stecken damit andere an, machen sie neugierig auf Begegnungen und teilen ein Stück ihres Lebens mit denen, die aus der Not heraus erst einmal nur Sicherheit und Hoffnung wünschen.

Die Unterstützer lassen sich auch von gelegentlichen Unmutsäußerungen gegen die neuen Bürger nicht irritieren. Fast täglich machen E-Mails mit Nachrichten, Anfragen nach notwendigen Fahrdiensten oder kleinen Dingen, die helfen können, die Runde. Und unregelmäßig wird zu Treffen ins Pfarrhaus eingeladen, um aktuelle Aufgaben zu diskutieren. Natürlich sind auch Probleme da, nicht alle können mit der Übersetzerfunktion eines Handys gelöst werden.

Kontaktperson zwischen Gemeindevertretung und Initiative

Am Montag vergangener Woche wurde die Gemeindevertretung in Breddin zum zweiten Mal informiert und um mehr Aufmerksamkeit gebeten. Ein Mitglied, Katja Borchert, wird von nun an als Kontaktperson zwischen Gemeindevertretung und Willkommensinitiative fungieren. Mit Hilfe einer Zuwendung aus dem Fonds für Willkommensinitiativen im Land Brandenburg können Fahrkosten erstattet oder Lern- und Spielmaterialien gekauft werden.

Oberste Prinzipien bleiben aber das ehrenamtliche Engagement und die Freude, mit eigenen Fähigkeiten und einem Stück Zeit zur Integration der Flüchtlinge beizutragen. Die Initiative in Breddin wird demnächst wohl mehr Menschen begleiten, wenn die weiteren durch den Landkreis angemieteten Wohnungen bezogen werden. Neue Probleme werden zu lösen sein und neue Begegnungen geschehen. Manches ist schon bewegt worden.

 

Von Henning Utpatel und Alexander Beckmann

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