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Jugend auf dem Kreuzweg in Lindow

Spurensuche Jugend auf dem Kreuzweg in Lindow

Sieben Stationen hat die Via Dolorosa – der Leidensweg Christi – in Jerusalem. Jahr für Jahr beschäftigen sich Jugendliche vieler Konfessionen mit diesem Thema. Ideengeber sind stets die Bilder der Leidenstationen, von wechselnden Künstlern gestaltet. In Lindow fand in diesem Jahr der Kreuzweg der Jugend zum 29. Mal statt.

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Dominik Horstmann trägt das Kreuz.

Quelle: Regine Buddeke

Lindow. Die Fotos zeigen den Alltag Jerusalems. „Der Hof einer muslimischen Mädchenschule: Nichts erinnert mehr daran, dass hier einst das Todesurteil über Jesus von Pontius Pilatus ausgesprochen wurde“ trägt ein Mädchen vor – als Erklärung zum Bild. Oder das nächste, auf dem ein Süßigkeitenverkäufer seine Ware anbietet. „Ob er weiß, dass Jesus genau an dieser Stelle das erste Mal unter der Last des Kreuzes zusammengebrochen ist?“, fragt ein anderer Jugendlicher. Die Schwarz-Weiß-Fotografien von Matthias Wähner, Professor an der Akademie der Bildenden Künste in München, zeigen das Alltagsgeschehen auf der Via Dolorosa in Jerusalem – dem Leidensweg Christi. Wie in jedem Jahr stehen die Werke eines Künstlers im Mittelpunkt des Ökumenischen Kreuzweges der Jugend, einer der größten Jugendaktionen Europas. Und wie in jedem Jahr wird der Kreuzweg am Freitag vor Palmsonntag durch Jugendliche – ob katholisch oder evangelisch – symbolisch nachgegangen. So auch in Lindow.

100 Gläubige haben sich in der katholischen Kirche Lindows versammelt, der ersten Station des Kreuzweges, der sich traditionell durch die ganze Stadt zieht. „Auf sieben Stationen, die für Lindow bedeutsam sind“, erklärt es Gemeindekatechet Dirk Bock. Jede der Stationen – das Kloster und der Todesmarsch-Gedenkstein, der Marktplatz und der jüdische Friedhof, das Kriegerdenkmal und als Schlusspunkt die evangelische Kirche – werden von einer der teilnehmenden Jugendgruppen individuell gestaltet. So haben etwa die Jugendlichen der Jungen Gemeinde Herzberg viele Kreuze auf dem jüdischen Friedhof aufgestellt – passend zum Bild der Kreuzwegstation in Jerusalem, wo man auch heute noch Kreuze leihen kann, um den Kreuzweg Christi zu gehen. Neben den Herzbergern sind es auch die Mitglieder der Jungen Gemeinden aus Lindow und Löwenberg, Kremmen, Gransee und Gutengermendorf, dazu die Lindower Konfirmanden und die Katholische Jugend aus Neuruppin. Kreuzträger ist – wieder – Dominik Horstmann aus Neuruppin.

Der Zug zieht los

Der Zug zieht los.

Quelle: Buddeke

Für die Katholiken sind die Stationen des Kreuzweges sehr wichtig – in jeder katholischen Kirche sind sie als Gemälde, Mosaike, Wandmalereien oder Skulpturen vorhanden. Die Originalfotos von Matthias Wähner hängen in der Herz-Jesu-Kirche in München. Das Ungewöhnliche an ihnen: Sie verzichten völlig auf das Abbild Jesu oder dessen Leiden. „Der klassische Kreuzweg zeigt das, was sich möglicherweise ereignet hat. Mein Kreuzweg zeigt das, was wir vorfinden, wenn wir uns am historischen Ort auf die Suche begeben. Was man nicht sehen kann, muss man eben glauben“, sagt er über seinen Foto-Zyklus.

„Für solche Veranstaltungen öffne ich die Kirche gerne“, sagt der in Lindows katholischer Kirche lebende Eremit, Pater Jürgen Knobel, der 2014 auf dem Kirchengrundstück die Klause St. Bernhard die erste Eremitage in Brandenburg seit 500 Jahren eröffnete. Auch Katechet Dirk Bock ist sehr angetan. „Es war sehr ruhig und meditativ. Das kennt man ja von Jugendlichen sonst eher nicht“, sagt er. Nach dem Kreuzweg öffneten sich für alle Teilnehmer die Pforten der Jugendscheune. Es gab Stockbrot und Soljanka am Feuer – ein schöner Ausklang für den zurückgelegten Kreuzweg.

Von Regine Buddeke

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