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Ostprignitz-Ruppin Jugenddorf wird Notquartier für Flüchtlinge
Lokales Ostprignitz-Ruppin Jugenddorf wird Notquartier für Flüchtlinge
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22:01 20.10.2015
Thorsten Lindner, der Leiter des Jugenddorfes im Neuruppiner Ortsteil Gnewikow. Quelle: Peter Geisler
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Gnewikow

Das Jugenddorf in Gnewikow wird in diesem Winter zum Notquartier für bis zu 80 Flüchtlinge. Die ersten 20 bis 30 Menschen werden voraussichtlich am 9. November in Gnewikow ankommen. Am 14. Dezember folgt eine zweite Gruppe mit 30 bis 50 Männern, Frauen und Kindern. Exakte Informationen bekommt die Kreisverwaltung erst wenige Tage vor der Ankunft von der zentralen Erstaufnahmestelle in Eisenhüttenstadt. Das sagte die Sozialdezernentin Waltraud Kuhne am Montagabend im Ortsbeirat von Gnewikow. Klar ist: Die Menschen können nur bis Mitte oder Ende Februar im Jugenddorf bleiben.

Die Unterbringung von Flüchtlingen ist für das Jugenddorf nicht neu. Schon im vergangenen Winter hatte die Stiftung der Deutschen Kreditbank (DKB), die das Haus betreibt, Zimmer für 34 Menschen auf der Flucht bereitgestellt. Die Kreisverwaltung hatte jetzt erneut um Hilfe gebeten. Für Thorsten Lindner, den Leiter des Jugenddorfes, war schnell klar, dass er und seine Kollegen auch diesmal zusagen: „Wir als DKB-Stiftung sehen es als unsere Verpflichtung an, in dieser Situation zu helfen. Die Stiftung hat sich die Arbeit mit und für Menschen in Not auf die Fahnen geschrieben. In der jetzigen Situation die Türen vor den Flüchtlingen zu verschließen, wäre nicht infrage gekommen.“

Ohne Unterstützung der Einwohner geht es nicht

Die Gnewikower nahmen die Nachricht am Montagabend gelassen auf. Bei den wenigen Nachfragen ging es eher um organisatorische Probleme: Wie kommen die Menschen, die im Jugenddorf wohnen, denn nach Neuruppin? Was passiert, wenn jemand einen Arzt braucht? Was tun die Asylbewerber den ganzen Tag über? Wie steht es mit Sprachkursen?

Thorsten Lindner bat alle Einwohner um Unterstützung. „Mir ist bewusst, dass es ohne die Hilfe der Gnewikower nicht gehen wird“, sagte er. Nicht ohne das erneute Verständnis der Menschen im Dorf und nicht ohne die aktive Hilfe der Gnewikower. Das Jugenddorf stellt alle Räume und auch Material für die Arbeit mit den Flüchtlingen zur Verfügung. Außerdem sollen drei Küchen eingerichtet werden, damit sich die Menschen selbst versorgen können. Eine Sozialarbeiterin wird sich um die wichtigsten Fragen des Alltags kümmern, stellte Waltraud Kuhne in Aussicht. Der Landkreis hat die Ruppiner Kliniken damit beauftragt, für das nötige Personal zu sorgen. Auch für zuverlässigen Wachschutz. Sozialarbeiterin und Wachleute – rund um die Uhr soll es einen Ansprechpartner in Gnewikow geben.

Von Reyk Grunow

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