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Ostprignitz-Ruppin Jugendfeuerwehr ohne Winterpause
Lokales Ostprignitz-Ruppin Jugendfeuerwehr ohne Winterpause
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00:30 06.11.2015
Wenn man weiß wie, lässt sich sogar brennendes Benzin recht schnell löschen. Die Kinder haben Spaß daran, das auszuprobieren. Quelle: Beckmann
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Wusterhausen

Gar keine Frage: Draußen im Freien in lauer Luft ist Feuerwehrarbeit schöner. Aber die Feuerwehrjugend in Wusterhausen ließ sich am Montagabend auch durch Kälte und Nebel nicht von ihrem zweiwöchentlichen Treffen abhalten.

Etwa 15 Jungen und Mädchen aus Schönberg, Brunn und Wusterhausen kommen regelmäßig zusammen, um ihrem Hobby Feuerwehr nachzugehen. „Für die Kinder könnte es noch öfter sein“, weiß Jugendwart Frank Schläfke. Doch das sei organisatorisch kaum zu stemmen. „Viele von unseren Kameraden arbeiten ja auswärts.“

Die Kinder zwischen acht und 15 nutzten am Montag jedenfalls jede Minute. Knoten sind offenbar eine durchaus faszinierende Angelegenheit. Wie knüpft man den Doppelten Ankerstich oder den Halbmastwurf richtig? Da entpuppen sich echte Talente. Und die Großen helfen den Kleinen. Draußen im ziemlich dunklen Hof des Gerätehauses ging es sogar richtig mit Feuer und Wasser zur Sache. Handschuhe an, den orangefarbenen Jugendfeuerwehrhelm zurechtgerückt und ran an die Handspritze! Flammen loderten in einer Blechschale. Tatsache: Wenn alle zusammenarbeiten, können auch die Kleinsten schon einen Flüssigkeitsbrand löschen.

Im Schulungsraum im Obergeschoss wurden die Neulinge derweil mit Uniformen, Stiefeln und so weiter ausgestattet. Bei anderen Gelegenheiten geht es auch mal darum, wie man einen korrekten Notruf absetzt. Oder es stehen Gesellschaftsspiele auf dem Plan. Oder man probiert den Umgang mit richtigen Funkgeräten, wie sie die Feuerwehren im Ernstfall einsetzen. Oder es wird Tischtennis gespielt.

Auf die Hüpfburg im neuen Anhänger sind alle schon gespannt. Quelle: Alexander Beckmann

Frank Schläfke wird bei all dem meist von seinen Kollegen Lars Braunsdorf und Enrico Richter unterstützt. „Wir drei teilen uns immer die Gruppen ein“, erzählt er. Ein bisschen sortiere man die Kinder nach Alter und Wissensstand. Die Gruppen wechseln dann von Station zu Station – schon der Abwechslung halber.

Gerade die macht die Jugendfeuerwehr offenbar zu einem durchaus attraktiven Freizeitangebot – nicht nur für Kinder, die schon zuvor mit der Feuerwehr zu tun hatten. Auf die Frage in die Runde, wessen Eltern denn bei der Feuerwehr seien, heben sich jedenfalls nur ein oder zwei Hände. Es geht eben nicht nur um Familientraditionen. „Aber die Eltern müssen schon dahinterstehen“, betont Frank Schläfke. „Dann funktioniert das auch.“

Schließlich sind die Kinder mehrfach im Jahr auch auswärts mit der Feuerwehr unterwegs. Der 13-jährige Jonas aus Wusterhausen beispielsweise ist absolut sicher: Das beste an der Jugendfeuerwehr ist das jährliche Kreisjugendfeuerwehrlager in Schwarz. Vier Tage Zelten, Baden, Wettspiele. Das Gemeindetreffen der Jugendfeuerwehren sei allerdings auch nicht schlecht: „Wir werden immer Erster.“

Frank Schläfke relativiert so viel Selbstbewusstsein etwas: „Da arbeiten wir ja das ganze Jahr drauf hin. Das ist der Höhepunkt.“ Gut gelaufen seien in diesem Jahr auch wieder die Prüfungen zur „Jugendflamme“ auf Kreisebene: „Es haben alle bestanden.“ Und der Ausflug zum „Tropical Island“ in Brand mit Besuch der dortigen Feuerwehr sei natürlich ein Top-Erlebnis gewesen. Ohne Unterstützung wäre so was gar nicht machbar.

Diese Unterstützung leistet maßgeblich der Feuerwehrverein Wusterhausen. Dank seines Engagements konnt die Jugendfeuerwehr dieser Tage einen eigenen Anhänger in Empfang nehmen. Das mit Werbung finanzierte Gefährt transportiert Spielgeräte – unter anderem eine nagelneue Hüpfburg. Der komplette Anhänger soll jedermann zur Verfügung stehen – gegen eine Gebühr, die dann der Arbeit der Jugendfeuerwehr zugutekommt (Anfragen an Werner Schmidt vom Feuerwehrverein). Die Kinder sind begeistert, wollen die Hüpfburg aber erst einmal selbst ausprobieren – sobald das Wetter es zulässt.

Eventuell kann der Winter bei der Jugendfeuerwehr also doch ganz schön lang werden.

Von Alexander Beckmann

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