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Jugendkunstsommer mit vielen Nationen

Flecken Zechlin Jugendkunstsommer mit vielen Nationen

Was ist Heimat? Und: Wo ist sie? Darüber dachten in dieser Woche intensiv die 85 Teilnehmer des internationalen Jugendkunstsommers in der DGB-Jugendbildungsstätte nach. Ein Grund, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen: In dem Camp waren erstmals auch geflüchtete Jugendliche dabei, die ihr Zuhause verlassen mussten.

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Mehr als 80 junge Menschen mit mindestens zehn verschiedenen Muttersprachen sind diesmal dabei.

Quelle: Foto:  Aniol

Flecken Zechlin. Die Reifen werden einfach auseinandergesägt, die Latten effektvoll zusammengezimmert, dann die Reifenteile unter das Gerüst geschraubt – schon steht ein Designer-Schaukelstuhl da. Designer? In Wirklichkeit tummelt sich ein Grüppchen extrem junger Leute um das Möbelstück. Sie unterhalten sich über das Auseinandernehmen und Zusammenfügen, über Kunst und die Welt. Einfach ist das nicht. Denn eine gemeinsame Muttersprache haben die Teilnehmer des Jugendkunstsommers nicht.

Jugendliche aus zehn Nationen sind dabei

Aus mindestens zehn Nationen stammen die 85 jungen Menschen, die seit Sonntag in der DGB-Jugendbildungsstätte Flecken Zechlin sind. Die Sprache, die die Elf- bis über 20-Jährigen verbindet, ist die des Tuns: In acht Workshops beschäftigen sie sich mit unterschiedlichen Kunstformen, spielen Theater, tanzen, drehen Filme, erschaffen Skulpturen und Graffiti-Objekte, machen Akrobatik, Musik – oder eben auch Holzmöbel. Das Hauptthema bei alldem: „Coming home?“. Was bedeutet nach Hause kommen? Was ist ein Zuhause – die Kirchturmspitze, die man sieht, oder doch der Hund, der nach dem Urlaub auf einen wartet? „Wir haben das Motto gewählt, weil wir in diesem Jahr erstmals auch viele geflüchtete Jugendliche unter den Teilnehmern haben. “, erklärt Uwe Flock, der Jugendarbeiter aus Lindow, der zu den Jugendkunstsommerbetreuern gehört. „Und für sie ist das Thema noch einmal ganz anders besetzt: Kann Deutschland für mich eine neue Heimat werden? Was bringe ich von meinem alten Zuhause mit hierher?“

Sprachbarrieren gebrochen

Durch die Flüchtlinge, die jetzt in Rheinsberg oder Zootzen leben, habe der diesjährige, mittlerweile zwölfte Jugendkunstsommer eine völlig neue Dynamik erfahren. Während sonst, als nur Teilnehmer aus der Region um Lindow und Wittstock sowie aus Polen, Tschechien, Russland und Ungarn dabei waren, die Verständigungssprachen Deutsch und Englisch waren, wird jetzt wild von einer Sprache in die nächste und wieder nächste übersetzt. „Es bildet sich eine Art Kettenreaktion, das ist irgendwie ganz schön, weil die Jugendlichen dadurch noch mehr in Kontakt kommen“, sagt Uwe Flock. Das sei wichtig, weil anfangs auch gegenseitige Vorurteile zu spüren waren. „Wir haben sie und die Sprachbarrieren gebrochen.“ Aber auch neue Impulse für die Arbeiten gibt es durch den höheren Multikulti-Anteil. „Das merkt man ganz stark bei den Bandproben, beim Theater, vor allem aber beim Tanz.“

Wie sich der Zusammenprall der vielen verschiedenen Nationalitäten auf die Tanzschritte, auf die Graffiti-Objekte oder die Möbelstücke auswirkt, ist heute Abend beim Abschlussfest in der DGB-Bildungsstätte ab 19 Uhr zu hören und zu sehen.

Von Celina Aniol

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