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Jugendliche sollen rauchfrei werden

Nichtraucher-Seminar in Neuruppin Jugendliche sollen rauchfrei werden

Am ersten Tag der Osterferien hieß es für neun Jugendliche aus Neuruppin und Umgebung nicht etwa ausschlafen, sondern büffeln. Sie nahmen am Nichtraucher-Seminar im Informations- und Beratungszentrum (IBZ) in Neuruppin teil und lernten, warum es sich lohnt, das Rauchen sein zu lassen.

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Sozialpädagogin Melanie Stöwesand (l.) referierte.
 

Quelle: Luise Fröhlich

Neuruppin.  Als Stella ihre erste Zigarette geraucht hat, war sie gerade mal sieben Jahre alt. Die jetzt 15-jährige Buskowerin griff aus Gruppenzwang zum Glimmstängel. „Meine Freunde sagten, dass ich nicht dazu gehöre, wenn ich nicht mitrauche“, erzählte Stella. Als sie in der 5. Klasse war, fing sie dann richtig an zu rauchen und konnte die Sucht nicht mehr stoppen. Dennoch sagte sie: „Ich kann aufhören, wenn ich will.“ Um sich Anregungen für das Wie zu holen, besuchte sie am Mittwoch das Anti-Raucher-Seminar für Jugendliche im Informations- und Beratungszentrum (IBZ) in Neuruppin.

Thomas Stork, Streetworker und Jugendbetreuer bei der Initiative Jugendarbeit (IJN) Neuruppin, hat dieses Seminar am ersten Tag der Osterferien in Zusammenarbeit mit zwei Sozialpädagoginnen von der Suchtberatung des Tannenhof auf die Beine gestellt. Neun Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren haben daran teilgenommen. In der kommenden Woche soll es einen zweiten Seminartag geben, an dem es um die Vorteile des Nichtrauchens und um Ausstiegsmöglichkeiten geht.

Rauchen wird unter Jugendlichen immer uncooler

Melanie Stöwesand, die beim Tannenhof auch Raucherberatungen mit Erwachsenen durchführt, hat am Mittwoch in dieser Form zum ersten Mal ein Seminar mit so jungen Menschen gemacht. Entstanden ist die Idee bei einem Tag der offenen Tür des Tannenhof in Neuruppin im vergangenen Jahr. Im ersten Seminarteil mussten sich die Jugendlichen selbst einschätzen, um herauszufinden, wie abhängig sie schon sind. Auf einer Skala von 1 bis 10 stufte sich die Mehrheit in der Mitte ein. Nach einer Pause referierte Stöwesand zum Thema Konsequenzen des Rauchens und warum es sich lohnt, Nichtraucher zu werden. Zuerst stellte die Sozialpädagogin Motive und Gründe Jugendlicher vor, die sie am häufigsten dazu bewegen, mit dem Rauchen anzufangen.

Laut einer Umfrage im Auftrag der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) wollen die meisten Jugendlichen mit dem Rauchen beweisen, wie erwachsen sie schon sind. Sie rebellieren gegen familiäre oder gesellschaftliche Normen, buhlen um Aufmerksamkeit, wollen das andere Geschlecht beeindrucken und glauben, die Leistungsanforderungen, die vor allem schulisch an sie gestellt werden, besser bewältigen zu können. „Die Akzeptanz des Rauchens geht unter den Jugendlichen aber immer weiter zurück“, berichtete Stöwesand. Rauchen gilt demnach unter jungen Menschen als immer uncooler.

Nicht nur das Nikotin macht die Zigarette giftig

Eindruck hinterließ bei Stella und den anderen Jugendlichen vor allem die lange Liste an Zusatzstoffen, die neben dem Nervengift Nikotin in Zigaretten enthalten ist. Blausäure etwa kommt in Rattengift vor, Hydrazin wird für Raketentreibstoff verwendet und Nitrobenzol findet sich in Dieselabgasen wieder. Nach dieser Lehrstunde blieben vier der neun Teilnehmer bei der nächsten Raucherpause im Seminarraum sitzen.

Von Luise Fröhlich

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