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Ostprignitz-Ruppin Junge Flüchtlinge mit grünem Daumen
Lokales Ostprignitz-Ruppin Junge Flüchtlinge mit grünem Daumen
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02:15 15.05.2017
Die beiden syrischen Carl-Diercke-Schüler Mahmoud Bijo und Samh Al Farra (v.l.) haben sich im Schülerpraktikum sehr gut gemacht. Quelle: André Reichel
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Kyritz

Berufsorientierung und Berufsförderung hat in der Kyritzer Carl-Diercke-Oberschule einen sehr hohen Stellenwert. Dies beginnt schon in der 7. Klasse mit der Übergabe der Berufswahlpässe und setzt sich in den weiteren Schuljahren unter anderen mit Betriebsbesichtigungen fort. Derzeit absolvieren die Schüler der Jahrgangsstufe 9 in Betrieben und Firmen der Umgebung ein mehrwöchiges Schülerpraktikum, um dort Erfahrungen zu sammeln.

Zwei von ihnen sind Samh Al Farra und Mahmoud Bijo. Die beiden 17-jährigen Syrer kamen vor zwei Jahren als Flüchtlinge nach Deutschland und leben nun in Kyritz, wo sie die Carl-Diercke-Oberschule besuchen. Einen Praktikumsplatz zu finden, war speziell für die beiden nicht ganz einfach – und dass trotz inzwischen sehr guten Deutschkenntnissen. Mahmoud wollte zum Beispiel gern ein Praktikum beim Frisör machen, fand allerdings niemanden, der ihn nehmen wollte.

Bei Manfred Nitsche klingelt das Telefon fast ununterbrochen. Von seinem Büro aus koordiniert der Bauhofchef alle Arbeiten des Betriebes. Quelle: André Reichel

Fast schon hätten die jungen Syrer resigniert, da fragte die für die ausländischen Schüler zuständige Lehrerin beim Kyritzer Bauhof für sie nach einem Praktikumsplatz. Bauhofchef Manfred Nitsche zögerte nicht lange und nahm sich der beiden Schüler an. Seit 27 Jahren ist er Chef des Kyritzer Baubetriebshofes. In diesem Zeitraum hat er schon unzählige Schüler kennengelernt, die bei ihm ein Praktikum absolvierten. „Längst nicht alle von ihnen erwiesen sich als geeignet“, berichtet Manfred Nitsche.

Doch mit den beiden 17-jährigen Syrern hatte er einen echten Glücksgriff gemacht. Manfred Nitsche nahm die Schüler am ersten Tag persönlich in Empfang, zeigte ihnen den Baubetriebshof in der Schulze-Kersten-Straße und stellte ihnen alle Mitarbeiter vor. Zum Einsatz kamen die Schüler im nahegelegenen Rosengarten.

Wegränder von Unkraut befreit

Dort waren zu diesem Zeitpunkt gerade die drei MAE-Kräfte Heike Brzezinski, Lutz Schulz und David Lauer kräftig am Wirbeln. Sie ­nahmen sich der Schüler an und ­erklärten ihnen welche Arbeiten sie zu erledigen haben. Gemeinsam wurden hunderte Meter Wegränder von Unkraut befreit und üppig wuchernde Hecken gestutzt. Obwohl sie bislang keinerlei Erfahrungen mit Gartenarbeit gemacht haben, zeigten die Schüler eine rasche ­Auffassungsgabe. Vom Fleiß, Pünktlichkeit und Freundlichkeit der jungen Syrer waren nicht nur die MAE-Kräfte stark beeindruckt.

Auch Manfred Nitsche ist voll des Lobes, was die beiden Diercke-Schüler betrifft. „Die beiden Syrer gehören zu den besten Praktikanten, die wir im Bauhof jemals hatten“, sagte Manfred Nitsche. Einen Praktikumstag lang kümmerte sich der Bauhofchef persönlich um die beiden Schüler. „Damit sie auch noch was anderes als Gartenarbeit kennenlernen, habe ich mit ihnen Büroarbeiten erledigt und von meiner Arbeit erzählt“, sagte Manfred Nitsche.

Am Ende wussten die beiden Schüler, dass ein gärtnerischer Beruf nichts für sie wäre. Dies festzustellen ist letztlich auch der Sinn und Zweck eines Praktikums. Vielleicht klappt es ja eines Tages mit dem Wunschberuf Frisör oder Flugzeugmechaniker.

Von André Reichel

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