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Junge Gewässerretter in Aktion

Rheinsberg Junge Gewässerretter in Aktion

Selbst Grundschüler wissen schon: Müll gehört nicht ins Meer oder den See. Weil man selber darin baden will, und weil die Meeresfauna und Flora daran kaputtgeht. Für zwölf Rheinsberger Grundschüler war es daher Ehrensache, beim „International Coastal Cleanup Day“ dabei zu sein, zu dem die Nabu-Ortsgruppe Rheinsberg-Lindow am einlud.

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Tauchgang ins Schilf: die Schüler fanden jede Menge Müll.

Quelle: Regine Buddeke

Rheinsberg. Im Rheinsberger Grienericksee baden gehen? Klar, keine große Sache. Aber manche Wasserratte erlebt dabei auch schon einmal Überraschungen, wenn plötzlich eine ölige Plastiktüte vorbeitreibt, man beim Tauchen einen verrotteten Farbeimer findet oder einem am Ufer plötzlich ein Tampon begegnet. Ja, das ist echt eklig. Und dass das auch für die Bewohner des Sees – pflanzlich oder tierisch – kein Spaß ist, so viel wissen auch die Grundschüler der Rheinsberger Allende-Schule schon. Gemeinsam mit Eltern oder Großeltern sind zwölf von ihnen daher am Sonnabend der Einladung der Nabu-Ortsgruppe Rheinsberg-Lindow gefolgt und beteiligen sich am Internationalen „Coastal-Cleanup-Day“, bei dem freiwillige Naturschützer deutschlandweit Flussufer und Strände reinigen.

Die Kinder, überwiegend aus der 2a, sind daher auch mit Feuereifer dabei, ein Stück Uferbereich des Grienericksees zu entmüllen.

Mit Feuereifer und Schutzhandschuhen

Mit Feuereifer und Schutzhandschuhen: die jungen Gewässerretter.

Quelle: Regine Buddeke

Es ist ein wenig wie Schatzsuche – auch wenn die gesammelten Objekte alles andere als Schätze sind. Insofern hat das Nabu-Team um Bundesgeschäftsführer Leif Miller und Ortsgruppenleiter Timo Kühn auch auf Schutzkleidung geachtet und ein großes Paket mit Arbeits- und Einweghandschuhen sowie speziellen Greiferzangen am Stiel dabei. Zur „Arbeitskleidung“ gehört auch ein blaues Shirt, auf dem Gewässerretter steht.

Es geht um Plastikmüll, erklärt Leif Miller zu Beginn. Zehn Millionen Tonnen davon landen jährlich im Meer, allein auf zehn Tonnen bringt es der Rhein. Für die Weltmeere ist der ganze Müll eine Katastrophe – daher will der Nabu hier tätig werden. „Ihr werdet jetzt alle zu kleinen Gewässerrettern“, schwört Miller die Schüler ein, die sich gleich eifrig an die Arbeit machen und dazu auch tief ins Schilf einsteigen.

Eimer, Tassen und Gummistiefel aus dem See gefischt

Die Erwachsenen halten die Müllsäcke bereit – und manchmal auch die Kinder fest, damit keiner unfreiwillig baden geht. Die Kids entladen den Inhalt ihrer Greifer, der am Ende der Sammelaktion gewogen wird. In einer Strichliste tragen die Kinder ein, was sie alles gefunden haben: darunter auch so skurrile Dinge wie Tassen, Gummistiefel, leere Eimer aber auch einen vollen Wandfarbe-Bottich, den Josie im Schweiße ihrer Mädchenkräfte aus dem Schlick zieht. „Gut gemacht, Josie“, lobt Shanti und erklärt, warum sie bei der Aktion dabei ist. „Die Tiere brauchen ja unseren Schutz und nicht unseren Müll“, sagt sie.

Gut anderthalb Kilometer des Bollwerkes suchen die jungen Gewässerschützer in zwei Gruppen ab – insgesamt wiegt die gesammelte Ausbeute am Ende 101 Kilo. Wobei die Jungs mit 66 Kilo etwas mehr auf die Waage brachten – gut möglich, dass die Mädchen sich mehr des „Kleinkrams“ angenommen haben. Aber es geht ja nicht um Wettbewerb, sondern um die gute Sache. Das sah auch Brigitte Weidauer, Inhaberin der Rheinsberger Grillstuben so, die die Kinder nach der Aktion spontan auf Grillwurst und Limonade einlud – als kleines Dankeschön.

Von Regine Buddeke

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