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Junge polnische Sänger in Rheinsberg

Magie der schönen Stimmen Junge polnische Sänger in Rheinsberg

Seit zehn Jahren veranstaltet der polnische Gesangsprofessor Włodzimierz Zalewski Meisterkurse mit jungen Opern-Nachwuchstalenten in der Rheinsberger Musikakademie. Und immer geben die Sänger ein Konzert, bei dem die Zuschauer ihre Lieblinge wählen können. Die Preisträger von 2014 waren am Sonnabend zu erleben.

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Formvollendete Verführung: Alina Adamska und Hubert Zapior.

Quelle: Regine Buddeke

Rheinsberg. Unglaublich. Anders kann man es nicht nennen, wenn man den jungen Nachwuchssängern lauscht, die am Sonnabend beim Preisträgerkonzert der polnischen Meistersänger in verschiedensten Rollen der Opernliteratur brillierten – mit Stimmen aus Samt, Seide und Stahl. Bereits die Vorauswahl der Solisten fiel schwer, als der polnische Gesangsprofessor Włodzimierz Zalewski Ende 2014 seine Meisterkursteilnehmer – wie in jedem der vergangenen zehn Jahre – in einem Abschlusskonzert vorstellte. Per Stimmzettel durfte das Publikum seine Lieblinge wählen – die nun zum alljährlichen Preisträgerkonzert vor 60 Zuhörern im Schlosstheater Perlen der Opernliteratur zum Besten gaben. Für den erkrankten Jasin Rammal sprang der Tenor Dionizy Wincenty Placzkowski ein.

Von Anfang an ging es in die Vollen: Pawel Trojaks Registerarie aus Mozarts „Don Giovanni“ brachte dem sympathischen Bariton schon damals Bravorufe des Publikums: er präsentierte als Leporello einen so hinreißend sonoren Bariton, dass er damit wohl seinem Herrn und Meister Don Giovanni den Rang abgelaufen und die liebeswilligen Damen abspenstig gemacht hätte. Wäre da nicht Hubert Zapior. Der gibt den Frauenschwarm etwas später im berühmten Duett „Reich mir die Hand, mein Leben“. Es ist atemberaubend, in welch stimmlicher Bandbreite der Bariton die „Zerlina“ Alina Adamska-Raitarovskyi verführt: sein flammend ungestümes Werben vereint sowohl Kraft als auch einschmeichelnd geflüsterte Liebesworte in solch lustvollem Wechselspiel, dass Leporello denn doch bleibt, was er ist: ein Diener seines Herren.

Den Förderpreis in Empfang genommen

Hubert Zapior ist es dann auch, der den alljährlichen Förderpreis der Musikakademie Rheinsberg in Empfang nehmen darf. Der 22-Jährige ist, so Laudator und Musikakademiebeirat René Schuh, eine Ausnahmeerscheinung unter den jungen Sängern und in Rheinsberg kein Unbekannter: mehrfach nahm er an den Meisterkursen teil, zweimal bereits war er Preisträger in der Publikumswertung. Man mag kaum glauben, dass der junge Mann noch mitten im Gesangsstudium ist, so sehr überzeugt sein Vortrag.

Auch die Sopranistin Alina Adamska-Raitarovskyi lässt die Gelegenheit nicht verstreichen, sich im besten Licht zu präsentieren. Vor elf Monaten sang sie sich noch mit den virtuosen Staccato-Koloraturen der Puppe Olympia aus „Hoffmanns Erzählungen“ in die Zuschauergunst, im Preisträgerkonzert setzte sie noch eins drauf. Die Glöckchenarie der Lakmé aus Delibes’ gleichnamiger Oper ist eine Arie, die den Stimmbändern Dinge abverlangt, die man sich als Normalsterblicher kaum vorstellen kann. Insofern erhielt die Sopranistin auch viele Bravorufe aus dem Publikum, obschon sie sich beim ein oder anderen Ton doch etwas quälen musste.

Ein riesengroßes Lob gebührt auch Julia Laskowska, die den Marathon am Klavier durch die unterschiedlichsten Partien mit Bravour und Facettenreichtum absolvierte.

„Die Qualität hier überzeugt uns immer wieder“, schwärmt das Ehepaar Mühlbock aus Weißenfels, das gerade auf der Durchreise ist und sich den kurzen Zwischenstopp in Rheinsberg gönnte. Seit 15 Jahren schon treue Gäste beim Rheinsberger Opern-Festival sind die beiden einmal mehr entzückt. „Wir sind überrascht, wie gut die sind: tolle Stimmen, super Interpretationen“, sind sich beide einig. Auch in Hubert Zapior. „Der junge Mann hat den Preis verdient.“

Von Regine Buddeke

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