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Ostprignitz-Ruppin Jungstörche erhalten Personalausweis
Lokales Ostprignitz-Ruppin Jungstörche erhalten Personalausweis
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00:18 21.06.2017
Mit Fingerspitzengefühl schließt Jürgen Kaatz den Metallring am Storchenfuß. Quelle: Christamaria Ruch
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Neu Biesen

Zwei Jungstörche im Horst – das ist der Gradmesser für eine intakte Landschaft. Sinkt diese Anzahl, gerät die Storchenwelt langfristig aus dem Gleichgewicht. Der Blick in das Storchennest bei Lutz Behrend in Neu Biesen zeigt: Hier ist die Welt noch in Ordnung.

Am Sonnabend erlebten die zwei Jungstörche mit ihrer Beringung einen ersten großen Auftritt. Mehr als 15 Zuschauer verfolgten das Schauspiel aus nächster Nähe. „Familie, Verwandte, Freunde und Nachbarn kommen jedes Jahr und beobachten die Beringung“, sagte Lutz Behrend. Ornithologe Jürgen Kaatz aus Dranse beringt seit 30 Jahren Störche und spult dabei jedes Mal ein logistisches Programm hinter den Kulissen ab. Erst mit Hilfe einer Hebebühne kann Meister Adebar in luftiger Höhe erreicht werden. Dabei greift Kaatz auf ein Netzwerk zurück, aus dem regelmäßig Technik kostenfrei bereitgestellt wird. Dazu zählt auch das Unternehmen Nikolowius aus Wittstock, das nun in Aktion trat.

Mit Fingerspitzengefühl schließt Jürgen Kaatz den Metallring am Storchenfuß. Quelle: Christamaria Ruch

Der Mast mit der Nisthilfe sitzt in Lutz Behrends Garten in zehn Metern Höhe. „Seit 2014 haben wir die Nisthilfe und seitdem ist der Horst regelmäßig besetzt“, sagte er. Drei Jungstörche wurde 2014 flügge und danach schafften immer zwei Jungtiere den Abflug in den Süden. Lutz Behrend und Andy Kralisch aus Zaatzke stiegen in den Korb und fuhren aufwärts. „Ich bin durch Lutz Behrend vom Storchenvirus infiziert und wünsche mir auch bei uns zu Hause einen Horst“, sagte Kralisch. „Das muss ich mir genau vor Ort ansehen“, sagte Jürgen Kaatz. Und: „Die Dörfer rund um die Glinze-Niederung sind bei Störchen beliebt.“ Dazu zählt auch Zaatzke.

Die Beringung vom Meister Adebar ist für alle Generationen ein Ereignis, wie in Neu Biesen zu beobachten war. Andy Kralisch brachte seine Familie und Schwiegereltern mit. „Das erlebe ich heute hier zum ersten Mal“, sagte seine Frau Cindy. Behrend griff die beiden Jungtiere, legte sie in den Wäschekorb, bedeckte sie mit einem Handtuch, fuhr dann mit Andy Kralisch hinab und übergab die wertvolle Fracht an Jürgen Kaatz. „Die Tiere wiegen 2,5 und 3 Kilogramm, mit ihrem Zustand bin ich zufrieden“, sagte er. Wenn die Tiere drei Wochen alt sind, ist das der ideale Zeitpunkt zum Beringen. Viel später könnte es zu Nestabstürzen kommen, weil die Störche beweglicher werden. „Die Tiere sind 29 Tage alt“, sagte Lutz Behrend. Jürgen Kaatz verwendet seit letztem Jahr den neuen Metallring der Beringungszentrale Hiddensee. Das Modell besteht aus einer gehärteten Aluminiumlegierung mit einem sehr geringen Abnutzungsgrad.

Am Freitag, 23. Juni, setzt Jürgen Kaatz die Beringung der Jungstörche im Altkreis Wittstock fort. Dann besucht er Horste in Berlinchen, Biesen, Dranse, Klein Haßlow, Sewekow und Wernikow.

Von Christamaria Ruch

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