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Alt Ruppiner Korsofahrt Jury gesucht

Für die Organisatoren der Alt Ruppiner Korsofahrt hat die heiße Phase begonnen. Das Volksfest findet am 3. August möglicherweise ohne Feuerwerk statt. Der Grund: es gilt momentan noch Waldbrandwarnstufe IV.

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Herzstück des Alt Ruppiner Festes ist der Bootskorso.

Quelle: Peter Geisler

Alt Ruppin. Wenn sie in entspannten Stunden beieinander sitzen, ist die Angst vor dem Wetter gleich null. „Wir haben ja den besten Draht“, sagt Andy Röbel, Sprecher des Alt Ruppiner Korsofahrtvereins. Seit der Pfarrer Traugott Kuhnt nicht mehr lebt, sind sich die Vereinsmitglieder sicher, dass er sich im Himmel einsetzt für das ideale Volksfestwetter. Kuhnt war über viele Jahre oberster Organisator des Sommerkarnevals am Rhin und leitete den Verein dazu.

Zehn Tage vor Korsofahrt Nummer 92 haben die Mitglieder kaum noch Zeit für Gedankenspiele. Sie müssen loslegen, anpacken, damit am 3. August alles läuft. Die Korsofahrt mit dem dazugehörigen Fest ist das größte privat organisierte Volksvergnügen der Region – noch dazu das mit der längsten Tradition. „Das Engagement der Alt Ruppiner geht weit über das hinaus, was man von einem Ortsteil dieser Größe erwarten könnte“, lobte Neuruppins stellvertretender Bürgermeister Arne Krohn gestern im Pressegespräch der Stadt.

Die Organisation der Korsofahrt in Alt Ruppin ist Jahr für Jahr ein Kraftakt – vor allem finanziell. 35 000 bis 40 000 Euro kostet der Sommerkarneval, mit dem der Verein dieses Jahr wieder 10 000 Zuschauer an den Rhin locken will. Die Kosten steigen stetig, sagt Andy Röbel: Bei 700 Euro lagen vor ein paar Jahren die Gebühren für die Gema, die die Rechte von Künstlern vertritt und darum Geld verlangt, wenn Musik öffentlich abgespielt wird – inzwischen zahlt der Verein 1800 Euro an die Verwertungsgesellschaft. Und das ist nur ein Beispiel.

Die Organisatoren halten seit Jahren an dem Eintrittspreis von fünf Euro fest. „Und dabei wollen wir auch bleiben“, sagt Andy Röbel. Wenn das Wetter gut ist bei der Korsofahrt, ist es unterm Strich auch möglich, die Kosten zu decken – das Problem hat der Verein vorher. „Viele Rechnungen sind bereits fällig“, so Röbel. So dankbar der Verein für die 3000 Euro Zuschuss von der Stadt ist, bleibt es vor dem Fest doch ein Tropfen auf den heißen Stein. Wären da nicht die vielen Sponsoren, wäre die Korsofahrt-Tradition möglicherweise schon gestorben, sagt Andy Röbel. Gut, dass es treue Förderer gibt, die schon Anfang des Jahres überweisen. Gut, dass Verlass auf größere Sponsoren ist. Unter anderem unterstützen die Stadtwerke seit Jahren das Fest finanziell und vor allem logistisch.

Einmal pro Woche trifft sich der harte Kern der etwa zehn Hauptorganisatoren. Um beinahe jedes Detail kümmern sie sich – und mit so gut wie jeder Kritik könnten sie nach dem Fest auch leben. Nur eins wollen sie sich auf keinen Fall nachsagen lassen: Dass es eine ungerechte Jury gegeben hätte. Jeweils sieben bis neun Preisrichter braucht der Verein für die Bewertung der Boote und Ufer. Etliche Jurorenposten sind noch unbesetzt – wofür unter anderem Andy Röbel jetzt eifrig Werbung macht. „Unser Ziel ist es, an der gesamten Uferstrecke einzelne Jurymitglieder zu verteilen.“ Würden die Preisrichter versammelt an einer Stelle sitzen, könnte es passieren, dass Bootsbesatzungen nur an dieser Stelle für Stimmung sorgen. „Und das wollen wir verhindern“, sagt Röbel, der die Korsofahrt schon als Steppke bewundert hat. Sein Großvater war früher einer der Hauptorganisatoren.

Für das Team, das vom Wasser aus Naschwerk unters Volk bringen will, und für die Jury, die die Ufer bewertet, werden zudem noch zwei Boote gesucht. Bei früheren Korsofahrten fand die Jury stets auf dem Ausflugsschiff „Herz As“ Platz. Doch das liegt seit Jahren auf dem Trockenen, weil es repariert werden muss. Und auch das Boot der Kirchengemeinde, das zwischenzeitlich als Jurorenkahn diente, müsste dringend instand gesetzt werden.
Der Bootskorso ist und bleibt der Höhepunkt am 3. August. Gekrönt werden sollte der Abend noch mit einem Feuerwerk. Solange allerdings Waldbrandwarnstufe IV gilt, wird das unmöglich sein, sagt Andy Röbel. „Wir rechnen damit, dass wir es in diesem Jahr leider ausfallen lassen müssen.“

Von Juliane Felsch

Das Fest auf einen Blick

Herzstück des Festes am 3. August ist der Bootskorso. Die Fahrt der geschmückten Wassergefährte beginnt um 21.30 Uhr.
Das Volkfest am Bollwerk startet um 15 Uhr. Dort stehen diesmal eine Riesenrutsche, der Hobbyzoo Krangen, ein Kinderschminkstand, eine Bastelstraße und eine Trampolin-Spring-Station bereit. Auf einem Piratenboot können Kinder das
Armbrustschießen ausprobieren.
Auf der Bühne sind ab 15.30 Uhr Kinder der Kita Spatzennest, Bauchredner Alfonso, „Gundi aus Berlinchen“, die Neuruppiner Show-Sängerin Jeannine Hartmann, der Liedermacher Roland Bliesener und die Band „The Mighty Rollers“ zu erleben.
Stargäste nach der eigentlichen Korsofahrt am späten Abend sind die Musiker der früheren Band „Rednex“ mit ihrer „Cotton Eye Joe Show“ – benannt nach ihrem größten Hit.
Ob das Feuerwerk wie geplant stattfinden kann, ist noch nicht klar. Dafür müsste die Waldbrandgefahr bis zum 3. August deutlich sinken.
Im Seebad beginnt um 23 Uhr eine Beachparty.
Der Eintritt zum Volksfest kostet fünf, für Kinder bis 16 Jahre ein Euro.
Die besten Boote und Ufer werden am Sonntag bei einem Frühschoppen mit freiem Eintritt ab 11 Uhr bekanntgegeben.

Wer Lust hat, die Korsofahrt mal als Jurymitglied zu erleben oder von geeigneten Booten für die Jury und das Süßigkeiten-Team weiß, kann sich bei Andy Röbel unter Tel. 03391/40 03 35 melden. Über ihn können Korsofahrtteilnehmer auch vorab die Startnummern für ihr Boot bekommen.

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