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KTG: Landgericht muss Beschwerde prüfen

Neuruppin KTG: Landgericht muss Beschwerde prüfen

Der Streit über die Zukunft des Biogasriesen KTG Energie geht weiter: Gegen den Beschluss des Amtsgerichtes Neuruppin, das Anfang Februar den Insolvenzplan bestätigt hat, wurde von Gläubigern fristgerecht Beschwerde eingelegt. Damit ist nun das Landgericht am Zug. Der KTG-Vorstand reagiert dennoch gelassen.

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Die Insolvenzversammlung tagte Anfang Februar hinter verschlossenen Türen. Die Beratung in der Neuruppiner Pfarrkirche dauerte knapp zehn Stunden.

Quelle: Andreas Vogel

Neuruppin. Der Streit über die Zukunft des Biogasriesen KTG Energie geht weiter. Denn gegen den Beschluss des Amtsgerichtes Neuruppin, das am 10.  Februar den Insolvenzplan für das Unternehmen bestätigt hat, wurde fristgerecht eine Beschwerde eingelegt, wie eine Gerichtssprecherin am Montag sagte.

Mehr als 1000 Gläubiger verlieren ihr Geld

Dass es eine Beschwerde geben wird, ist wenig verwunderlich. Sieht doch der Insolvenzplan vor, dass die Gläubiger lediglich 2,94 Prozent ihres Einsatzes zurück erhalten sollen – versprochen worden war ihnen einst eine Rendite von 7,25 Prozent. Angesichts dessen verwundert es eher, dass lediglich eine Beschwerde vorliegt. Gibt es doch mehr als 1000 Gläubiger, darunter auch Kleinsparer, die ihr Geld in das Unternehmen gesteckt haben und jetzt wohl nur einen Bruchteil davon zurück erhalten. Laut MAZ-Informationen handelt es sich um mehr als 30 Millionen Euro, die das deutschlandweit tätige Biogasunternehmen KTG Energie „verbrannt“ hat.

Trotz der Beschwerde blieb KTG-Vorstand Gerrit Hölzle am Montag „sehr gelassen“. Der Anwalt aus Bremen geht davon aus, dass das nun zuständige Landgericht Neuruppin feststellen wird, dass die Beschwerde gar nicht zulässig ist. Denn der Beschwerdeführer müsste dazu nachweisen, dass er mit dem Insolvenzplan schlechter gestellt ist als ohne. Das habe er aber bisher nicht getan, so Hölzle. Der Vorstand rechnet nicht damit, dass dieser Nachweis überhaupt möglich ist. Laut Hölzle gibt es keine Alternative zum Insolvenzplan. Soll heißen: Entweder die Gläubiger erhalten knapp drei Prozent ihres Einsatzes zurück – oder aber gar nichts. Dann würde das Unternehmen mit seinen 19 Tochtergesellschaften zerschlagen. Dazu gehören ebenfalls Ableger in Wuthenow, Perleberg, Putlitz und Vehlefanz.

Gutachter schäten den Wert von KTG Energie auf 180 Millionen Euro

Der Biogasriese KTG Energie ist zwar insolvent und hat Schulden, die auf 130 Millionen Euro beziffert werden. Doch schätzen Gutachter den Wert des Unternehmens derzeit auf rund 180 Millionen Euro. Der Grund: Für die Biogasanlagen gibt es vom Staat garantierte Einspeisevergütungen über 20 Jahre. Gläubiger rechnen deshalb in den nächsten Jahren mit Überschüssen von insgesamt rund 300 Millionen Euro.

Nicht zuletzt angesichts dieser Daten hatten mehr als 100 Gläubiger Anfang Februar stundenlang in Neuruppins Pfarrkirche über den Insolvenzplan gestritten. Die Debatten hinter verschlossenen Türen, die am Morgen begonnen hatten, gingen bis in den Abend. Schließlich hatten sich vier von fünf Gruppen für den Insolvenzplan ausgesprochen, darunter die Arbeitnehmer, die öffentlich-rechtlichen Träger wie das Arbeitsamt und die sonstigen Gläubiger. Allein die Anleihegläubiger waren mit großer Mehrheit, mehr als 75 Prozent, gegen den Insolvenzplan. Dessen ungeachtet hatte das Amtsgericht Neuruppin das Zukunftspapier für das Unternehmen bestätigt.

Nun muss sich das Landgericht mit dem Fall befassen. Die zweite Zivilkammer wird prüfen, ob die Beschwerde zulässig und ob sie berechtigt ist, sagte eine Sprecherin. Wie lange das dauern wird, ist offen. KTG-Vorstand Hölzle geht davon aus, dass innerhalb von vier Wochen eine Entscheidung fällen wird.

Von Andreas Vogel

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