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Ostprignitz-Ruppin Kabarett mit Florian Schroeder
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kabarett mit Florian Schroeder
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00:17 08.03.2017
Zuhören, entspannen und nachdenken hieß es am Freitagabend beim Kabarett mit Florian Schroeder im Neuruppiner Kulturhaus. Quelle: Cornelia Felsch
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Neuruppin

Florian Schroeder – bekannt als Parodist der jungen deutschen Kabarett-Generation hat sich für ein Gastspiel in Neuruppin entschieden, obwohl er für gewöhnlich mit dem Zug unterwegs ist. Ein unsicheres Unterfangen, zumal er sich nicht sicher war, ob er in der Fontanestadt auch ankommt oder ob es heißt, „Zug hält nur bei Bedarf“. Er bewies Mut und erfuhr in Hennigsdorf, dass er in Neuruppin am Rheinsberger Tor aussteigen kann – ein Katzensprung bis zum Kulturhaus „Stadtgarten“ wo er am Freitag vor 400 Zuhörern ein temporeiches, abwechslungsreiches Programm zur Kunst der optimalen Entscheidung hinlegte. Die mussten sich ganz schön konzentrieren, um dem Feuerwerk des Hintersinnigen zu folgen, bekamen dabei aber ganz schön viel zu Lachen.

Virtuos saust der Autor zweier Bücher durch unsere moderne Welt in der Epoche der Selbstoptimierung. Alles muss perfekt sein, Handy, Laptop, Kleidung, Partner und Familie. Doch nur wer alle Optionen kennt, kann optimal entscheiden. Florian Schroeder hat sich an diesem Abend für einen unscheinbaren Anzug entschieden. Vielleicht um nichts falsch zu machen?

Außergewöhnliche Beobachtungsgabe

Mit außergewöhnlicher Beobachtungsgabe und hinreichend viel schwarzem Humor switcht er durch die virtuelle Welt, ist unterwegs in sozialen Netzwerken, wo Benutzer aller Arten ihre Meinungen austauschen können und er kommt zu dem Schluss: „Wenn einer die Rechtschreibung nicht beherrscht und auch der Grammatik nicht mächtig ist, so müsste ihm eigentlich das Notebook abgenommen und das Internet abgestellt werden.“ Doch nicht immer läuft alles optimal, auch in der Politik sei das mit der Bildung so eine Sache. Kein Abitur. kein Studium und auch keine juristischen Staatsexamina. Da fälscht eine SPD-Politikerin ihren Lebenslauf und es stellt sich heraus, dass sie weder Abitur noch Studium, noch Staatsexamen abgelegt hat. Nun kommt mit Martin Schulz ein Kanzlerkandidat ohne Abitur. Der Profi-Witzbold zieht auf der Bühne seine eigenen Schlussfolgerungen: „Wie viele Politiker sitzen im Bundestag, die studiert haben, denen man es aber nicht anmerkt.“ Zum Lachen und Begreifen der Pointe bleibt den Zuhörern nur wenig Zeit, schon kommt Schroeder auf sein „Lieblingsopfer“ Angela Merkel zu sprechen. Typische Gesten gehören zum Programm.

Trump als ferngesteuerter Typ

Mit der entsprechenden Handstellung vor dem Bauch und treffender Mimik parodiert er die Kanzlerin und ihre „Nichtaussagen“ um schließlich das Fazit zu ziehen: „Merkel ist an allem Schuld, auch an der AfD.“ Und schon ist er bei Frauke Petry von der AfD. Mit der Behauptung, ihre Partei sei das Fieberthermometer der Gesellschaft, liege die AfD-Chefin keineswegs falsch. „Schließlich beweist das doch, dass sie genau weiß, in welches Körperteil sie gehört“, stellt Schroeder zur Begeisterung seiner Fans fest. Sein Ausflug in die Politik kulminiert schließlich bei Trump – für Schroeder ein fremdgesteuerter Typ mit der Hardware eines Taschenrechners und der Speicherfähigkeit eines Commodore 65. Mit erquickender Respektlosigkeit seziert er das tagespolitische Geschehen und kommt schließlich zu der Erkenntnis: Angst ist das Grundgefühl unserer Tage. „Ich wäre aber wohl kaum an einem kalten Märztag nach Neuruppin gefahren, wenn ich meine Angst ernst genommen hätte“, stellt er souverän fest.

Plattitüden sind nicht sein Ding

Der in Lörrach geborene 37-jährige Autor, Kolumnist, Hörfunk- und Fernsehmoderator ahnte bereits in frühen Jahren, dass er auf die Bühne gehört. In der Schule gab er den Klassenkasper und mit 14 Jahren hatte er seinen ersten Auftritt in einer Fernsehsendung von Harald Schmidt, in der er Prominente parodierte. Nach dem Abitur tourte er drei Jahre mit einem Kabarett-Ensemble durch das Land, studierte in Freiburg Germanistik und Philosophie und wurde schließlich durch Radio- und Fernsehsendungen bekannt. Plattitüden sind nicht sein Ding; spannend, intelligent und menschlich kommt sein Programm daher – eine Mischung aus Loriot und Dieter Hildebrandt. Im Schlussspurt gelangt er nach zweistündigem Marathon durch den Wort-Dschungel zur letzten großen Entscheidung – dem Sterben. Am Ende der Show heißt es „Noch Fragen?“

Von Cornelia Felsch

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