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Kämmerer Willi Göbke geht nach 24 Jahren

Neuruppin Kämmerer Willi Göbke geht nach 24 Jahren

Er gilt bei Politikern als der Zahlenjongleur schlechthin: Seit 1994 ist Willi Göbke für die Finanzen der Stadt verantwortlich. Er hat geholfen, die Schulden abzubauen und den Haushalt neu aufzustellen. Für viele Abgeordneten war klar: Wann immer Geld im Haushalt fehlte – spätesten Ende des Jahres fand Willi Göbke noch welches. Jetzt geht er in den Ruhestand.

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Wie viel Geld hinterlässt Neuruppins Kämmerer seinem Nachfolger? Auch das wollte Margarete Jungblut (r.) von Willi Göbke wissen.

Quelle: Reyk Grunow

Neuruppin. Das letzte Geheimnis hat Willi Göbke dann doch nicht verraten. „Wo haben Sie die Millionen denn nun versteckt?“, wollte Margarete Jungblut am Mittwoch im Haus der Begegnung von Neuruppins Kämmerer wissen. Der lächelt und blieb eisern: „Vielleicht im Schuhkarton?“

Die Senioren im Haus der Begegnung hatte den obersten Haushaltsverwalter von Neuruppin nicht zum ersten Mal eingeladen, um mit ihm über die Finanzsituation zu sprechen – allerdings wohl zum letzten Mal – zumindest in seiner Funktion als Kämmerer. Nach 24 Jahren an der Spitze der Neuruppiner Finanzverwaltung geht Willi Göbke demnächst in den Ruhestand. Der Tag der Arbeit am 1. Mai wird sein erster ohne Arbeit sein.

„Ich wolle eigentlich nie in den öffentlichen Dienst“, räumte er am Mittwoch im Gespräch mit Neuruppins früherer Sozialdezernentin Margarete Jungblut ein. Mathematik und Physik hat er Anfang der 70er Jahre in Magdeburg studiert. Dort, wo er auch seine heutige Frau kennen und lieben gelernt hat. Zusammen sind sie nach dem Studium ins Narva-Glühlampenwerk nach Berlin gegangen und später dann auf der Suche nach einer Wohnung zu den Elektrophysikalischen Werken nach Neuruppin gewechselt.

Erst Berlin, dann Neuruppin

Geboren wurde Willi Göbke 1952 in Groß Börnecke bei Stendal. Weil sein Vater wenig Zeit hatte, war Willi Göbkes Ansprechpartner vor allem sein Großvater. Liebevoll erzählte er von ihm und seiner Kindheit im heutigen Sachsen-Anhalt. Beziehungen in die alte Heimat sind nie abgerissen, Willi Göbkes Eltern – 94 und 92 Jahre alt – leben noch heute dort. Er selbst und seine Frau sind längst Neuruppiner, ihre beiden erwachsenen Kinder leben in Berlin und Leipzig.

Die Wende 1989 war Schuld, dass Willi Göbke dorthin gekommen ist, wohin es ihn eigentlich nie zog. EPW wurde abgewickelt, fast alle Jobs dort gingen verloren. Also musste er sich völlig neue Arbeit suchen. Leute, die sich mit Zahlen auskannten, waren auch damals gefragt – etwa beim Aufbau der neue Kreisverwaltung im Landkreis Neuruppin. 1991 wurde Göbke Chef des Gemeinde- und Rechnungsprüfungsamtes. Drei Jahre später, bei Gründung des Kreises Ostprignitz-Ruppin, wechselte er in die Stadtverwaltung von Neuruppin.

Wuchtige Erkenntnis: Das Geld reicht nie für alles

Neuruppins Finanzlage war damals alles andere als rosig. Die Stadt hatte Schulden von bis zu 21 Millionen Euro. Mit einer strengen Diät für die Stadt ist es dem Kämmerer nach und nach gelungen, den Berg abzubauen. Niederschläge, etwa die umstrittenen Geschäfte mit Schweizer Franken gehörten auch zu seiner Kariere dazu. Doch insgesamt zieht Willi Göbke eine sehr positive Bilanz der vergangenen 24 Jahre. Natürlich klagten Ämter, Ortsbeiräte und Stadtverordnete immer wieder, dass sie mehr Geld brauchen. „Es ist nie genug Geld da, um alles zu machen“, sagt der Kämmerer. „Aber insgesamt steht Neuruppin heute sehr gut da. Besser vielleicht, als noch vor zehn Jahren.“

Bis Ende April bleibt Willi Göbke noch im Amt. Seinen voraussichtliche Nachfolger hat er selbst mit aufgebaut. Thomas Dumalsky ist schon jetzt Amtsleiter in der Kämmerei auf Probe. Voraussichtlich Anfang April sollen die Stadtverordneten entscheiden, ob sie Dumalsky auf Dauer zum Kämmerer machen wollen.

Von Reyk Grunow

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