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Ostprignitz-Ruppin Kahlbutz aus Kampehl: Er ist wieder da!
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kahlbutz aus Kampehl: Er ist wieder da!
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02:16 07.11.2015
Im Buch wacht Kahlbutz in der Gegenwart auf. Tatsächlich aber liegt er noch in seiner Gruft. Quelle: Matthias Anke
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Kampehl

Wenn Tote aus alten Epochen in die Gegenwart katapultiert werden, ist ihnen Aufmerksamkeit sicher. Aktuell sorgt so nicht nur Adolf Hitler für Furore. Denn jetzt ist auch er „wieder da“: Christian Friedrich von Kahlbutz, geboren 1651, gestorben 1702, aufgewacht 2015, und zwar im Kinderbuch „Ritter Kahlbutz. Besuch aus der Vergangenheit“.

Die Falkenseer Autorin Dorothea Flechsig („Sandor“, die sprechende Fledermaus; „Petronella Glückschuh“, die Naturforscherin) präsentierte ihr neues Werk kürzlich auf Deutschlands wichtigster Buchmesse in Frankfurt und am Dienstag nun auch im Ort der Handlung selbst. In der vor allem mit vielen Kindern voll besetzten Wehrkirche von Kampehl las sie auch jene Zeilen vor, in denen die Mumie des Christian Friedrich von Kahlbutz dank Blitz und Regenwasser wiederbelebt wird: Kinder stahlen sie aus der Gruft der Wehrkirche, um einem dicken Jungen, den sie gerne ärgern, einen neuen Streich zu spielen. In der Folge aber entspinnt sich daraus eine heitere Geschichte um Toleranz und Miteinander.

Kornelia Boje und Dorothea Flechsig Flechsig wurden von einem Klarinettentrio begleitet (v.r.n.l.) Quelle: Matthias Anke

Der Ritter scheint dabei nicht mehr ganz der Alte zu sein, hatte er damals doch schwere Schuld auf sich genommen. Ein Mädchen namens Marie erinnert ihn schließlich an seine Dienstmagd Maria Leppin, deren Verlobten Gutsherr Kahlbutz einst getötet haben soll. Vor Gericht bestritt Kahlbutz das und schwor: „Wenn ich doch der Mörder bin gewesen, dann wolle Gott, mein Leichnam solle nie verwesen.“

Berühmte Synchronstimme liest des Ritters Kahlbutz Zeilen

So bekommen die Leser nebenher die ganze Mumien-Sage erzählt. Denn eigentlich war Kahlbutz nie weg. Der knöcherne Mann liegt nach wie vor in seiner gläsernen Kiste. Davon durften sich die Kinder bei einer Führung von Dorit Geu vom Pfarramt anschließend überzeugen. Besonders gruselig: Es war Kahlbutz’ 313. Todestag. Oder war er doch schon Mal weg? Ist es überhaupt der Echte? Flechsig lässt der Fantasie der Kinder mit ihrem Buch freien Lauf. Die Gänsehautstimme von Kornelia Boje, die an der Seite von Flechsig des Ritters Sätze verlas, tat ihr übriges. Boje, Jahrgang 42, ist bekannt als Schauspielerin, aber auch als Synchronsprecherin von Morticia in „Addams Family“ bis hin zu Mary McDonnell in „Der mit dem Wolf tanzt“.

Im Anschluss der Lesung signierte Dorothea Flechsig (r.) ihre Bücher. Quelle: Matthias Anke

Das 176-seitige Buch mit der kinderfreundlich großen Schrift ist versehen mit Zeichnungen des Berliner Illustrators Jörg Kreutziger und es reit sich nun ein in eine ganze Palette von Kahlbutz-Adaptionen. Die Legende lieferte nach „Spuk unterm Riesenrad“, „Spuk im Hochhaus“ und „Spuk von draußen“ einst schon den Stoff für Teil vier dieser Kinderfernsehserie: „Spuk aus der Gruft.“ Zudem wurde vor einigen Jahren ein Thriller gedreht:„Kampehl.“ Und auch 2016 kommt Kahlbutz wieder, verriet Dorothea Flechsig. Dann als Hörbuch.

Die Wehrkirche von Kampehl, in der sich Kahlebutz’ Gruft befindet, ist seit Jahrzehnten Anziehungspunkt von Touristen aus allen Himmelsrichtungen. Quelle: Matthias Anke

Von Matthias Anke

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