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Ostprignitz-Ruppin Kajakwanderer legen am Nebelsee ab
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kajakwanderer legen am Nebelsee ab
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00:16 07.03.2017
Wer bei Verlando Konschak (l.) und Günter Lutz am Nebelsee ins Kajak steigt, kann Brandenburg und Mecklenburg aus einer anderen Perspektive erleben.. Quelle: Christamaria Ruch
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Sewekow

Kaum sind die letzten Eisschollen am Nebelsee verschwunden, spüren Verlando Konschak und Günter Lutz ein Kribbeln in den Fingern. Auch wenn die Saison auf dem Wasser bisher nur als Planspiel auf der Karte existiert – die beiden Männer holen schon mal ein Kajak aus dem Bootsschuppen.

Gerade jetzt, bevor die Vegetation in Wallung gerät und die Bäume noch kein grünes Kleid angelegt haben, sind die Gewässer rund um Sewekow leicht zu entdecken. Neben dem Nebelsee gehören der Sewekow-, Langhagen-, Grundlossee und der Torfstich zu den landschaftlichen Juwelen.

Hotelier Verlando Konschak vom Seehotel „Ichlim“ bei Sewekow und Reiseveranstalter Günter Lutz aus Wulfersdorf sitzen seit dem vergangenen Jahr im sprichwörtlichen Boot. Mit dem Kajak können die Gäste bei Verlando Konschak seit mehr als zehn Jahren in den Nebelsee stechen. Meist sind das Kurztrips oder Tagestouren.

Paddeltour mit versiertem Naturführer

„Zum Einstieg in das Paddeln kann man eine mehrstündige Strecke vom Nebelsee in den Langhagensee in Angriff nehmen“, so Konschak. Seit dem vergangenen Jahr bietet er mit Günter Lutz Paddelurlaub an. Lutz hat sich auf Touren quer durch die Natur spezialisiert. Außerdem ist er zertifizierter Natur- und Landschaftsführer und kennt die Vorlieben seiner Gäste. „Die Nachfrage nach Paddeltouren wächst“, sagt der 57-Jährige. Er kennt Touristen, die zunächst die Region mit dem Fahrrad unter die Lupe nahmen. „Nun möchten sie das auch vom Wasser aus erleben“, sagt Günter Lutz. Verlando Konschak stellt die Kajaks und Günter Lutz die Touren – damit sitzen beide im Boot. Alle Ausflüge starten am Nebelsee.

Die robusten Kajaks aus Glasfiber sind gut 80 Kilogramm schwer. „Die liegen gut und glatt im Wasser und deshalb kommt es nicht so schnell zu einer unfreiwilligen Eskimorolle“, sagt Verlando Konschak. Bis zu 30 Kajaks können am Steg vom Nebelsee anlegen. Dieser Steg ist gerade neu beplankt und neue Pfähle wurden eingespült. Frühaufsteher sind bei den Paddeltouren im Vorteil. „Wenn morgens die Natur erwacht, können See- und Fischadler, Roter Milan oder Haubentaucher entdeckt werden“, schwärmt Konschak. Sogar der Silberreiher ist seit sieben Jahren wieder heimisch. Ende der 1950er Jahre verschwand dieser Vogel aus der Region, weiß er aus Erzählungen von Erhard Nöhmke. „Die Wiederkehr zeigt, dass die Wasserqualität wieder gut ist“, so Konschak.

Der Nebelsee bietet zu jeder Jahreszeit stimmungsvolle Momente. Quelle: Christamaria Ruch

Doch wer genau den Wasserstand im Jahresverlauf verfolgt, sieht die Schwankungen. „Unter der Brücke am Hotel steigt das Wasser im April mitunter über das Ufer, da sind 1,10 Meter Wassertiefe möglich“, so Konschak. Doch im Laufe der Saison kann der Wasserstand auf 50 Zentimeter sinken. „Das liegt am Schleusenbetrieb im Bereich Mirow“, sagt Verlando Konschak. Besonders von Juni bis August wird Mirow stark frequentiert; das führt zum sinkenden Wasserstand. „Unsere Brandenburger Seen liefern Nachschub und versorgen die Mecklenburgische Seenplatte“, sagt Günter Lutz.

Wer eine einwöchige Paddeltour plant, legt 80 Kilometer zurück und durchquert dabei mindestens 30 Gewässer. Vom Nebelsee gelangen die Paddler in den Tralow- und Thürensse. Dem folgen die „mecklenburgischen Everglades“, ein Verbindungsarm zum Müritzsee. Dahinter verbirgt sich eine 500 Meter lange und fünf Meter breite Schneise durchs Schilf. „Wir weisen die Gäste immer darauf hin, dass das Schilf ein sensibler Lebensbereich ist“, sagt Günter Lutz. Damit der Schilfgürtel eine Zukunft hat, darf mit dem Kajak nur an ausgewiesenen Stellen angelandet werden. „Achtsamkeit in der Natur ist ganz wichtig“, lautet Lutz’ Grundsatz.

Weitere Informationen unter www.prignitzradler.de und www.seehotel-ichlim.de

Von Christamaria Ruch

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