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Ostprignitz-Ruppin Kampf gegen Spinner: Das Fraßgift zeigt Wirkung
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kampf gegen Spinner: Das Fraßgift zeigt Wirkung
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10:15 19.05.2017
Bevor das Gift Dipel ES versprüht wurde, tankte die Firma in Radensleben noch 1000 Liter Wasser für die Sprühkanone. Quelle: Andreas Vogel
Neuruppin

Der Meister verspätet sich etwas mit dem Gift. Kein Wunder. Die gut 60 Eichen auf dem Evangelischen Friedhof in Neuruppin sind am Donnerstaq die vorerst letzten, die Schädlingsbekämpfungsmeister Wolfgang Barduhn (65) und sein Sohn Marcel (42) an diesem Tag mit dem Fraßgift Dipel ES besprühen.

Friedhofsverwalterin Susann Fedchenheuer will die Bäume vorsorglich mit dem Biozid behandeln lassen, damit keiner der neun Mitarbeiter, die den Friedhof in Schuss halten, aber auch keiner der vielen Friedhofsbesucher über Hautausschläge oder Reizungen der Atemwege klagen. Denn die Nesselhaare der Raupen sind mit winzigen Widerhaken ausgestattet und enthalten zudem ein Nesselgift. Das führt beim Kontakt mit den Tierchen regelmäßig zu gesundheitlichen Problemen, die von Haut- und Augenentzündungen bis zu Atemwegsbeschwerden reichen können. Auch Friedhofsmitarbeiter hatten mit derartigen Symptomen schon zu kämpfen. „Aber zum Glück nicht in diesem Jahr“, so Fedchenheuer.

Fachmann: Die Raupen werden nicht konsequent bekämpft

Die Friedhofsverwalterin schwört auf die Zusammenarbeit mit dem Landkreis beim Abstimmen der Sprühaktion. „Das klappt sehr gut.“ Auch müssen auf dem Friedhof längst nicht mehr so viele Eichen behandelt werden, wie noch vor zwei, drei Jahren. „Die Raupen wurden zurückgedrängt“, sagt Susann Fedchenheuer. Das hört der Schädlingsbekämpfer gern. Dennoch ist der Fachmann aus Bad Belzig nicht ganz zufrieden. „Die Raupen werden nicht konsequent bekämpft“, so Barduhn. Denn weil es sich bei Dipel ES um ein biologisches Spritzmittel handelt, werden laut Barduhn lediglich 60 bis 70 Prozent der Raupen vernichtet. Die restlichen müssten eigentlich ab August von den Bäumen abgesaugt werden. Weil das aber recht teuer ist, scheuten die meisten Gemeinden diesen Aufwand, so Barduhn – und lassen stattdessen befallene Bäume im Jahr darauf besprühen. Nur die Berliner Polizei mache es richtig. Sie lasse die Eichen, die auf ihren Ausbildungsplätzen stehen, absaugen, so Barduhn.

Die Schädlingsbekämpfer hatten ihre Arbeit am Donnerstag in Pabstthum bei Radensleben gestartet und danach Eichen in Wustrau, an der Badestelle in Buskow sowie in Treskow besprüht. Am Freigag und Sonnabend werden befallene Bäume im Amt Neustadt behandelt, nächste Woche sind Heiligengrabe, Kyritz und Wittstock an der Reihe.

Am Freitag und Sonnabend sollen befallene Eichen im Amt Neustadt mit dem Fraßgift behandelt werden. Quelle: Andreas Vogel

Kreisweit sollen 6000 Eichen auf einer Gesamtfläche von 127 Hektar besprüht werden. Zum Vergleich: 2016 wurden 3435 Eichen vom Boden aus behandelt und 442 Hektar aus der Luft besprüht.

An vielen Eichen sind Gespinste der Raupen zu sehen. Quelle: Andreas Vogel

Von Andreas Vogel

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