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Ostprignitz-Ruppin Kampf um neuen Radweg auf altem Bahndamm
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kampf um neuen Radweg auf altem Bahndamm
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02:18 22.04.2018
Die Ortsvorsteher Karl Gärtner (l.) aus Dranse und Wolfgang Ramin aus Groß Haßlow am alten Bahnhof in Groß Haßlow. Quelle: Björn Wagener
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Groß Haßlow

Wolfgang Ramin und Karl Gärtner haben einen Traum: Die beiden Vorsteher der Wittstocker Ortsteile Groß Haßlow und Dranse wollen erreichen, dass auf dem Bahndamm der stillgelegten Strecke zwischen Wittstock und Mirow ein Radweg von der Dossestadt bis nach Dranse gebaut wird. Er zöge sich gut zehn Kilometer durch Wald und Feld – höchste Verkehrssicherheit und dabei Erholung pur für Radler. Und er würde die Anfahrt zum Dranser See, dem beliebten Badeort in der Region, um drei bis vier Kilometer verkürzen.

Eine ganze Reihe weiterer Vorteile wurden kürzlich auf der jüngsten Ortsbeiratssitzung in Groß Haßlow vorgebracht. Günter Lutz, der mobile Reiseberater und Wittstocker Stadtverordnete, sähe in dieser Verbindung einen Gewinn für etwa 1900 Einwohner nahe der Strecke. „Wenn der öffentliche Personennahverkehr weiter ausgedünnt wird, dann hätten die Leute mit diesem Weg eine gute Möglichkeit, nach Wittstock zu kommen“, sagte er auf der Sitzung und richtet seinen Blick dabei nicht allein auf die Radfahrer.

Auch für Skater und Fahrer von Elektro-Scootern

Denn der Weg könne ebenso auch von Skatern oder Fahrern von Elektro-Scootern – kleinen elektrisch betriebenen Rollern – genutzt werden. Vor allem für Senioren, die keinen Führerschein mehr besitzen, sei das „ideal“. Zugute käme der Weg neben der Stadt Wittstock auch dem Schullandheim in Schweinrich; den Nutzern des dortigen Naturcampingplatzes; den Bungalow-Besitzern am Baalsee bei Kuhlmühle oder auch der Therapeutischen Gemeinschaft Griebsee. Möglich sei es sogar, Sewekow, Zempow und Flecken Zechlin anzubinden. Wolfgang Ramin und Karl Gärtner sehen zudem die komfortabele Breite von rund vier Metern und den ebenen Untergrund als gute Voraussetzung, um den Bahndamm zum Radweg zu machen.

Die beiden Ortsvorsteher wären schon zufrieden, wenn die Strecke von Wittstock bis Dranse realisiert werden könnte – und stehen damit nicht allein. Unterstützung kommt nicht nur von ihren Beiräten, die dem Vorhaben sowohl in Dranse als auch in Groß Haßlow bereits zustimmten. Jürgen Paul vom Tourismusverein Wittstocker Land hielte diesen Radweg für „eine sehr gute Sache. Er würde unsere Seen und den überregionalen Radweg Tour Brandenburg attraktiver machen.“ In den 1990er Jahren habe man straßenbegleitende Radwege favorisiert. Heute hingegen würden Strecken durch reizvolle Landschaften bevorzugt, fernab von Straßen. „Der Radweg auf dem Bahndamm ist ein positives Projekt, das für die nächsten Jahre in Angriff genommen werden sollte“, sagt Jürgen Paul.

Ein kleiner Schritt ist schon getan

Ein kleiner Schritt in diese Richtung ist bereits getan. „Ein Teilstück – beginnend etwa in Höhe des Museums Alte Bischofsburg bis zur Rheinsberger Straße – haben wir gepachtet. Das hat auch damit zu tun, dass ein Stück dieser Strecke auf dem Gelände der Landesgartenschau liegt“, sagt Jean Dibbert, Sprecher der Stadt Wittstock. Doch vor allem wegen der touristischen Anbindung sei die Stadt am Bau dieses Radweges „sehr interessiert“. Deshalb arbeite sie daran, das Ganze schrittweise umzusetzen.

Der Kreis Ostprignitz-Ruppin ist dabei allerdings keine große Hilfe. Grund: Er habe vor etwa zwei Jahren auf Bitten der Stadt Wittstock angeboten, das Vorhaben in einen Förderantrag für überörtliche Radwege aufzunehmen. Voraussetzung wäre gewesen, dass die Stadt Wittstock den finanziellen Eigenanteil an den Baukosten in Höhe von 20 Prozent übernimmt. „Das lehnte die Stadt jedoch ab“, teilt dazu Britta Avantario, die Sprecherin der Kreisverwaltung, mit. So blieb die Sache draußen. „Seitens des Kreises ist es nicht geplant, das Vorhaben erneut aufzugreifen.“ Dies liege zum einen daran, dass erst im April 2015 der frisch sanierte Radweg von Wittstock nach Sewekow ganz in der Nähe freigegeben wurde. Außerdem gebe es „vielfältige naturschutzrechtliche Anforderungen“, wenn ein Radweg auf dieser stillgelegten Bahntrasse erstmals angelegt werden soll. Der Bestandsschutz gelte zwar für einen Bahnbetrieb, nicht jedoch für einen Radweg.

Bürgerinitiative als Vorschlag

Ob und wann dieser tatsächlich kommt, ist zurzeit noch ungewiss. Der Druck von unten könnte aber sogar noch größer werden. „Es wäre ganz gut, eine Bürgerinitiative zu gründen“, meinte Günter Lutz in Groß Haßlow ob der vielfältigen Bereicherung, die dieser Radweg aus seiner Sicht für die Region mit sich brächte.

Von Björn Wagener

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