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Kampfhund kostet künftig 350 Euro pro Jahr

Hundesteuer in Walsleben Kampfhund kostet künftig 350 Euro pro Jahr

Nach einigen Diskussionen hat die Gemeinde Walsleben (Ostprignitz-Ruppin) eine neue Hundesteuersatzung beschlossen. Demnach müssen Besitzer von Kampfhunden ab 2017 deutlich tiefer in die Tasche greifen. Bisher zahlten sie 13 Euro für ihren Vierbeiner, künftig werden 350 Euro pro Jahr fällig. In Neuruppin ist es noch teurer.

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Quelle: dpa-Zentralbild

Walsleben. Besitzer eines Kampfhundes in der Gemeinde Walsleben müssen ab Januar tief in die Tasche greifen. Die Steuer beträgt dann 350 Euro pro Jahr, für jeden weiteren gefährlichen Hund sogar 500 Euro. Das haben die Gemeindevertreter am Donnerstagabend bei einer Gegenstimme beschlossen.

Ortsvorsteher Burghard Gammelin hatte zwar ebenfalls Bedenken – „Es gibt keine gefährlichen Hunde, nur gefährliche Menschen“, sagte er . Gleichwohl stimmte Gammelin für die Satzung – weil die Steuer für alle als verhaltensunauffällig eingestuften Hunde moderat bleibt. Sie steigt lediglich von 13 auf 15 Euro im Jahr für den ersten Hund. Der Zweithund kostet dann 40 Euro im Jahr, jeder weitere 100 Euro. „Das ist ein gesunder Kompromiss“, so Gammelin. Denn auf dem Dorf gehöre ein Hund nun mal dazu.

Blindenhunde sind von der Steuer befreit

Bislang wird in den Gemeinden des Amtes Temnitz nicht unterschieden, ob jemand einen als gefährlich oder verhaltensunauffälligen Hund hat. Die Steuer ist die gleiche. Das ändert sich nun. Laut der Satzung, die im Januar in Kraft trifft, müssen Besitzer von geprüften Jagd- und Herdengebrauchshunden aber nur die Hälfte der eigentlich fälligen Steuer bezahlen.

50 000 Bissverletzungen im Jahr

Jährlich gibt es in Deutschland bis zu 50 000 Bissverletzungen. Bis zu 80 Prozent stammen von Hunden, der Rest von Katzen und von Menschen.

2014 wurden in der Mark 288 Beißvorfälle gegen Menschen gezählt, vier weniger als 2013. Die meisten Attacken kommen von Schäfer- und Mischlingshunden.

Aufregung hatte es 2014 um den Kampfhund Tascha im Havelland gegeben. Er gehört einem Jungen, der im Wachkoma liegt. Tascha sollte eingeschläfert werden. Nach Vorlegen einer Bestätigung, dass Tascha Therapiehund ist, wurde davon Abstand genommen.

Diese Ermäßigung gilt ebenfalls für Hunde, die Gebäude bewachen, die mehr als 200 Meter vom nächsten bewohnten Gebäude entfernt liegen. Ganz von der Steuer befreit sind Besitzer von Hunden, die ausschließlich dem Schutz und der Hilfe blinder, gehörloser oder anderer sonst hilfloser Personen dienen, die über einen entsprechenden Schwerbehindertenausweis verfügen. Auch für Vierbeiner, die als Melde-, Sanitäts-, Schutz- oder Rettungshunde anerkannt sind, muss keine Steuer gezahlt werden.

Kampfhundebesitzer brauchen Negativzeugnis

Wenn Besitzer von als gefährlich eingestuften Hunden ein Negativzeugnis vorlegen können, in dem attestiert wird, dass ihr Vierbeiner keine gesteigerte Kampfbereitschaft, Angriffslust und Schärfe gegenüber Menschen und Tieren aufweist, müssen sie nur den normalen Steuersatz für ihren Hund bezahlen. Das Negativzeugnis kann bei der Ordnungsbehörde des Amtes Temnitz beantragt werden.

Insgesamt sind 18 Rassen und Gruppen sowie deren Kreuzungen als gefährlich eingestuft. Dazu gehören Alano, American Pitbull Terrier, Bullmastiff, Bullterrier, Dobermann, Rottweiler und Tosa Inu. In Neuruppin sind für einen Kampfhund 409 Euro pro Jahr fällig, für einen verhaltensunauffälligen Ersthund 55 Euro.

Von Andreas Vogel

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