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Kaninchenhotel und Katzenstation in Dossow

Ein Herz für Tiere Kaninchenhotel und Katzenstation in Dossow

Ivonne Kempf und Philipp Dehnert leben in Dossow ihren Traum. Seit drei Jahren bewohnen sie einen Bauernhof, den sie Stück für Stück zu einem Domizil für herrenlose oder nicht gewollte Katzen und Kaninchen herrichten. Ehrenamtliche Helfer sind willkommen.

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Ivonne Kempf mit Kater Emil.

Quelle: Björn Wagener

Dossow. Es ist ein Paradies für Kaninchen. In einem weitläufigen Gehege dürfen sich die possierlichen Haustiere mit dem weichen Fell nach Herzenslust tummeln, in bereitliegende Wurzeln klettern, sich in Häuschen verstecken, hoppelnd Strecke machen oder mit ein wenig Rohkost den Hunger stillen. Erst vor wenigen Tagen ist das Kaninchenhotel fertig geworden. Es befindet sich auf dem Grundstück von Ivonne Kempf und Philipp Dehnert in Dossow. Seit drei Jahren bewohnen sie dort einen alten Bauernhof, der nach und nach saniert werden soll.

Im weitläufigen Gehege leben Kaninchen und Meerschweinchen

Im weitläufigen Gehege leben Kaninchen und Meerschweinchen.

Quelle: Björn Wagener

Ein Heim für Tiere ist er aber jetzt schon. Außer den 38 Kaninchen und einigen Meerschweinchen gibt es hier auch Ziegen, zwei Hunde, die Mini-Schweine Cindy und Anton, Enten, Ponys, Wellensittiche und Katzen. Gerade letztere spielen neben den Kaninchen eine Hauptrolle auf dem Hof. Denn er soll vor allem diesen beiden Haustierarten ein Zuhause bieten. „Wir denken dabei vor allem an Fundtiere und Tiere aus schlechter Haltung“, sagt Ivonne Kempf. Solche Notfälle sollen aufgenommen und möglichst weitervermittelt werden. Die Kaninchen und Katzen gingen nur an Gartenbesitzer. „Die Haltungsbedingungen vor Ort werden auch von uns überprüft.“ Finden sich keine neuen Eigentümer, dürfen die tierischen Gäste auch ihren Lebensabend auf dem Hof verbringen.

Cindy (vorn) und Anton sind Mini-Schweine

Cindy (vorn) und Anton sind Mini-Schweine.

Quelle: Björn Wagener

„Wir sind aber keine Sammelstelle, sondern es geht uns ausschließlich um Notfälle“, betont Ivonne Kempf, um vorzubeugen, dass der Hof von nicht mehr gewollten Katzen oder Kaninchen buchstäblich überschwemmt wird. Denn sie weiß auch, dass es Besitzer gibt, die ihre Katzen nur unter einem Vorwand loswerden wollen. „Allergien sind da besonders beliebt. Das ist derzeit Abgabegrund Nummer eins.“ Es gebe auch Besitzer, die Katzen aussetzen, ertränken oder sogar aus dem fahrenden Auto werfen, wenn sie niemanden finden, der sie ihnen abnimmt, berichtet die Tierschützerin aus Dossow. Derzeit würden auf ihrem Hof drei sechs Wochen alte kranke Fundkätzchen betreut, aufgepäppelt und möglichst familiär erzogen, um dann hoffentlich vermittelt zu werden. Geplant sei, die Unterbringungsmöglichkeiten im nächsten Jahr samt Quarantäne- und Vermittlungszimmer sowie Außengehege noch zu erweitern, so dass dann Platz für vier bis fünf Katzen vorhanden ist und das Ganze eine kleine Auffangstation ergibt.

Veterinäramt hat Baustart zugestimmt

Das Veterinäramt habe die örtlichen Gegebenheiten bereits geprüft und dem Baustart zugestimmt. Auch die nötigen Sachkundenachweise lägen vor, sagt Ivonne Kempf. Die Annahme von Tieren sei bis auf eine Futterspende kostenlos, die Abgabe allerdings nicht. Denn die Vierbeiner seien dann entwurmt, entfloht, geimpft, kastriert und gesund.

Gehegebau, Futter, Pflege, Tierarzt – die Kosten sind beträchtlich. „Ich arbeite eigentlich nur für die Tiere“, sagt Ivonne Kempf, die aus Liebenwalde kommt, seit sechs Jahren aber beim Rettungsdienst in Wittstock beschäftigt ist. „Wir fahren auch nicht in den Urlaub. Wer sollte sich dann um die Tiere kümmern?“ Doch das empfinde sie nicht als Einschränkung, weil sie sich selbst dafür entschieden habe. „Ich wollte schon als Kind gern einen Bauernhof haben und lebe hier meinen Traum“, sagt sie. Um die Hilfe für die Vierbeiner auf eine möglichst stabile Basis zu stellen, sei am 20. August der Verein „Hof der kleinen Tiere“ gegründet worden. Ivonne Kempf ist die Vorsitzende. Insgesamt gehörten dem Verein derzeit sieben Mitglieder an. Sie kommen unter anderem auch aus Neuruppin oder Hennigsdorf. Die Zusammenarbeit mit anderen Pflegestellen, Auffangstationen, Tierschutzvereinen oder Tierheimen in der Region hält Ivonne Kempf für sehr wichtig, um einen starken Verbund zu etablieren, in dem man sich untereinander hilft.

Neuruppiner Pflegestelle hilft aus

Schon jetzt gebe es Kontakt zu einer Pflegestelle in Neuruppin, die einspringt, wenn kranke Tiere besonders viel Pflege brauchen oder aufgepäppelt werden müssen. Denn durch die Berufstätigkeit der beiden Hofbesitzer sei das nicht anders zu machen.

Ivonne Kempf betont, dass der Hof anderen Einrichtungen keine Konkurrenz machen wolle. Vielmehr gehe es darum, einen zusätzlichen Platz für tierische Notfälle zu schaffen.

Helfer gesucht

Ehrenamtliche Helfer für den Hof der kleinen Tiere in Dossow werden jederzeit gesucht.


Pflegestellen für Katzen und Kaninchen, die kurzfristig Notabgaben aufnehmen können (etwa während der Arbeitszeit von Ivonne Kempf), sind immer willkommen.

Gleiches gilt für Helfer, die bei der täglichen Pflege und Versorgung der Tiere auf dem Hof mit anpacken möchten.

Kontakt: Tel: 0162/ 4389535.

 

Von Björn Wagener

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