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Ostprignitz-Ruppin Kanonendonner zu Fehrbelliner Festtagen
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kanonendonner zu Fehrbelliner Festtagen
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13:45 19.06.2016
In den Umzug zu den Fehrbelliner Festtagen reihten sich Schützen aus der gesamten Region ein. Quelle: Peter Geisler
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Fehrbellin

Franz Friedrichsdorf kämpft für Brandenburg. Zumindest dann, wenn er den blauen Mantel der „Kurbrandenburgischen Kanoniere 1675“ überstreift. Bei der Eröffnung der Fehrbelliner Festtage am Sonnabend im Kurfürstenpark ist der schmale Achtjährige der mit Abstand jüngste Schütze, der einen Salutschuss vor der Festbühne abgibt. „Eigentlich ist Schießen gar nicht schwer“, sagt er hinterher lässig. „Die Zündtütchen dürfen nur nicht nass werden.“

Mit einem großen Umzug durch das Rhinstädtchen begannen am Sonnabend die Fehrbelliner Festtage. Gemeinsam mit der Feuerwehr zogen Mitglieder der vielen Vereine und Bürger zum Kurfürstenpark.

Zuvor waren die Schützen in historischen Uniformen vom Rathausplatz durch die Stadt gezogen. Bei dem Umzug mit dabei: befreundete Schützen aus Neuruppin, Friesack und Spandau sowie die Wittstocker Schweden. Auch die Fehrbelliner Motorsportler, der SV 90, der Fehrbelliner Karneval Klub, die Biker und der Reit- und Fahrverein hatten ihre Delegationen geschickt. Bis zu 300 Teilnehmer reihten sich in den Umzug ein, schätzte Ortsbürgermeister Jürgen Sternbeck. „Ich bin sehr zufrieden.“

Sternbeck selbst, Schützenbruder mit großem Geschichtsfaible, war nicht in der blauen Uniform zum Kanonendonner auf den Rathausplatz gekommen. Als Ortsbürgermeister eröffnete er das Festspektakel zu Ehren der Schlacht von Fehrbellin im grauen Anzug. Im kommenden Jahr aber – wenn mit den Festtagen auch das 800-jährige Bestehen Fehrbellins gefeiert wird – wird auch er wieder in eine historische Uniform schlüpfen. „Ich bin Fehrbelliner und Geschichtsfan“, sagt Sternbeck. „Dafür lebe ich.“

Am 28. Dezember 1216 war Fehrbellin erstmals erwähnt worden. Den eigentlichen Geburtstag in diesem Jahr will Sternbeck nur mit einer kurzen Feierstunde begehen. Im Juni kommenden Jahres aber soll es dann „ein ganz großes Fest“ geben. Dem Geschichtsfan Sternbeck schwebt ein Umzug vor, bei dem alle Teilnehmer historisch kostümiert erscheinen. Jeder Verein soll möglichst eine andere historische Epoche darstellen. Sternbeck hat schon alle Vereine angeschrieben und nach ihren Präferenzen gefragt. Eine Rückmeldung bekam er schon – die Motorsportler könnten sich vorstellen, als Torfstecher zu kommen.

Der bunte Festumzug. Quelle: Peter Geisler

Auch ein großes Biwak soll es wieder geben. „Keine große Schlachtdarstellung wie im vergangenen Jahr, aber ein Biwak“, sagt Jürgen Sternbeck. Um die 800-jährige Geschichte der Stadt richtig würdigen zu können, hat er die Hobbyhistoriker der Arbeitsgemeinschaft Stadtgeschichte ebenfalls um Hilfe gebeten. „Wir wollen die Höhepunkte aus 800 Jahren Geschichte lebendig werden lassen.“

Möglich, dass auch Franz Friedrichsdorf wieder dabei ist. Bei den Umzügen der Fehrbelliner Festtage ist er längst ein alter Hase. Mehrmals ist er schon mitgelaufen. Im vergangenen Jahr nahm er sogar am Biwak während der großen Schlachtdarstellung teil. „Das war ein richtiges Abenteuer“, sagt er. Auch die Geschichte von der Schlacht von Fehrbellin – die Brandenburger, die sich gegen die zahlenmäßig so überlegenen Schweden durchsetzen können – gefällt Franz Friedrichsdorf. „Ich kämpfe für Brandenburg.“

Von Frauke Herweg

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